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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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21. Januar 2014

CLL-Forschungsprojekt: Behandlungserfolg mittels Epigenetik vorhersagen

Wissenschaftler um den Ulmer Krebsforscher Dr. Daniel Mertens wollen für Leukämiepatienten eine neue Diagnosemethode entwickeln. Ziel ist, genauer voraus zu sagen, ob bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) eine Standardbehandlung helfen wird oder sofort eine alternative Therapie gewählt werden muss. Damit ließen sich erfolglose Behandlungen von vorneherein vermeiden. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. fördert die Arbeit an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III für die kommenden drei Jahre mit rund 150.000 Euro.

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José Carreras Leukämie-Stiftung fördert Ulmer Forschungsprojekt

Die Chronische Lymphatische Leukämie ist die häufigste Blutkrebsart in der westlichen Welt. Einem großen Teil der Betroffenen können inzwischen standardisierte Therapien helfen, bei rund 10% bleiben diese aber erfolglos. "Wüsste man von Anfang an, welchen Patienten die gängigen Therapien nicht helfen, könnte man ihnen direkt andere innovative Behandlungsmöglichkeiten anbieten und ihnen so Nebenwirkungen und wenig Erfolg versprechende Therapien ersparen", erläutert Dr. Daniel Mertens. Dazu will er mit seinem Team beitragen.

Die Wissenschaftler nutzen dafür die "Verpackung" des Erbguts der Krebszellen. Diese Verpackung, ein hochkomplexes Netz von Strukturabwandlungen der Erbinformation selbst und der mit ihr verbunden Eiweiße, erzählt wie ein Tagebuch sehr viel über die Leukämiezelle. Daraus lassen sich wiederum Aussagen über mögliche Reaktionen auf bestimmte Therapien ableiten. "Die Kunst besteht darin, dieses Tagebuch richtig zu lesen. Dafür gibt es erst jetzt die nötigen technischen Möglichkeiten. Wir können nun kleinste Veränderungen an fast einer halben Million Positionen in der gesamten Erbinformation auswerten", so Mertens.

Bisher nutzt man bereits das Erbgut selbst, um die Wirkung von Krebstherapien vorherzusagen. "Die Verpackung des Erbguts, die so genannte Epigenetik, ist aber viel variabler und deshalb aussagekräftiger. Die neuen Methoden, mit der wir die Informationen aus der Verpackung lesen, sind inzwischen wenig störanfällig und sehr robust", erläutert der Krebsforscher, der in seinem Projekt mit Prof. Dr. Christoph Plass, dem Leiter der Abteilung für Epigenomik und Krebsrisikofaktoren am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, zusammenarbeitet.

Für seine Forschung nutzt Dr. Mertens in Kooperation mit Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Geschäftsführender Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, Gewebeproben der in ihrer Aussagekraft international renommierten Biobank für Leukämien an dieser Klinik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hartmut Döhner): Um die Entwicklung neuer Krebsdiagnostik und -therapien zu unterstützen, haben viele Patienten einer streng anonymisierten Nutzung von Tumorgewebeproben zugestimmt. Dr. Mertens ist optimistisch, dass seine Forschung in einigen Jahren den Schritt in die klinische Anwendung und damit zu den Leukämiepatienten schafft. Bei Metastasen unbekannter Herkunft und bei kindlichen Kopftumoren werden die neuen epigenetischen Diagnosemöglichkeiten bereits in Studien eingesetzt.

"Die Forschungsarbeit von Dr. Mertens ist ein Beispiel für ein in eine gute Kooperation eingebettetes Projekt und die Bedeutung von Biodatenbanken", so Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung. "Ein grundsätzliches wichtiges Thema und Anliegen der aus Spenden finanzierten José Carreras Leukämie-Stiftung ist es, Therapien grundsätzlich für den Patienten nebenwirkungsärmer zu gestalten oder - wie im Projekt von Dr. Mertens - Verfahren zu entwickeln, die es erlauben, bereits frühzeitig zu erkennen, dass eine bestimmte Therapieform gegebenenfalls keine Option darstellt."

Abb.: In 24 DNA-Proben von Leukämiepatienten (Spalten) wurden an 10.000 Positionen im Genom (Reihen) unterschiedlich starke epigenetische Verpackung gemessen (Zahlenwerte repräsentiert durch rote und blaue Färbung). Ein Vergleich zeigt deutliche Unterschiede zwischen Patienten mit besserer Prognose (linke Proben) und Patienten mit schlechterer Prognose (rechte neun Proben). Fotos: UK Ulm


Quelle: Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.
 
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