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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Oktober 2014

DGHO 2014: Deferasirox bei transfusionsbedingter Eisenüberladung erweist sich im klinischen Alltag als effektiv und gut verträglich

Aktuelle Interimsdaten der nicht-interventionellen Studie EXSEPT bestätigen die in klinischen Studien nachgewiesene Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox bei einem heterogenen Patientenkollektiv mit transfusionsbedingter Eisenüberladung (1). Die Interimsanalyse basiert auf der Auswertung von 294 polytransfundierten Patienten mit mittlerem Serumferritin-Spiegel von 2.284 ng/ml (1). Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung können von einem effektiven Therapie- und Dosismanagement mit Deferasirox profitieren.

Auf der diesjährigen Jahrestagung der DGHO wurden die aktuellen Ergebnisse einer explorativen Interimsanalyse der prospektiven, multizentrischen, nicht-interventionellen Studie EXSEPT vorgestellt. Die Studie untersucht im klinischen Alltag deutschlandweit die Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox (Exjade®) bei einem vielschichtigen Patientenkollektiv mit transfusionsbedingter Eisenüberladung. In die Interimsanalyse wurden die Daten von 192 polytransfundierten Patienten einbezogen, die zwischen August 2010 und November 2013 in 92 Praxen und Kliniken in Folge einer sekundären Eisenüberladung mit Deferasirox behandelt wurden. Bei Studienbeginn hatten die Patienten einen mittleren Serumferritin-Spiegel von 2.284 ng/ml. Deferasirox verringerte, basierend auf Patientendaten mit mindestens einer Nachsorgeuntersuchung zum Zeitpunkt der Datenerhebung, die Serumferritin-Werte im Mittel um 188 ng/ml bei guter Verträglichkeit (1). Aufgrund des frühen Erhebungszeitpunktes, spiegelt dieses Ergebnis vorwiegend Daten von Patienten wider, die sich erst am Anfang des zweijährigen Beobachtungszeitraumes befanden. Zusätzlich zeigte die Auswertung einer Subgruppenanalyse, in der ausschließlich Patienten (n=190) mit myelodysplastischem Syndrom (MDS) und transfusionsbedingter Eisenüberladung analysiert wurden, dass Deferasirox die Serumferritin-Werte im Mittel um 237 ng/ml reduzierte. "Diese Zwischenergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass die Eisenchelation mit Exjade® in der klinisch-praktischen Routine bei einer heterogenen Patientenpopulation ebenso effektiv ist wie unter kontrollierten Studienbedingungen", stellt Prof. Dr. W.-K. Hofmann, Mannheim, fest. Die großen, klinischen Studien EPIC, GIMEMA und US03 zeigten bereits unabhängig voneinander die Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox bei transfusionsbedingter Eisenüberladung.

Chronische Eisenüberladung - eine Folge häufiger Bluttransfusionen

Eine sekundäre Eisenüberladung ist eine potenziell lebensbedrohliche Folge wiederholter Bluttransfusionen bei Betroffenen mit Anämie. Patienten mit MDS sind besonders häufig betroffen, denn durch die Beeinträchtigung der Erythropoese entwickeln sie im Laufe der Erkrankung eine Anämie und benötigen daher regelmäßig Bluttransfusionen. Darüber hinaus haben auch polytransfundierte Patienten mit einer Anämie anderen Ursprungs ein erhöhtes Risiko hinsichtlich der Entwicklung einer Eisenüberladung. Mit jeder Transfusion werden ca. 500 mg Eisen (pro zwei Erythrozytenkonzentrat (EK)-Einheiten) zugeführt. Das ungebundene, überschüssige Eisen kann der Körper nicht aktiv eliminieren, so dass sich nach Erhalt von 20 EK-Einheiten eine prognostisch ungünstige chronische Eisenüberladung, definiert als Serumferritin-Wert ≥ 1000 ng/ml, ausbilden kann.

Der orale Eisenchelator Deferasirox bindet das ungebundene Plasmaeisen und verhindert somit die Bildung freier Sauerstoffradikale sowie die dadurch bedingten Schäden in Leber, Herz, endokrinen Organen und Knochenmark. Die Behandlung mit Deferasirox geht nachweislich mit einer Verbesserung der Hämatopoese und der Lebensqualität sowie mit einem verlängerten Gesamtüberleben einher.

