Sonntag, 20. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
16. April 2012

Chemotherapie statt Stammzelltransplantation - Studie zur Therapie von Hochrisiko-Leukämie

Die größte internationale Untersuchung bei Kindern und Jugendlichen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) zeigt, dass einige der als besonders kritisch beurteilten Patientinnen und Patienten auch ohne Blutstammzelltransplantation gute Heilungschancen haben. Das renommierte „New England Journal of Medicine“ hat die Ergebnisse der Studie in der aktuellen Ausgabe (12. April 2012) veröffentlicht. An der Untersuchung waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 14 Studiengruppen in Europa, Japan und den USA beteiligt. Gefördert wurde das Projekt unter anderem durch die Deutsche Krebshilfe.
Die weltweit größte Studie dieser Art wurde von Professor Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie des Universitätsklinikum Schleswig Holstein (UKSH) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), koordiniert. Sie konzentriert sich auf die besonders kritische Gruppe von Leukämie-Erkrankten, deren Prognose bislang als grundsätzlich ungünstig eingeschätzt wurde. In der Studie kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass eine Blutstammzelltransplantation (meist Knochenmarktransplantation) nicht notwendigerweise die beste Behandlungsoption für ALL-Erkrankte ist, die auf eine intensive vier- bis sechswöchige Anfangstherapie nicht angesprochen haben.

Analysiert wurden die Daten von 44.017 Patientinnen und Patienten mit ALL im Alter bis 17 Jahre, deren Leukämie zwischen 1985 und 2000 diagnostiziert wurde. 1.041 davon sprachen nicht auf die Anfangstherapie an und bildeten die Zielgruppe der Studie. Alle Erkrankten wurden von einer der 14 kooperativen Studiengruppen in Europa, Asien und den USA betreut. Auch Patientinnen und Patienten des UKSH nahmen an der Studie teil. „Diese Studie zeigt die große Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit für die Optimierung der medizinischen Behandlung dieser Patienten“, sagt Schrappe, Erstautor der Studie.

Die aufwändige Analyse der Studiendaten aus Europa, Japan und den USA offenbart, wie unterschiedlich die Heilungsperspektiven der ALL-Patientinnen und -Patienten bisher sind: Die Überlebenschancen schwanken in Abhängigkeit bestimmter Charakteristika zwischen 15 und etwa 70 Prozent. Ganz neu war die Erkenntnis, dass etwa ein Viertel aller Erkrankten mit „anfänglichem Therapieversagen“ eine zehnjährige Überlebensrate von 72 Prozent allein mit Chemotherapie erreichen kann. Das war deutlich günstiger, als wenn die Blutstammzelltransplantation zum Einsatz kam. Diese Patientinnen und Patienten waren jünger als sechs Jahre und hatten keine prognostisch ungünstigen, zusätzlichen genetischen Marker. Sie zählen zu den 85 Prozent jener Kinder mit einer so genannten B-Zelllinien-ALL, deren Krebs in den noch unreifen weißen Blutkörperchen beginnt. (Diese sind dafür vorgesehen, reife B-Zellen zu werden.)

„Es passiert sehr selten, nur in etwa zwei bis drei Prozent aller Fälle, dass Kinder mit ALL nicht auf die Anfangstherapie ansprechen. Bisher bedeutete dies, dass die Prognose für den weiteren Verlauf der Krankheit schlecht war und die langfristigen Überlebenschancen des Patienten nur bei etwa 30 Prozent lagen – also im Durchschnitt fast dreimal schlechter als bei anderen Kindern mit ALL. Deshalb haben diese Patienten bislang nach Möglichkeit immer eine Blutstammzelltransplantation erhalten“, sagt Martin Schrappe. „Die Studienergebnisse zeigen uns nun, dass eine Transplantation nicht – wie bisher angenommen – immer die beste Behandlungsmöglichkeit für diese Patientengruppe ist.“

Die Studienergebnisse belegen außerdem, dass die Transplantation von blutbildenden Stammzellen für andere ALL-Betroffene, die nicht auf die Ersttherapie ansprechen, weiterhin die beste Behandlungsform ist. Darunter sind vor allem jene Patientinnen und Patienten, deren Leukämie ihren Ursprung in einer anderen Gruppe der weißen Blutkörperchen, den so genannten T-Zellen, hat. Aber auch für ältere Kinder, oder solche, die zusätzlich besondere genetische Merkmale aufweisen, bleibt die Stammzellentherapie die beste Option.

Die Klinik für Allgemeine Pädiatrie des UKSH und der CAU beheimatet seit 2005 die Studienzentrale der größten deutschen Leukämiestudiengruppe, der ALL-BFM-Gruppe. Die Studienzentrale ist als Referenzzentrum für die Diagnostik, Behandlung und Beratung bei akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) anerkannt. Die aktuelle Studie AIEOP BFM 2009 (gestartet 1. Juni 2010) dient der weiteren Erforschung und besseren Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ALL.
Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017