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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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24. April 2015

DGIM 2015: Theodor-Frerichs-Preis für Forschung zur Pathogenese des Mantelzell-Lymphoms

Der Verlust eines bestimmten Gens auf Chromosom 8 kann ein Mantelzell-Lymphom auslösen. Die Aufklärung des bislang unbekannten Auslösemechanismus könnte zum Ausgangspunkt neuer Therapien werden. Für seine Erkenntnisse dazu zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) PD Dr. med. Florian Bassermann von der Technischen Universität München mit dem diesjährigen Theodor-Frerichs-Preis aus. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

Mantelzelllymphome entstehen, wenn sich B-Zellen unkontrolliert vermehren. B-Zellen unterliegen bei ihrer Entwicklung in den Lymphknoten einer strengen Auswahl: Unerwünschte B-Zellen werden über den programmierten Zelltod zur Selbstzerstörung gezwungen. Wenn diese Apoptose nicht funktioniert, vermehren sich die B-Zellen ungehindert.
 
Für seine Studien nutzte der 42-jährige Internist Datenbanken, die Genvarianten von Mantelzelllymphomen sammeln. Darin suchte er nach Fehlern auf Genen, die als Auslöser für den Krebs infrage kommen könnten. Auf Chromosom 8 stieß Florian Bassermann auf eine Region, die bei etwa 30% aller Mantelzelllymphome fehlte. Er fand heraus, dass genau dieser Teil der Erbsubstanz die Informationen für einen Prozess codiert, der den programmierten Zelltod der B-Zelle einleitet. Fehlt diese Information, kann sich die B-Zelle der Apoptose entziehen und zur Krebszelle werden. Maßgeblich sind in dem Vorgang das Enzym FBXO25 und das Protein Hax-1. Deshalb bezeichnet Dr. Bassermann Hax-1 als Krebsauslöser und FBXO25 als Krebsverhinderer.
 
In weiteren Versuchen zeigte der Forscher, dass der Verlust von FBXO25 auch die Wirkung von Krebsmedikamenten verringert, die bei Krebszellen den Zelltod auslösen. Zudem führt dies zu einer besonders aggressiven Variante des Mantelzelllymphoms, die rasch tödlich endet. Aus den Erkenntnissen lassen sich neue Behandlungsformen des  Mantelzelllymphoms ableiten: Krebszellen erlangten die Fähigkeit zur Apoptose wieder, wenn Bassermann sie mit dem FBXO25-Gen ausstattete. Den gleichen Effekt würde ein Medikament erzielen, dass Hax-1 in den Zellen hemmt.
 
"Die Erkenntnisse von Dr. Bassermann sind wegweisend für die Krebsforschung und -therapie", begründet Prof. Dr. med. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM, die Entscheidung der Juroren. "Mit wissenschaftlicher Konsequenz identifizierten die Autoren anhand von Computeranalysen, Experimenten an Zellen, Tierversuchen und menschlichen Gewebeproben einen neuen Mechanismus von bösartigem Lymphkrebs", so Fölsch.
 
Der DGIM-Preis ist nach dem Internisten Friedrich Theodor von Frerichs benannt, dem Präsidenten des ersten Deutschen Kongresses für Innere Medizin im Jahr 1882. Mit dem Preis würdigt die DGIM die beste zur Bewerbung eingereichte, möglichst klinisch-experimentelle Arbeit auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum. Die Fachgesellschaft verleiht die Auszeichnung jährlich im Rahmen der Festlichen Abendveranstaltung ihrer Jahrestagung.
 
Literaturhinweis:
Baumann U, Fernández-Sáiz V, Rudelius M, Bassermann F et al.
Disruption of the PRKCD-FBXO25-HAX-1 axis attenuates the apoptotic response and drives lymphomagenesis.
Nature Medicine 2014; 20: 1401-9.
http://www.nature.com/nm/journal/v20/n12/full/nm.3740.html

Quelle: 121. DGIM 2015 in Mannheim
 
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