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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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30. Juli 2014

Chronische myeloische Leukämie: Chance auf therapiefreies Leben

Erhalten Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) den Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Nilotinib, kommt es zu einem schnellen und tiefen molekularen Ansprechen. Wie aktuelle Updates der einschlägigen Studien bestätigen, wird dadurch das Outcome verbessert und das Gesamtüberleben verlängert. Zudem steigen die Aussichten auf ein Leben ohne weitere Behandlung.

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Je früher die CML-Patienten von Imatinib auf Nilotinib (Tasigna®) umgestellt werden, desto häufiger ist ein signifikant tieferes molekulares Ansprechen zu realisieren. Neuerdings wird nicht mehr von der kompletten molekularen Remission (CMR) gesprochen, sondern von den molekularen Remissionen (MR), die auf der logarithmischen Reduktion der BCR-ABL-Transkripte um 4 log-Stufen (MR4) oder 4,5 log-Stufen (MR4,5) basieren. Die im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) erstellte Onkopedia-Leitlinie rät dazu, den MR-Wert alle drei Monate zu bestimmen. So lässt sich sicher erkennen, ob unter einer laufenden Medikation eine tiefere molekulare Remission erreicht wird.

Günstiger Einfluss auf Progression und Mortalität

Von Nilotinib ist bekannt, dass sein schnelles und tiefes molekulares Ansprechen signifikant stärker ausgeprägt ist als jenes von Imatinib. So zeigte die ENESTnd-Studie (Evaluating Nilotinib Efficacy and Safety in clinical Trials - newly diagnosed patients) bei 54% bzw. 52% der Patienten, die täglich 600 mg bzw. 800 mg Nilotinib erhalten hatten, eine MR4,5. Unter täglich 400 mg Imatinib erreichten lediglich 31% diesen Status. Die Überlegenheit von Nilotinib manifestierte sich unabhängig von der Sokal-Risikogruppe. Zudem reduzierte Nilotinib die Progressionsrate der CML

Ferner belegt das Update der ENESTnd-Studie nach fünf Jahren einen signifikanten Rückgang der CML-bedingten Todesfälle, und zwar auf weniger als die Hälfte gegenüber Imatinib unter täglich 600 mg Nilotinib und auf nur noch ein Viertel unter täglich 800 mg Nilotinib. "Dass nach fünf Jahren die Hälfte der Nilotinib-Patienten eine MR4,5 aufwies, ist ein exzellentes Ergebnis", kommentierte Prof. Oliver G. Ottmann, Frankfurt am Main. Die tiefere molekulare Remission macht sich also klinisch in Form einer geringeren Progression und Mortalität bezahlt. Das gilt für die Erstlinientherapie mit Nilotinib ebenso wie für die Umstellung von Imatinib auf Nilotinib.

Patienten profitieren von früher Umstellung auf Nilotinib

Je früher ein CML-Patient von Imatinib auf Nilotinib umgestellt wird, desto größer ist der therapeutische Gewinn. Den Beweis dafür lieferte die ENESTcmr-Studie (cmr steht für complete molecular response). Teilnehmer waren Patienten, bei denen sich unter 24-monatiger Imatinib-Medikation eine komplette zytogenetische Remission eingestellt hatte, berichtete Ottmann. Es konnten allerdings noch BCR-ABL-Transkripte nachgewiesen werden.

Das Update über drei Jahre spricht für sich: Während in der Nilotinib-Gruppe mit 47% knapp die Hälfte eine MR4,5 erreichte, war es in der Imatinib-Gruppe nur exakt ein Drittel. 24% der Studienteilnehmer stammten aus dem ursprünglichen Imatinib-Arm. Bei 9% hatte man ein Crossover auf Nilotinib vorgenommen. Ein weiterer handfester Vorteil von Nilotinib liegt darin, dass damit das tiefe molekulare Ansprechen mehr als ein Jahr früher erzielt wird als mit Imatinib. Ottmanns Resümee: "Die mittlerweile in vielen Studien bewiesene überlegene Wirksamkeit von Nilotinib versus Imatinib legt nahe, dass wir mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor der zweiten Generation eine neue Stufe in der CML-Therapie erreicht haben."

Außer auf das optimale therapeutische Management richtet sich der Fokus der Hämato-Onkologen verstärkt auf das Absetzen der Behandlung, was nach Ansicht von Dr. Frank Stegelmann, Ulm, als "großer Vorteil" anzusehen ist. Auf der gesicherten Erkenntnis, dass Nilotinib eine schnellere und tiefere molekulare Remission bewirkt als Imatinib, basiert die Hoffnung, dass ein nicht unerheblicher Teil der CML-Patienten nach Absolvieren einer Absetzstudie ein therapiefreies Leben führen kann.

Derzeit wird hierzulande in vier noch laufenden Absetzstudien überprüft, ob die Patienten nach einer mindestens zweijährigen Nilotinib-Medikation und dem Erreichen einer stabilen MR4 oder MR4,5 auch nach Abschluss der Behandlung weiterhin im Zustand einer molekularen Remission verbleiben, so Stegelmann. Er plädierte dafür, Nilotinib ausschließlich im Rahmen kontrollierter klinischer Studien abzusetzen. Wie es um die Chance auf ein definitives Leben ohne Nilotinib bestellt ist, wird derzeit in insgesamt acht Absetzstudien unter die Lupe genommen.    
kbf                                                                                            

 

Quelle: Pressegespräch "MPN-Therapie am Puls der Zeit: Post-ASCO/EHA-Update zu Tasigna® & Jakavi®", Frankfurt am Main, 23. Juli 2014; Veranstalter: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
 
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