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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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13. Mai 2015

DGP 2015: Lebensverlängerung und Lebensqualität haben für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC höchste Priorität

Daten zum Gesamtüberleben beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in der Erst- und Zweitlinientherapie standen im Mittelpunkt eines Satellitensymposiums beim 57. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) in Berlin. Unter Vorsitz von Prof. Wolfgang Schütte (Halle) berichteten renommierte Lungenkrebs-Experten über aktuelle Studienergebnisse zu dem irreversiblen ErbB-Family-Blocker (Afatinib Giotrif®) in der Erstlinientherapie bei NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutation sowie über den 3-fach zielgerichteten Angiokinase-Inhibitor Nintedanib (Vargatef®)in der Zweitlinie bei NSCLC-Patienten mit einem Adenokarzinom der Lunge nach Erstlinien-Chemotherapie.

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Zentrale Therapieziele in der Erstlinie seien eine gute Tumorkontrolle und Ansprechen, eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS), des Gesamtüberlebens (OS) sowie eine gute Symptomkontrolle und Lebensqualität, so Prof. Frank Griesinger (Oldenburg). Eine unter diesen Aspekten interessante Substanz ist der irreversible ErbB-Family-Blocker Afatinib, der bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC und EGFR-Mutation in 2 großen Phase-III-Studien (LUX-Lung3 und LUX-Lung6) gegenüber bestimmten Standard-Chemotherapien (LL3: Cisplatin/Pemetrexed, LL6: Cisplatin/Gemcitabin) untersucht wurde (1,2). Wie Prof. Griesinger berichtete, erreichten in der für Europa zulassungsrelevanten LUX-Lung 3-Studie Patienten der präspezifizierten Subgruppe mit häufigen EGFR-Mutationen (Del19/L858R=89%) im Vergleich zu Cisplatin/Pemetrexed mit 13,6 vs. 6,9 Monaten durch Afatinib nahezu eine Verdopplung beim primären Endpunkt PFS (p<0,001). Der PFS-Vorteil war ebenso im Gesamtkollektiv signifikant (11,1 vs. 6,9 Monate, p<0,001) (1,3).

Erstmals Überlebensvorteil von über einem Jahr bei Del19

Eine "erhebliche Relevanz für die Erstlinientherapie des NSCLC in Deutschland" bescheinigte Prof. Griesinger den Daten zum Gesamtüberleben unter Afatinib. Diese zeigten in einer präspezifizierten Subgruppenanalyse der Patienten mit der häufigsten EGFR-Mutation, einer Deletion in Exon 19 (Dell9), unter Afatinib in LUX-Lung 3 eine signifikante Verlängerung beim sekundären Endpunkt Gesamtüberleben um mehr als ein Jahr verglichen mit Cisplatin/Pemetrexed (33,3 vs. 21,1 Monate; p=0,0015 (4).Mit den Daten zur Wirksamkeit liege Afatinib deutlich über den von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) definierten Anforderungen an eine klinisch relevante Therapie beim nicht-plattenepithelialen NSCLC, so das Fazit von Prof. Griesinger (5).

Symptomkontrolle wichtig für Lebensqualität

"Patienten mit einem fortgeschrittenen NSCLC fragen zumeist, wie viel Lebenszeit ihnen noch bleibt und wie ihre Lebensqualität sein wird", betonte Prof. Rainer Wiewrodt (Münster). Wie der Experte ausführte, konnte mit Afatinib in der LUX-Lung 3-Studie die erneute Verschlechterung von Husten und Atemnot in der Gesamtpopulation (alle EGFR-Mutationen) dreimal so lange hinausgezögert werden wie unter Cisplatin/Pemetrexed (Husten: 27 vs. 8 Monate; p=0,006; Atemnot: 10,4 vs. 2,9 Monate; p=0,013). Dieser Vorteil war auch in den präspezifizierten Subgruppen der Patienten mit Dell9-Mutation bzw. L858R-Mutation zu sehen (6). Die Verzögerung des Tumorwachstums und die effektive Symptomkontrolle spiegelten sich in einer signifikant verbesserten Lebensqualität wider (2). Die Diarrhoe war, neben Rash/Akne, Stomatitis und Paronychien, eine der häufigsten höhergradigen Nebenwirkungen (Grad größer-gleich 3) unter Afatinib und mit Loperamid sowie einer Dasisanpassung in der Regel gut beherrschbar (1).

