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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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16. November 2016

Curt Meyer-Gedächtnispreis für Arbeit über adoptive T-Zelltherapie

Die Berliner Krebsgesellschaft hat den Curt Meyer-Gedächtnispreis 2016 für exzellente Krebsforschung verliehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an Dr. Matthias Leisegang für seine Arbeiten zur adoptiven T-Zelltherapie. "Matthias Leisegang konnte am Tiermodell zeigen, dass therapeutische T-Zellen auf eine individuell ausgewählte Mutation ausgerichtet werden und mit einer enormen Treffsicherheit den Tumor zersetzen können“, begründet Vorstandsmitglied Prof. Dr. Clemens A. Schmitt in seiner Laudatio. "Die neuartige Technologie der Gentherapie mit T-Zellrezeptoren ist weltweit führend und für den Forschungsstandort Berlin ein enormer Gewinn. Diese Leistung wollen wir mit dem Curt Meyer-Gedächtnispreis würdigen", so Schmitt. Leisegangs Ergebnisse waren 2016 in den Fachmagazinen "The Journal of Clinical Investigation“ und "Clinical Cancer Research“ erschienen und hatten in der Fachwelt große Anerkennung gefunden.
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Schon in seiner Diplom- und Doktorarbeit hat Matthias Leisegang nach Wegen zur Bekämpfung von Krebs mit Hilfe des Immunsystems gesucht. Seit 2005 beschäftigt er sich mit T-Zellen. Ihre Fähigkeit, unter Milliarden von Molekülen mithilfe eines T-Zellrezeptors diejenigen zu identifizieren, die von Krankheitserregern und potenziell auch von Tumoren stammen, machen T-Zellen für die Krebsforschung so interessant. Gemeinsam mit Wissenschaftlern wie den Professoren Wolfgang Uckert und Thomas Blankenstein vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin verfolgt Leisegang deshalb die Idee, T-Zellen gezielt auf Krebszellen auszurichten und ihr Potenzial für die Zerstörung von Tumoren zu nutzen. Mit dieser Methode, wollen die Forscher Krebs zielsicher und mit geringen Nebenwirkungen besiegen. Dafür muss jedoch garantiert sein, dass die hierbei eingesetzten modifizierten T-Zellen auch wirklich nur Krebszellen attackieren, gesundes Gewebe aber verschonen.
 
Matthias Leisegang und der Tumorimmunologe Prof. Dr. Hans Schreiber arbeiten seit über zwei Jahren an der Lösung dieses Problems. Dabei verfolgen sie den Ansatz, T-Zellen ausschließlich und gezielt auf mutierte Proteine in Krebszellen auszurichten. Sie stützen sich hierbei auf dem von Schreiber 1995 erbrachten Nachweis darüber, dass somatische Mutationen einzigartige Antigene produzieren, die nur in Tumoren zu finden sind. Aus dieser Erkenntnis folgerten die Forscher, dass Mutationsantigene auch potenziell gute Zielstrukturen für eine Therapie mit genetisch modifizierten T-Zellen abgeben würden. Den Beweis darüber erbrachte Matthias Leisegang 2015. Er unternahm erstmals den Versuch, menschliche Mutationen in einem Tiermodell als Angriffsziel anzusteuern.
 
Zu diesem Zweck züchtete Leisegang und seine Kollegen ein Mausmodell, das an entscheidenden Stellen menschliche Moleküle für die Antigenerkennung trägt. "Wir wollten menschliche Antigene und T-Zellrezeptoren unter realen klinischen Bedingungen testen. Das ist der Grund dafür, dass alle zellulären Komponenten in unserem Tiermodell von der Maus stammen, während die Moleküle, die an der Antigenerkennung beteiligt sind, vom Menschen abgeleitet wurden,“ erklärte Leisegang die Besonderheit des Tiermodells. Ziel des Tierversuches war es, zwei Mutationsantigene auf ihre Eignung als Angriffsziele für T-Zellen zu überprüfen. Hierfür stellte Leisegang Tumorzellen her, die je eines der beiden Mutationsantigene auf der Zelloberfläche zeigten. Diese Veränderungen im Erbgut waren zuvor bei menschlichem Hautkrebs identifiziert worden. In die Maus eingebracht, zeigte sich, dass eine der beiden Mutationen ein gutes Angriffsziel darstellte: Tumoren, die das entsprechende Antigen auf der Oberfläche präsentierten, wurden zerstört, während die andere Mutation unerkannt blieb, und die Tumoren weiter wuchsen.
 
"Der Versuch zeigt uns, dass eine Krebsmutation ein geeignetes Angriffsziel für die T-Zelltherapie sein kann. Eine einzige Veränderung im genetischen Erbgut kann zur Achillesferse eines Tumors werden, wenn wir es schaffen, diese Erbgutänderung zu identifizieren und T-Zellen auf sie auszurichten. Allerdings eignet sich nicht jede Mutation für einen gezielten Angriff, das wissen wir nun auch. Es bleibt daher nach wie vor eine zentrale Aufgabe, gute Angriffsziele zu identifizieren," erörterte Leisegang das Ergebnis. Bisher kann nur eine Analyse im Mausmodell darüber Aufschluss geben, ob ein Antigen als Ziel für T-Zellen geeignet ist. In diesem Verfahren sieht Leisegang derzeit die überzeugendste Methode, um das Ergebnis einer klinischen Anwendung vorauszusagen. Zeitgleich arbeitet er an Testverfahren, die es ermöglichen sollen, die zeitintensiven Tierexperimente durch aussagekräftige Versuche in der Zellkulturschale zu ersetzen.

Der Preisträger Dr. Matthias Leisegang hat an der Humboldt Universität zu Berlin Biologie studiert. Dort promovierte er 2011 mit einer Arbeit zur "Herstellung und Spezifität von T-Zellrezeptor-modifizierten T-Zellen“. Nach dreijähriger Forschungstätigkeit am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin wechselte er an die Charité in die Arbeitsgruppe des deutsch-amerikanischen Tumorimmunologen Hans Schreiber, der als Einstein Visiting Fellow diese Arbeitsgruppe leitet. Sie besteht seit 2014. Zusammen mit ihm arbeitet Leisegang derzeit an weiteren Modellen, um die klinische Anwendung der mutationsspezifischen T-Zelltherapie vorzubereiten.
Berliner Krebsgesellschaft e.V.
 
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