Ergebnisse aus dem Praxisalltag bestätigen die klinisch nachgewiesene Wirksamkeit und Sicherheit von Exjade®

Im Rahmen der noch laufenden prospektiven, multizentrischen, nicht-interventionellen Studie EXSEPT werden die Praktikabilität, Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox bei Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung unter klinischen Bedingungen in Deutschland untersucht (1). Die Behandlung und Dosierung von Deferasirox erfolgt gemäß der Fachinformation. Die auf dem DGHO-Kongress vorgestellte Interimsanalyse basiert auf den Daten von 294 polytransfundierten Patienten (57% Männer), die sich bereits mindestens einer Nachuntersuchung unterzogen hatten. Das mittlere Alter der Patienten betrug 69 Jahre (2-93 Jahre). Zwei Drittel (66,7%) der Patienten waren zu Studienbeginn älter als 70 Jahre. MDS bildete mit 65% (n=190) die Hauptgruppe der Grunderkrankungen. Patienten mit myeloproliferativen Erkrankungen nahmen einen Anteil von 10% am Gesamtkollektiv ein (n=30). Bei 43 Patienten (15%) lagen andere Anämien vor. Die Erstdiagnose der jeweiligen Grunderkrankung lag im Mittel 3,3 Jahre und der Beginn der Bluttransfusionen 1,9 Jahre zurück.

Die Deferasirox-Startdosis betrug im Mittel 16 mg/kg (1). In 39% der Fälle (n=114) wählten die behandelnden Ärzte eine Startdosis zwischen 20 und ≤ 25 mg/kg und bei 35% aller Dosisanpassungen erfolgte dies im Rahmen einer Dosiseskalationsstrategie. Bei 195 der Patienten (66%) waren im Verlauf der Studie keine Dosisanpassungen erforderlich. Im Rahmen eines optimalen Therapiemanagements wurde bei 18% der Patienten die Dosis aufgrund von Nebenwirkungen vorübergehend angepasst. Die vorgestellten Interimsergebnisse beziehen sich auf eine mediane Dauer einer Eisenchelationstherapie von 257 Tagen. In diesem Zeitraum haben 143 der 294 Patienten (49%) die Behandlung vorzeitig beendet. Die mittlere Kreatinin-Clearance lag zu Studienbeginn bei 89 ml/min. Nach einer Abnahme in den ersten Monaten stabilisierten sich die Kreatinin-Clearance-Werte im weiteren Verlauf. Die Eisenchelationstherapie wirkte sich auch günstig auf die Leberwerte aus: Im Vergleich zur Baseline verbesserten sich unter Deferasirox die Leberfunktionsparameter zum Zeitpunkt der letzten erhobenen Visite im Mittel um  8,6 U/l (ALT) und um -2,8 U/l (AST). Damit bestätigen die aktuellen Daten der Interimsanalyse bisherige Studienergebnisse, die in Verbindung mit einer Reduktion der Serumferritin-Werte einen signifikanten Rückgang der Lebertransaminasen-Werte ALT und AST gezeigt haben (p<0,01 vs. Baseline). Bei 78% der Patienten trat mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse waren gastrointestinale Beschwerden (15%) und Veränderungen der Nierenfunktion (Abnahme der renalen Clearance, 8%, und Anstieg des Kreatininspiegels im Blut, 7%) (1).

Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox mehrfach bestätigt

Die Effektivität des oralen Eisenchelators konnte durch klinische Studiendaten bei MDS, β-Thalassämie major und Sichelzellkrankheit gezeigt werden. Die prospektive, multizentrische EPIC-Studie - die bisher größte zur transfusionsbedingten Eisenüberladung - belegt die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Deferasirox bei polytransfundierten Patienten (n=1.744), davon 341 MDS-Patienten.

Effektives Dosismanagement für optimales Ansprechen von Deferasirox


Chronisch transfundierte MDS-Patienten mit Eisenüberladung können von Deferasirox profitieren, wenn die Chelation effektiv und kontinuierlich erfolgt. Deferasirox ist der einzige orale Eisenchelator, der über 24 Stunden wirksam ist. Die Substanz wird einmal täglich als Suspension eingenommen. Durch eine einschleichende Dosierung kann das Risiko für akute Nebenwirkungen gesenkt werden. Die empfohlene Initialdosis beträgt 20 mg/kg Körpergewicht. Bei einem Körpergewicht von beispielsweise 75 kg lässt sich die empfohlene Initialdosis mit drei Tabletten à 500 mg/Tag erreichen. Bei Patienten, die mehr als vier EK-Einheiten pro Monat erhalten, kann eine Dosissteigerung auf 30 mg/kg/Tag in Erwägung gezogen werden. Die Tagesdosis orientiert sich am Ausmaß der Eisenüberladung und sollte ein Maximum von 40 mg/kg/Tag nicht überschreiten. Einmal im Monat sollten die Serumferritin-Werte bestimmt werden. Besonders gut verträglich ist der orale Eisenchelator, wenn die Tabletten in stillem Wasser gelöst und am Abend vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Literaturhinweis:
(1) Schumann C et al.: Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox im klinischen Alltag bei Patienten mit einer transfusionsbedingten Eisenüberladung - Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie EXSEPT. Poster #652.

Quelle: Novartis
 
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