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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. März 2015

CATCH-Studie: Tinzaparin wirksam in der VTE-Rezidivprophylaxe bei Tumorpatienten

Das niedermolekulare Heparin Tinzaparin (innohep®) reduziert das kumulative Risiko für VTE-Rezidive bei Tumorpatienten, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Dieses und weitere erste Ergebnisse der CATCH-Studie* wurden anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostase­forschung (GTH) sowie bei den Bonner Venentagen vorgestellt. Darüber hinaus diskutierten die Experten über eine mögliche antimetastatische Wirkung niedermolekularer Heparine.

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Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird das Lebenszeitrisiko an Krebs zu erkranken in den nächsten 20 Jahren deutlich ansteigen (1). Etwa 10% aller Tumorpatienten werden zusätzlich eine venöse Thromboembolie (VTE) im Laufe ihrer Erkrankung erleiden (2), erläuterte Prof. Axel Matzdorff, Saarbrücken, im Rahmen des GTH. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen aufgrund der besseren Wirksamkeit die Gabe von niedermolekularem Heparin (NMH) gegenüber Vitamin-K-Antagonisten (VKA) (3,4). Jedoch beruht diese Evidenz im Wesentlichen nur auf einer einzigen randomisierten Open-Label-Studie aus dem Jahr 2003 (5). Matzdorff merkte an, dass sich die Behandlung von Tumorpatienten seither stark gewandelt habe und der Bedarf an neuen Studien daher groß sei: Neben der überwiegend ambulanten Versorgung von Tumorpatienten spiele die verlängerte Lebenszeit und eine damit einhergehende höhere Bedeutung der Lebensqualität eine große Rolle. Zudem sei zu beachten, dass in der Tumortherapie in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Wirkstoffe, wie z.B. VEGF-Inhibitoren, eingeführt wurden, die das Thromboserisiko beeinflussen können.
 
Hohe Wirksamkeit von Tinzaparin bei VTE-Tumorpatienten

Die CATCH-Studie (6), die in Deutschland erstmalig bei den Bonner Venentagen von Professor Rupert Bauersachs, Darmstadt, und dem GTH von Matzdorff unter großem Interesse vorgestellt wurde, kann diese Evidenz-Lücke nun schließen. Bei der randomisierten, offenen, multizentrischen Phase-III-Studie handelt es sich mit 900 Patienten um die weltweit größte Untersuchung zur Behandlung tumorassoziierter Thrombosen. Hauptziel war die Untersuchung der Wirksamkeit von Tinzaparin zur Vorbeugung von VTE-Rezidiven bei Tumorpatienten mit einer akuten symptomatischen, proximalen tiefen Venenthrombose (TVT) und/oder Lungenembolie.
 
In der Tinzaparin-Gruppe senkte sich nach 6-monatiger Studiendauer das Risiko für VTE-Rezidive im Vergleich zur Warfarin-Gruppe um klinisch relevante 35% (Hazard Ratio [HR] 0,65 [95% CI 0,41-1,03]; p = 0,07). Darüber hinaus konnten im Tinzaparin-Arm symptomatische, nicht-tödliche TVT signifikant um relative 52% reduziert werden, ohne dabei das Blutungsrisiko zu erhöhen (HR 0,48 [95% CI 0,24-0,96]; p = 0,04). Die Auswertung der Sicherheitsdaten zeigte zudem, dass klinisch relevante nicht-schwerwiegende Blutungen unter Tinzaparin signifikant seltener als unter Warfarin auftraten (50 [11%] bzw. 73 [16%] Patienten; p = 0,03). Bei der 6-Monats-Überlebensrate konnte mit 59% bzw. 60% kein Unterschied festgestellt werden. "Die ersten Ergebnisse der CATCH-Studie bieten nun endlich eine erweiterte Evidenz für die überlegene Wirksamkeit von NMH in der Langzeittherapie und Rezidivprophylaxe von venösen Thromboembolien bei Patienten mit aktiver Tumorerkrankung", so Matzdorff.
 
Vorteile bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die besondere Eignung von Tinzaparin zur VTE-Behandlung und Sekundärprophylaxe bei Tumorpatienten machte Bauersachs an zwei weiteren Eigenschaften fest: Da das NMH sowohl in prophylaktischer als auch in therapeutischer Dosis nur einmal täglich subkutan injiziert wird, sind in der Langzeitanwendung über sechs Monate positive Effekte auf die Compliance der Patienten möglich. Klinisch noch wichtiger erscheint die Tatsache, dass Tinzaparin als NMH mit dem höchsten durchschnittlichen Molekulargewicht in vergleichsweise geringem Umfang renal eliminiert wird. Bis zu einer Kreatinin-Clearance von 20ml/min ist keine Anpassung der Dosis erforderlich. Gerade in der Langzeitanwendung bei oftmals betagten Tumorpatienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bringe dies Vorteile. "Wenn die Nierenfunktion bei den Patienten einmal absinken sollte, haben wir bei der Therapie mit Tinzaparin keine Probleme", sagte Bauersachs.
 
Antimetastatische Wirksamkeit von NMH

Darüber hinaus machte Professor Gerd Bendas vom Pharmazeutischen Institut Bonn auf eine mögliche antimetastatische Wirkung dieser Substanzgruppe aufmerksam. Seine Arbeitsgruppe konnte anhand experimenteller Studien nachweisen, dass NMHs die Bindung aktivierter Plättchen an Tumorzellen hochsignifikant hemmen können und somit einen Einfluss auf den Metastasierungsprozess haben (6). Für die klinische Evidenz dieser Heparinaktivität fehlen laut Bendas noch prospektive klinische Studien in "aussichtsreichen" Tumorentitäten. Jedoch könne die antimetastatische Wirkung einen neuen Horizont für die klinische Applikation der NMHs eröffnen, so Bendas weiter.
 
* Comparison of Acute Treatments in Cancer Haemostasis

Literaturhinweise:
(1) WHO. World Cancer Report 2014.
(2) Paneesha S Thromb Haemost. 2010 Feb; 103(2):338-43.
(3) Lyman GH et al. J Clin Oncol. 2013; 31(17):2189-204
(4) Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (2010) S2-AWMF-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/065-
(5) Lee AY et al., N Engl J Med 2003, 349:146–153
(6) Lee AY et al., A Randomized Trial of Long-Term Tinzaparin, a Low Molecular Weight Heparin (LMWH), Versus Warfarin for Treatment of Acute Venous Thromboembolism (VTE) in Cancer Patients - the CATCH Study. ASH 2014 6.-9.12.2014, San Francisco, USA

Quelle: LEO Pharma
 
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