Neue Zweitlinienoption mit Nintedanib plus Docetaxel: Erstmals nach nahezu 10 Jahren Überlebensvorteil

Von den Patienten mit EGFR-Mutation lenkte PD Dr. Martin Reck (Grosshansdorf) den Fokus hin zur überwiegenden Mehrheit der NSCLC-Patienten, die keine therapierelevante Mutation aufweisen (ca. 85%). Hier sei nach wie vor die Histologie das entscheidende Kriterium für die Wahl der Therapie, wobei Adenokarzinome den häufigsten Subtyp des NSCLC darstellen (8). Eine besondere Herausforderung stellen Patienten dar, die für eine Zweitlinientherapie infrage kommen. Bedingt durch die Erkrankung selbst, aber auch durch Nebenwirkungen der Vorbehandlung ist ihre Lebensqualität häufig bereits eingeschränkt. Eine gute Tumorkontrolle und eine Lebensverlängerung bei gleichzeitigem Erhalt der Lebensqualität stehen daher im Vordergrund . Vor kurzem konnten die Therapieoptionen in dieser Situation durch den 3-fach zielgerichteten Angiokinase-Inhibitor Nintedanib erweitert werden.
Untersucht wurde die Wirksamkeit van Nintedanib in Kombination mit Docetaxel gegenüber Docetaxel plus Placebo in der zulassungsrelevanten LUME-Lung 1-Studie. Diese schloss 1.314 Patienten mit einem NSCLC im Stadium IIIb/IV oder einem Rezidiv mit allen Histologien nach
Versagen einer Erstlinien-Chemotherapie ein. Beim primären Endpunkt PFS führte die Kombination bei allen NSCLC-Patienten unabhängig von der Tumorhistologie zu einer signifikanten Verlängerung von 2,7 Monaten auf 3,4 Monate (p=0,0019). Zudem verlängerte die Hinzunahme von Nintedanib zu Docetaxel in der präspezifizierten Subgruppe der Patienten mit einem Adenokarzinom das Gesamtüberleben (sekundärer Hauptendpunkt) im Median von 10,3 Monaten auf 12,6 Monate, verglichen mit Docetaxel allein (p=0,0359) (9). Zudem wurde der Überlebensvorteil ohne zusätzliche Beeinträchtigung der Lebensqualität erreicht.
Dr. Reck verwies außerdem darauf, dass es sich dabei nicht nur um einen kurzfristigen Effekt handelte (1-Jahres-Überlebensrate: 52,7% vs. 44,7%; 2-Jahres-Überlebensrate: 25,7% vs. 19,1%).

Proaktives Therapiemanagement unterstützt Behandlungserfolg


Ergänzend zu den Studiendaten berichtete Prof. Christian Grohe (Berlin) über eigene Erfahrungen mit Nintedanib in der klinischen Praxis. Im Rahmen eines Compassionate-Use-Programms hat er 16 Patienten mit dem 3-fach zielgerichteten Angiokinase-Inhibitor behandelt In seinem Fazit zu den präsentierten Patientenfällen empfahl er, mögliche Nebenwirkungen zu antizipieren und deren Ausprägung mit einem proaktiven Management positiv zu beeinflussen. Zudem verwies er darauf, dass die Erfassung der Lebensqualität ein wichtiger Bestandteil des Monitorings sei.
In der LUME-Lung 1-Studie traten unter der Kornbinationstherapie, bedingt durch Nintedanib, im Vergleich zur Docetaxel-Monotherapie-am häufigsten gastrointestinale Beschwerden und reversible Leberenzym-Erhöhungen auf. Diese ließen sich durch supportive
Therapien/Dosisreduktion gut handhaben. Das Auftreten klassenspezifischer Nebenwirkungen, wie sie für anti-angiogene Therapien bekannt sind (Hypertonie, Blutungen oder Thrombosen vom Schweregrad 3), war zwischen beiden Studienarmen vergleichbar (9).

Literaturhinweise:
(1) Sequist LV et al. J Clin Oncol 2013; 3!(27):3327-3334
(2) Wu Y et al. The Lancet Oncology 2014; 15:213-222
(3) Data an file; Boehringer Ingelheim
(4) Yang] et al. Lancetüncol 2015; 16(2):141-151
(5) Ellis LM et al. ]CO 2014; 32(12):1277-1280
(6) Wu YL et al. ESMO 2014; abstr. 1251P
(7) Yang JC et al.: J Clin Oncol 2013; 31:3342-3350
(8) Barlesi F et al. J Clin Oncol 2013; 3I(suppl; abstr 8000)
(9) Reck M et al. Lancet Oncal. 2014; 15(2):143-55

 

Quelle: Boehringer Ingelheim
 
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