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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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21. Oktober 2012

DGHO 2012: Best Abstracts beschäftigen sich mit individualisierten Therapiekonzepten, Psychoonkologie und Stammzelltherapie

Die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie ist auch in diesem Jahr wieder ein wichtiges Forum der aktuellen klinisch-onkologischen Forschung. Aus knapp 600 eingereichten Abstracts wurden die fünf besten ausgewählt. Bei der Beurteilung der Abstracts durch führende Experten der Hämatologie und Onkologie standen die wissenschaftlich-methodische Qualität und die Relevanz für die Patienten im Vordergrund. "Dabei geht es natürlich um neue Therapiekonzepte, aber auch um die psychologische Situation unserer Patienten während und nach der stationären Therapie", betont Prof. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.

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Psychoonkologische Betreuungsangebote werden kaum genutzt

In einem Kooperationsprojekt mehrerer Münchener Tumorzentren mit dem Tumorregister München haben Dr. Anna Beraldi von der Medizinischen Klinik III der Universität München und Kollegen am Beispiel von 534 Patienten mit kolorektalem Karzinom in unterschiedlichen Stadien untersucht, in welchem Umfang Krebspatienten nach ihrer stationären Behandlung psychisch belastet sind. Erfragt wurde auch, wie groß der Wunsch nach professioneller Unterstützung ist und wie stark existierende Angebote in Anspruch genommen werden. Jeder vierte Patient in ambulanter Behandlung leidet demnach unter psychischer Belastung, 12,4% haben Angstgefühle und 14,8% eine Depression. Aber nur etwa jeder hundertste Patient machte von psychoonkologischen Hilfsangeboten Gebrauch. Ein wichtiges Problem ist mangelndes Wissen über existierende Angebote: 52% der Befragten konnten keine psychoonkologische Betreuungseinrichtung in ihrer Nähe nennen, obwohl bei 90% der Patienten eine solche Einrichtung im Umkreis von 20 Kilometern vorhanden war.

Autologe Stammzelltherapie verbessert Krankheitskontrolle beim T-NHL

Bei Patienten mit T-NHL wird in der Primärtherapie meist eine Chemotherapie nach dem CHOP-Schema oder verwandten Schemata eingesetzt. PD Dr. Reinhard Marks und Kollegen vom Kompetenzzentrum Leukämien und Präleukämien der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg haben den Effekt einer primären Dosissteigerung inklusive autologer Stammzelltransplantation (ASCT) bei insgesamt 113 Patienten mit unterschiedlichen T-NHL-Subtypen untersucht. Die Ergebnisse der retrospektiven Studie deuten darauf hin, dass diese intensive Therapie bei T-NHL-Patienten die Krankheitskontrolle verbessern kann. So kam es ohne ASCT bei 68,0% der Patienten mit PTCL- oder NOS-Subtyp zu einem Rezidiv, gegenüber nur 15% bei Patienten, die nach der Induktion eine ACST erhalten hatten. Allerdings zeigt die Analyse auch eine unterschiedliche Wertigkeit dieses therapeutischen Vorgehens in Abhängigkeit von den Lymphomuntergruppen mit 5-Jahres-Überlebensraten zwischen 62 und 45%. Zahlreiche Therapieversager innerhalb aller Gruppen legen nahe, dass die zum Teil unverstandene Lymphombiologie von ebenso großer Bedeutung für das langfristige Ansprechen ist wie die Intensität der Primärtherapie.

Allogene Stammzellen verbessern Remissionskontrolle bei NPM1+-AML

Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML), die ein mutiertes Nucleophosmin-1-Gen (NPM1+) aufweisen, haben eine vergleichsweise günstige Prognose. Dr. Christoph Röllig und Kollegen von der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Dresden haben anhand von 302 NPM1+-Patienten der SAL-AML-2003-Studie den Nutzen der allogenen Stammzelltransplantation in diesem Kollektiv untersucht. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Stammzelltransplantation im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Risiko eines Rückfalls noch einmal signifikant senken kann. Die Ergebnisse der Studie sind ein wichtiger Beitrag zur individualisierten Therapiestrategie bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie.

Längeres PFS bei fortgeschrittenem GIST durch Regorafenib

Der orale Multikinaseinhibitor Regorafenib hat in einer doppelblinden Phase III-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem gastrointestinalem Stromatumor (GIST) Überlegenheit gegenüber Placebo demonstriert. An der von PD Dr. Peter Reichardt von der Klinik für Innere Medizin III am Helios Klinikum Bad Saarow geleiteten GRID-Studie nahmen 199 Patienten mit metastasiertem und/oder nicht resektablem GIST teil, die zuvor sowohl auf Imatinib als auch auf Sunitinib nicht (mehr) angesprochen oder die entsprechenden Substanzen nicht vertragen hatten. Beim primären Endpunkt, dem progressionsfreien Überleben (PFS), zeigte sich mit 4,8 Monaten (Regorafenib) versus 0,9 Monaten (Placebo) ein signifikanter Vorteil für den Multikinasehemmer. Nach 3 beziehungsweise 6 Monaten waren im Regorafenib-Arm noch 60% beziehungsweise 38% der Patienten progressionsfrei (Placebo: 11%, 0%). Beim Gesamtüberleben gab es (bei einer Crossover-Rate von 85%) einen Trend zugunsten von Regorafenib.

Konsolidierung beim NSCLC optimiert Krankheitskontrolle

Patienten mit inoperablem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) erhalten meist eine simultane Radiochemotherapie. Zur Rolle der Konsolidierungstherapie gibt es widersprüchliche Daten. Die GILT-Studiengruppe um Prof. Rudolf M. Huber von der Klinik für Pneumologie der Universität München hat 279 Patienten im NSCLC Stadium III im Rahmen einer simultanen Radiochemotherapie mit Vinorelbin oral (NVBo) plus Cisplatin (P) behandelt. 201 Patienten (72%) wurden im Anschluss randomisiert zu Best Supportive Care oder einer Konsolidierungstherapie mit NVBo+P. Die Studie demonstriert einerseits die hohe Effektivität der simultanen Radiochemotherapie mit NVBo+P bei niedriger Toxizität (Ansprechrate: 55,6%, Krankheitskontrollrate: 78,5%). Zum anderen zeigt die Studie, dass eine zusätzliche Konsolidierung mit NVBo+P die Kontrollrate im Vergleich zu Best Supportive Care noch einmal signifikant steigert, ohne dass bisher allerdings das Gesamtüberleben verbessert wurde.

Quelle: DGHO
 
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