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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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25. September 2013

DFG fördert Forschung zu Östrogen-Rezeptoren beim Prostatakrebs

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zum fortgeschrittenen Prostatakarzinom mit 540.000 Euro über drei Jahre. Die Forschungsgruppe um Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Paul Thelen aus der Klinik für Urologie, Prof. Dr. rer. nat. Peter Burfeind vom Institut für Humangenetik, Dr. Felix Bremmer vom Institut für Pathologie und Prof. Dr. rer. nat. Hubertus Jarry (AG Experimentelle Endokrinologie), sucht in ihrem Projekt "Einfluss der Östrogenrezeptoren auf den malignen Verlauf des Prostatakarzinoms dargestellt in neuen Östrogenrezeptor-knock-out-TRAMP-Modellen" nach molekularen Therapieansätzen für das bisher unheilbare metastasierte Prostatakarzinom.

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"Die Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe stärken die uroonkologische Kompetenz an der UMG", sagt Prof. Dr. Lutz Trojan, Direktor der Klinik für Urologie. "Unser Ziel ist es, zukünftig bei der Diagnose  Prostatakarzinom vielfältige interdisziplinäre Therapiekonzepte anbieten zu können und dabei auf neueste Erkenntnisse der Forschung zurückzugreifen."

Hat der Prostatakrebs bereits Metastasen gebildet, wird er meistens medikamentös behandelt. Diese Therapie zielt vor allem darauf ab, die männlichen Wachstumshormone zu unterdrücken. Denn bei fast allen Patienten mit Prostatakarzinom wachsen die Tumorzellen hormonabhängig. Vor allem männliche Geschlechtshormone, so genannte Androgene wie das Testosteron, fördern das Tumorwachstum.
 

 
Abb.: Prostatakarzinomzelle mit Darstellung des Zellkerns (blau) und des β-Östrogenrezeptors (grün) vor und nach Behandlung mit potenziellen Wirkstoffen. Grafik: Dr. Mark Stettner


Bisher bekannt ist: Wird dem Prostatakrebs Testosteron entzogen, vermehrt er sich nicht mehr. Die Wirkung ist jedoch nur vorübergehend. Die bösartige Wucherung wird nicht auf Dauer gehemmt. Sie widersetzt sich dem Hormonentzug und es entstehen neue Tumorzellen, die für die gewählten Therapien unempfindlich sind. Der Grund dafür ist: Der Tumor wehrt sich gegen den Entzug mit einer Vielzahl an Ausweichmanövern und Resistenzmechanismen. Reagiert der Tumor auf keinerlei Therapie mehr, nennt man diesen ein kastrationsresistentes Prostatakarzinom.

Die Arbeitsgruppe aus Urologie, Humangenetik, Endokrinologie und Pathologie der UMG hat konkrete Vorstellungen von den molekularen Ausweichmanövern des Tumors. In vorangegangenen Forschungsprojekten haben sie einen Rezeptor für weibliche Hormone untersucht, der ein Gegenspieler für die bösartigen Androgen-Signale ist. Auch im männlichen Stoffwechsel und in der Prostata sind Östrogene vorhanden. Sie bremsen das Wachstum von Tumorzellen auf natürlichem Wege. Kommt es zu einer Tumorerkrankung der Prostata, werden diese Östrogen-Rezeptoren jedoch beseitigt. Dies geschieht schon in einem frühen Stadium der Erkrankung.

In laufenden Projekten untersucht die Arbeitsgruppe jetzt in Modellen der Tumorerkrankung, in welchen Stadien der Einsatz des Östrogen-Rezeptors dem Prostatakrebs vorbeugen kann. Außerdem wollen sie herausfinden, mit welchen östrogenartigen Wirkstoffen sich die bösartigen Signalwege von Androgenen beeinflussen lassen, ohne dass der Tumor Resistenzen gegen die Behandlung bilden kann.

"Die neuen, experimentellen Therapieansätze müssen nicht zwingend zu einer vollständigen Beseitigung des Tumors führen. Sie sollen aber bösartige Signalwege der Tumorzellen selektiv regulieren oder hinauszögern. Auf diesem Weg können die meisten Patienten mit Prostatakarzinom wertvolle Lebenszeit dazu gewinnen und sogar mit der Erkrankung ein normales Alter erreichen", sagt PD Dr. rer. nat. Paul Thelen. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung für Männer in Deutschland. Jedes Jahr gibt es 60.000 Neuerkrankungen. Wird der Krebs frühzeitig erkannt und ist nur auf die Prostata begrenzt, ist er meistens heilbar. Der Tumor wird entweder mit Hilfe einer Strahlentherapie behandelt oder operativ entfernt.

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen
 
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