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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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07. April 2016

Cetuximab seit 10 Jahren Standard in der Erstlinie für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren

Anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2016 in Berlin diskutierten Experten bei einem Symposium von Merck über „10 Jahre zielgerichtete Therapie bei Kopf-Hals-Tumoren – Bedeutung und Erfahrung aus der Klinik“. Im Rahmen der Veranstaltung berichtete Prof. Dr. Jens Klußmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Gießen, von einer Zunahme der Inzidenz von Oropharynxkarzinomen (1).

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Zunahme HPV-getriebener Tumoren

„Wir gehen davon aus, dass es sich im Oropharynx überwiegend um eine eigene Tumorentität handelt, die auf Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV) zurückzuführen ist“, so Klußmann (1, 2). Patienten mit HPV-positiven Tumoren seien im Vergleich zu Patienten mit HPV-negativen Karzinomen zumeist jünger, seltener Raucher, befänden sich in einem besseren Allgemeinzustand, wiesen häufiger Risikofaktoren im Sexualverhalten auf und hätten eine bessere Prognose.
 

Abb. 1: Verlängerung des mOS durch Radiotherapie + Cetuximab

Abb. 1: Verlängerung des mOS durch Radiotherapie + Cetuximab


Therapieerfolg unabhängig vom HPV-Status

Dass auch Patienten mit lokal fortgeschrittenen HPV-positiven Tumoren von einer Radioimmuntherapie mit Cetuximab profitieren, konnte unlängst eine retrospektive Analyse (3) der Daten aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie von Bonner et al. belegen (4). Zur Bestimmung des HPV-Status der Patienten wurde p16 als Surrogatmarker genutzt. Die Zugabe von Cetuximab zur Radiotherapie verbesserte sowohl bei p16-positiven als auch bei p16-negativen Patienten die lokoregionäre Kontrolle, das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben. Eine ähnliche retrospektive Analyse (5) wurde auf Basis der Daten aus der EXTREME-Studie (6) vorgenommen, der Phase-III-Studie, die Cetuximab in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie als Behandlungsstandard bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen etablierte (7). „Diese Analyse konnte nachweisen, dass Patienten unabhängig von ihrem p16-Status durch die Hinzunahme von Cetuximab zur platinbasierten Chemotherapie profitieren, und dass die p16-Expression als prognostischer Faktor angesehen werden kann“, ergänzte der HNO-Arzt.

Radioimmuntherapie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren

Fortschritte in der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren haben sich laut Prof. Dr. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim, in den letzten Jahren durch kontinuierliche Verbesserungen der radioonkologischen Techniken ergeben. „Es gelingt uns heute immer besser, wichtige anatomische Strukturen wie die Parotiden oder die pharyngealen Konstriktormuskelgruppen zu schonen“, so der Radioonkologe. Bei Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung sei allerdings eine zusätzliche Chemotherapie unverzichtbar. „In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass die simultane Radiochemotherapie der sequenziellen Anwendung überlegen ist“, so Wenz. Allerdings müsse man mit Augenmaß an die Therapie herangehen, was die Intensität angeht: „Wenn man über das Ziel hinausschießt, werden die Behandlungsergebnisse schlechter und die Toxizität höher“, machte Wenz deutlich. Aufgrund der Nebenwirkungen sei es dann oft nicht möglich, die Therapie in der eigentlich geplanten Dosis zu applizieren, wodurch sich die Prognose der Betroffenen verschlechtere (8).

Eine gute und deutlich verträglichere Alternative zur simultanen Radiochemotherapie sei die Radiotherapie in Kombination mit Cetuximab. In der Zulassungsstudie hatte sich die lokoregionäre Tumorkontrolle von median 14,9 Monaten bei alleiniger Strahlentherapie um fast 10 Monate auf 24,4 Monate unter der zielgerichteten Therapie mit Cetuximab verlängert (4). Auch das Gesamtüberleben verlängerte sich durch die Kombinationstherapie signifikant (49,0 vs. 29,3 Monate; p=0,03), ohne dass sich die Hinzunahme von Cetuximab negativ auf die Lebensqualität oder die behandlungsassoziierte Toxizität der Patienten ausgewirkt hätte. „Die Radioimmuntherapie kann für bestimmte Patienten die Chance erhöhen, die ursprünglich geplante Zieldosis der Therapie tatsächlich zu erreichen“, resümierte Wenz. Cetuximab in Kombination mit einer  Strahlentherapie stellt somit auch eine geeignete Therapieoption für Patienten mit vergleichsweise schlechter ECOG-Performance dar.

Erhaltungstherapie bringt das Plus an Lebenszeit

Im Zusammenhang mit der Erstlinientherapie in der palliativen Situation stellte Prof. Dr. Ulrich Keilholz, Kommissarischer Direktor des Charité Comprehensive Cancer Center, Berlin, abschließend fest, dass die Behandlung mit Cetuximab idealerweise bis zur Progression der Erkrankung fortgeführt werden sollte, um eine maximale Anti-Tumor-Aktivität zu erreichen. „Der signifikante Überlebensvorteil, der signifikante Vorteil im Therapieansprechen und im progressionsfreien Überleben, die in der EXTREME-Studie festgestellt werden konnten, verdanken sich dieser Erhaltungstherapie“, betonte der Onkologe (6).

Zurzeit werden in Studien weitere Chemotherapie-Backbones getestet, die die Verträglichkeit der Therapie und ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität optimieren sollen. Unter anderem wird in der multinationalen Phase-II-Studie TPExtreme randomisiert das Regime Docetaxel, Platin, Cetuximab im Vergleich zu dem Regime der EXTREME-Studie (Platin, 5-Fluorouracil, Cetuximab) getestet.

Merck
Literatur:

(1) Gillison ML et al., J Clin Oncol 2015; 33: 3235-3242
(2) Ndiaye C et al., Lancet Oncol 2014; 15: 1319-1331
(3) Rosenthal DI et al., J Clin Oncol 2015; Epub ahead of print
(4) Bonner JA et al., N Engl J Med 2006; 354: 567-578
(5) Psyrri A et al., 2012, Ann Oncol 23 (Suppl 9): ix334-ix347: Abstract #10180
(6) Vermorken JB et al., N Engl J Med 2008; 359: 1116-1127
(7) Grégoire V et al., Ann Oncol 2010; 21 (Suppl 5): v184-v186
(8) Espeli et al., Oral Oncology 2012; 48 (3): 266-71

 
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