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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. Oktober 2015

DGHO 2015: Epidemiologische Querschnittstudie zum Multiplen Myelom – Rezidiv-Versorgung immer noch unbefriedigend

Dank neuer Medikamente hat sich die Prognose von Patienten mit Multiplem Myelom (MM) in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert. Nach Daten einer Real-World-Querschnittstudie sind diese Substanzen heute in der Erst- und Zweitlinientherapie Standard. Anders in späteren Therapielinien, in denen das Verordnungsverhalten keinem standardisierten Muster folgt und Medikamente trotz fraglichem Ansprechen oft wiederholt eingesetzt werden. Es besteht demnach weiterhin ein hoher medizinischer Bedarf an innovativen Substanzen für die effektive Behandlung rezidivierter und refraktärer MM-Patienten. Belastbare Daten zur Versorgung von MM-Patienten im klinischen Alltag gibt es bislang kaum, zumal anzunehmen ist, dass sich das Verordnungsverhalten von Hämatoonkologen aufgrund neuer Medikamente wie Bortezomib und Lenalidomid in den letzten Jahren verändert hat. Deshalb wurde eine europäische Real-World-Querschnittstudie initiiert, um das Management des MM in Praxen und Kliniken zu evaluieren.

PD Dr. Marc-Steffen Raab, Heidelberg, stellte auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie (DÖSGHO) die Deutschland-spezifische Auswertung dieser Studie zur Versorgungsrealität von MM-Patienten vor (1).
 
In die Auswertung flossen die Daten von 100 deutschen Ärzten, davon 91% Hämatoonkologen, ein. Gut ein Drittel, nämlich 35% der Teilnehmer waren niedergelassen; 26% praktizierten an Universitätskliniken, 21% an Tumorzentren, 18% an weiteren Kranken­häusern. Detailliert ausgewertet wurden die Krankenakten von 1.190 Patienten mit symptomatischem MM (je zwölf pro Arzt), die in den letzten drei Monaten eine Therapielinie, d.h. die Erst-, Zweit- oder eine Folgetherapie, abgeschlossen hatten.

„In der Erst- und Zweitlinientherapie des MM gibt es in Deutschland definierte Behandlungsmuster“, erläuterte Raab die Studienergebnisse: So waren in der Erstlinientherapie Bortezomib-basierte Regime mit einem Anteil von 81% am häufigsten.

In der zweiten Linie wurde zu 60% meist eine Lenalidomid-basierte Therapie eingesetzt. Spätere Therapielinien waren dagegen durch eine große Varianz gekennzeichnet: Hier kamen neben Bortezomib und Lenalidomid weitere Substanzen wie Bendamustin, Thalidomid und Pomalidomid zum Einsatz.
 
Heterogenes Verordnungsverhalten in späten Therapielinien

Abgesehen von Erst- und Zweitlinientherapie konnte für die Folgetherapien keine definierte Sequenz festgestellt werden. Initial mit Bortezomib-haltigen Schemata behandelte Patienten erhielten in der zweiten Linie überwiegend, nämlich zu 59%, eine Lenalidomid-basierte Therapie. Bei 18% wurde erneut Bortezomib, bei 11% Bendamustin eingesetzt. Bereits ab der dritten Therapielinie fiel dann eine große Heterogenität an verwendeten Behandlungsoptionen auf. „Patienten im Rezidiv werden nicht selten mit bereits zuvor eingesetzten Medikamenten retherapiert – trotz häufig schlechteren Ansprechens“, erklärte Raab.

Die Effektivität nahm mit zunehmender Zahl an Therapielinien immer weiter ab: So verkürzte sich die mediane Zeit bis zur nächsten Therapielinie im Verlauf der Erkrankung von zwölf Monaten in der Erstlinientherapie (fünf Monate Therapie, sieben Monate behandlungsfreie Zeit) auf zehn Monate in der zweiten Linie (sechs Monate Therapie, vier Monate behandlungsfreie Zeit) und auf fünf Monate in der dritten Linie (Therapiezeit, behandlungs­freie Zeit nicht erhoben).
 
Versorgung von MM-Patienten in Deutschland weiter optimieren

„Die Real-World-Erfahrungen unserer Studie zur Versorgung von MM-Patienten lassen wichtige Rückschlüsse auf die derzeitige Behandlungspraxis in Deutschland zu“, resümierte Raab. Nach seinen Worten fehlen derzeit definierte Standards für späte Therapielinien. Auch sei der erneute Einsatz bereits zuvor verwendeter Medikamente wenig erfolgversprechend. Die Studiendaten machen damit deutlich, so Raab, dass weiterhin hoher Bedarf an innovativen Substanzen in der MM-Therapie besteht.

Amgen
Literatur:

(1) Raab MS et al. Postersession im Rahmen der DÖSGHO-Tagung 2015, Basel; Poster P777

 
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