Mittwoch, 23. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
24. September 2014

CDI-Therapie bei Krebspatienten: Fidaxomicin kostengünstiger als Standardbehandlung

Clostridium difficile-Infektionen (CDI) verursachen in der EU Kosten von schätzungsweise 3 Milliarden € pro Jahr, und für die nächsten vier Jahrzehnte wird nahezu mit einer Verdopplung gerechnet (1). Neue, auf der 54. Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC 2014) präsentierte Daten zeigen, dass die Behandlungskosten für Krebspatienten mit Clostridium difficile-Infektion (CDI), auf der Basis einer Entscheidungsbaum-Analyse, mit Fidaxomicin geringer sind als beim derzeitigen Therapiestandard Vancomycin, woraus sich eine potenzielle Kosteneinsparung von 5.600 € pro Patient ergibt (2).

Anzeige:
 
 

Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, und solche mit soliden Tumoren sind besonders gefährdet, eine CDI zu erleiden. Gründe hierfür sind lange Krankenhausaufenthalte und die Folgen häufiger Antibiotikaeinnahmen sowie chemotherapeutischer Wirkstoffe (3). Diese Patienten haben auch ein höheres Risiko für wiederkehrende CDI-Episoden (Rezidive) (4).

Das in der Studie verwendete pharmakoökonomische Modell kombinierte Daten aus einer Studie zur Therapie von CDI bei Krebspatienten, die entweder mit Fidaxomicin oder Vancomcyin behandelt wurden (2,4) und einer kürzlich an der Universitätsklinik Köln vorgenommenen Untersuchung der Krankheitskosten von CDI (2,5). Dabei wurden die direkten Kostenparameter wie Medikamentenkosten, Behandlungen auf der normalen oder Intensivstation sowie die mikrobiologische Diagnostik für Clostridium difficile berücksichtigt (2). Die durchschnittlichen Behandlungskosten für mit Fidaxomicin bzw. Vancomycin behandelte Patienten lagen bei 22.200€ bzw. 27.800€ (2). Die niedrigeren Kosten für Fidaxomicin beruhen hauptsächlich auf den erheblich geringeren Rezidivraten bei den mit Fidaxomicin behandelten Patienten verglichen mit denen, die Vancomycin erhielten (2,4).

"Vor allem Krebspatienten sind aufgrund ihres geschwächten Immunsystems besonders gefährdet, eine CDI zu erleiden. CDI kann für Patienten, die bereits unter schweren Erkrankungen leiden, eine starke zusätzliche Belastung sein. Nachdem wir bereits die erheblich geringeren CDI-Rezidivraten von Fidaxomicin gesehen haben, können wir uns nun auch über seine deutliche Kosteneffizienz freuen", sagte Sebastian Heimann, Gesundheitsökonom an der Universitätsklinik Köln und Leiter der Studie. Die Kosteneffizienz von Fidaxomicin wurde auch in einer ersten Studie ihrer Art bestätigt, die kürzlich am St George's Hospital in London durchgeführt wurde (6). Im Rahmen dieser Studie wurden die Erfahrungen bei der Verwendung von Fidaxomicin als First-Line-Therapie über den Zeitraum eines Jahres bei Erwachsenen mit bestätigter CDI ausgewertet, diese umfasste auch Populationen, die noch nicht in randomisierten kontrollierten Phase-III-Erprobungen untersucht worden waren (6,7). Die Behandlung mit Fidaxomicin führte zu einer Reduktion der Rezidivraten bei CDI-Patienten und einer Kostenersparnis von 48.000 £ innerhalb eines Jahres für den National Health Service (NHS) gegenüber der Standardtherapie mit Vancomycin oder Metronidazol (8).

Andere auf der ICAAC präsentierte Daten beschäftigten sich mit der CDI-Belastung aus der Sicht des Arztes und den negativen Gesundheitsauswirkungen wiederholter Infektionen (9). Nahezu alle der 1.567 befragten Vertreter des Gesundheitswesens bestätigten, dass ein CDI-Rezidiv eine mittlere bis starke Wirkung auf die Gesundheit der Patienten hat, insbesondere bei jenen mit geschwächtem Immunsystem und solchen mit schwerer Grunderkrankung (9). Dennoch berücksichtigt eine Mehrheit (60%) diese Wirkung sehr häufig nicht bei Behandlungsentscheidungen (9). Zudem fordern nur 26% der Befragten immer einen Labortest für Patienten an, die unter unerklärlichen Diarrhöen leiden, die nicht auf den Grundzustand oder die Behandlung zurückzuführen sind (9), obwohl epidemiologische Daten einen Anstieg von CDI in Europa vermuten lassen (10). Interessanterweise glauben die Ärzte, dass 25% der klinisch signifikanten CDI-Fälle in Krankenhäusern nicht diagnostiziert werden, eine Zahl, die außerhalb von Krankenhäusern auf bis zu 45% steigt (9).

Dies bestätigt eine kürzlich durchgeführte epidemiologische Studie, die gezeigt hat, dass in Europa jährlich möglicherweise bis zu 39.000 CDI-Fälle nicht erkannt werden (10). "Es gibt eine wachsende Evidenzlage für die zunehmende Prävalenz von CDI in Europa, aber nach wie vor einen signifikanten Mangel an klinischem Bewusstsein und standardisierten Labortests, so dass Fälle übersehen werden", kommentierte Prof. Dr. Oliver A. Cornely von der Universitätsklinik Köln. "CDI ist eine große ökonomische und gesellschaftliche Belastung und verursacht zusätzliches unnötiges Leid bei bereits kranken Patienten, weshalb deutlich mehr getan werden muss, um die Patientenversorgung und das Management von CDI zu verbessern."

Literaturhinweise:
(1) Kuijper EJ et al. Clin Microbiol Infect. 2006;12:2-18.
(2) Heimann SM et al. Pharmacoeconomical Decision-Tree Analysis of Clostridium difficile-associated Diarrhea in Patients with Cancer Treated with Fidaxomicin or Vancomycin. Präsentiert auf der ICAAC 2014
(3) Chopra T, et al. Expert Rev Anti Infect Ther. 2010;8(10):1113-9
(4) Cornely OA et al. J Clin Oncol 2013;31: 2493-9
(5) Heimann SM et al. Clostridium Difficile Associated Diarrhea: A Comprehensive Cost-of-Illness Analysis of Inpatient Cases. PO789 präsentiert beim ECCMID 2014 6 Planche T et al. Cost-effectiveness of fidaxomicin as first-line-treatment for Clostridium difficile infection. O256 vorgestellt beim ECCMID 2014
(7) Cornely OA et al. Lancet Infect Diseases. 2012:12;281-9
(8) Astellas Data on File DIF14036UK
(9) Bradshaw D. et al. Physician perceptions of the burden of Clostridium difficile infection in Europe and the impact of recurrence. Präsentation auf der ICAAC 2014.
(10) Davies KA et al. Zweiter Bericht aus der europäischen multizentrischen, prospektiven zweijährigen Punkt-Prävalenzstudie zu Clostridium difficile-Infektionen bei Krankenhauspatienten mit Durchfall (EUCLID) PO753. Präsentation bei ECCMID 2014.

Quelle: Astellas
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CUP
CML
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017