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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. März 2017

Brustkrebs-Studie: Mit Vakuum-Biopsie Komplettremission nachweisen

Nach der Chemotherapie folgt bei fast allen Brustkrebspatientinnen eine Operation mit Entnahme von zumindest ehemals erkranktem Gewebe – so schreiben es die Leitlinien der Fachgesellschaften vor. Forscher um Prof. Jörg Heil vom Brustzentrum der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg treibt die Frage um, ob selbst nach vollständigem Verschwinden der Tumorzellen in der Brust eine Operation zwingend notwendig ist, oder ob manchen Patientinnen der teilweise physisch und psychisch belastende Eingriff erspart werden könnte. Mit dieser Motivation begann in diesem Monat unter Heidelberger Leitung eine erste Studie mit 600 Patientinnen an 18 Brustkrebszentren in Deutschland, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit der hohen Fördersumme von einer Million Euro unterstützt wird.
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Neues Diagnose-Werkzeug auf dem Prüfstand

„Viele Brustkrebs-Patientinnen, die heutzutage eine chemotherapeutische Behandlung erhalten, sprechen sehr gut darauf an und wir stellen fest, dass in vielen Fällen allein durch die Medikamente die Krebszellen vernichtet werden“, beschreibt Prof. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik, den Hintergrund für die aktuelle Studie. Dennoch werden auch diese Patientinnen den aktuellen Leitlinien gemäß einer Operation unterzogen. „Wir suchen nun nach einem verlässlichen Diagnose-Werkzeug, um nachzuweisen, welche Patientinnen eine zusätzliche Operation benötigen und welche möglicherweise nicht“, so Studienleiter Prof. Jörg Heil. Zurzeit werden nach einer Chemotherapie bildgebende Verfahren wie beispielsweise Ultraschall, eine Mammographie oder eine Magnetresonanztomographie eingesetzt, um das Ansprechen von Tumoren in der Brust zu untersuchen. „Die Genauigkeit dieser Ergebnisse ist nicht ausreichend, um darauf therapeutische Konsequenzen wie beispielsweise den Verzicht einer Operation zu begründen“, sagt Prof. Jörg Heil.

Mehr Treffsicherheit durch Vakuum-Biopsie

Die Studie führt bei den Patientinnen auf freiwilliger Basis nach Ende einer Chemotherapie einen kleinen Zwischenschritt ein: In einem ca. 15-minütigen Eingriff in örtlicher Betäubung wird eine sogenannte Vakuum-Biopsie durchgeführt, die als besonders treffsicher gilt. Dabei wird eine Hohlnadel in das zu untersuchende Gewebe eingebracht. Das Gewebe wird durch Vakuumsog in das Innere der Nadel gezogen und dort abgetrennt.

Leitliniengemäß werden die Studienteilnehmerinnen unabhängig vom Ergebnis der Biopsie in jedem Fall operiert; nur so lässt sich feststellen, wie genau eine Biopsie das vollständige Verschwinden des Tumors nachweisen kann. Die Studienteilnehmerinnen haben also einen kleinen Eingriff zusätzlich, leisten aber einen großen Beitrag für zukünftige Patientinnen, denen möglicherweise eine Operation erspart werden kann.

Ziel der insgesamt 36 Monate dauernden Studie ist, zu belegen, dass sich mithilfe einer Vakuum-Biopsie eine sogenannte Komplettremission in der Brust nachweisen lässt. Liegt die „Fehlerquote“ der Biopsien bei weniger als 10%, könnten weitere, größere Studien folgen, in denen auf die Operation tatsächlich verzichtet wird. „Rund 40% der Brustkrebspatientinnen, die eine Chemotherapie erhalten, sprechen sehr gut darauf an“, so Studienleiter Heil. „Wir könnten uns vorstellen, dass diese nicht von einer zusätzlichen Operation profitieren“. Die Studienergebnisse könnten zu einem Paradigmenwechsel in der Therapie des Brustkrebses beitragen, wenn durch bessere Diagnostik eine belastende Operation nicht mehr notwendig wäre.
Universitätsklinikum Heidelberg
 
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