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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. Oktober 2014

DGHO 2014: mCRC - Nach Versagen der Erstlinie antiangiogene Target-Therapie als Kombinationspartner beibehalten

"Die individuelle Therapieentscheidung beim metastasierten Kolorektalkarzinom sollte vor dem Hintergrund der vorliegenden Studiendaten getroffen werden", sagte Prof. Carsten Bokemeyer, Hamburg, anlässlich eines Pressegesprächs im Rahmen des DGHO. "In der Erstlinientherapie wurde mit der FIRE-3-Studie mit FOLFIRI/Cetuximab bei RAS-Wildtyp-Patienten 33 Monate Gesamtüberleben erreicht - diese Zahl stellt für eine Erstlinientherapie eine neue Benchmark dar. Doch wie geht es nach Versagen der Erstlinie weiter? Wirksam gezeigt für die Zweitlinie hat sich der Doppelswitch - der Wechsel der Chemotherapie und der zielgerichteten Substanz gleichermaßen. Und: Der antiangiogene Ansatz soll auch nach Progress weitergeführt werden, weil der Tumor sonst in kürzester Zeit wieder revaskularisiert wird", sagte Stefan Kasper, Essen.

Nach Versagen der Erstlinie können Bevacizumab, Aflibercept und Regorafenib zum Einsatz kommen, Bevacizumab inhibiert nur VEGFalfa, das Fusionsprotein Aflibercept bewirkt eine 3fach-Antiangiogenese gegen PIGF, VEGFbeta sowie VEGFalfa, Regorafenib hemmt sehr viel mehr Kinasen, was auch mehr Nebenwirkungen bedeutet, so Kasper.

In einigen Studien zur Anti-EGF-Therapie als Zweitlinie beim mCRC haben sich bei Änderung des Wirkmechanismus zwar das progressionsfreie Überleben und das Ansprechen verbessert, es gab jedoch keinen oder keinen signifikanten Vorteil im Gesamtüberleben (EPIC-Studie, 181-Studie). Dies Studie waren daher formal negativ, sagte er. Anders verhält es sich bei der Beibehaltung der Antiangiogenese, was die Sudien E3200 und TML mit Bevacizumab gezeigt haben sowie die VELOUR-Studie mit Aflibercept: auch das Gesamtüberleben verbessert sich, wenn eine antiangiogene Substanz  zur Chemotherapie dazugegeben wird. Für Oxaliplatin-verbehandelte Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom ist die Weiterbehandlung mit FOLFIRI/Aflibercept eine wirksame Therapieoption, die für fast alle Patienten in Frage kommt und und im klinischen Alltag gut handhabbar ist, betonte Prof. Nils Homann, Wolfsburg. Die Messung des RAS-Status ist für den Einsatz von Aflibercept nicht Voraussetzung, weil sich der Überlebensvorteil unabhängig von einer Vorbehandlung mit einer anti-EGFR- oder eine anti-VEGF-gerichteten Therapie gezeigt hat.

Chance auf eine deutliche Tumorrückbildung bzw. anhaltende Stabilisierung ihrer Erkrankung/ Etwa 20% der Patienten profitieren langfristig von FOLFIRI/Aflibercept

In der Zulassungsstudie VELOUR (1) erreichten ca. 20% der Patienten in der Zweitlinie noch einmal eine objektive Tumorrückbildung (19,8% vs. 11,1%; p<0,0001), diese Ergebnisse übertreffen die bisher bei Zweitlinientherapien gezeigten Daten. Die Kombination FOLFIRI/Aflibercept verminderte im Vergleich mit FOLFIRI alleine das Sterberisiko der Patienten um fast 20% (HR 0,817; p=0,003). "Man hat ein um 1,4 Monate verlängertes Gesamtüberleben und die Überlebenskurven laufen auch nach 24 Monaten nicht zusammen", sagte Homann. "Noch wissen wir nicht, welche Patienten so enorm gut profitieren", betonte Homann. Etwa 20% der Patienten zeigten unter FOLFIRI/Aflibercept eine anhaltende Stabilisierung der Erkrankung. Die Subgruppen-Analysen bestätigen den Überlebensvorteil in allen untersuchten Subgruppen: Er ist unabhängig von der Dauer der Vorbehandlung und dem Alter (</≥ 65 Jahre). Besonders scheinen Patienten mit einem guten Allgemeinzustand (ECOG PS 0-1) und geringerer Metastasenlast zu profitieren. Ein tendenzieller Vorteil zeigte sich auch für jene Patienten, die nach der Erstlinienbehandlung relativ lange  progressionsfrei waren oder die Bevacizumab in der Erstlinientherapie hatten. Laut Bokemeyer ist die gute Wirkung von Aflibercept nach Bevacizumab-Vorbehandlung Ausdruck dessen, dass Aflibercept ein breiteres Spektrum an proangiogenen Wachstumsfaktoren blockiert.

Target-Substanzen wie Aflibercept seien vergleichsweise gut verträglich", sagte Homann, "die meisten Nebenwirkungen würden durch die Chemotherapie induziert. Potentielle Nebenwirkungen lassen sich mit einem guten Nebenwirkungsmanagement handhaben", betonte Homann.

Fazit: Aflibercept ist eine wichtige Option für die Zweitlinienbehandlung von Patienten mit metastasiertem CRC und hat nach Oxaliplatin-haltiger Vorbehandlung einen hohen Stellenwert. Vom RAS-Status unabhängig, erreicht die Kombination FOLFIRI/Aflibercept auch nach Bevacizumab-haltiger Vorbehandlung erneut ein Therapieansprechen und bietet den Patienten die Chance auf eine anhaltende Krankheitsstabilisierung. Da der Inter-Studien-Vergleich sehr problematisch ist, müssen individuelle Kriterien (Remissionsdruck, Vortherapie, Toxizität, Patientenwunsch) zum Tragen kommen.

ab

Literaturhinweise:
(1) van Cutsem E et al., JCO 2012: 3499-3506.

Quelle: sanofi-Fachpressegespräch "Update Aflibercept: Aktuelle Therapiestrategien im klinischen Alltag", im Rahmen des DGHO, Hamburg, 13.10.2014
 
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