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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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05. September 2016

Brustkrebs beim Mann ist selten, aber gefährlich

Das Mammakarzinom des Mannes stellt eine vergleichsweise seltene Tumorerkrankung dar. Die Ursache für eine Brustkrebserkrankung beim Mann lässt sich, wie auch bei den Frauen, in den allermeisten Fällen nicht eindeutig nachvollziehen. Das Problem der betroffenen Männer: Brustkrebs gilt als typische Frauenerkrankung. Daher wird diese Tumorform bei Männern oft relativ spät entdeckt. Das kann die Heilungschancen beeinträchtigen. Die Behandlung orientiert sich weitgehend an den Leitlinien, die heute für das Mammakarzinom der Frau gelten.
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Brustkrebsfälle werden oft erst spät erkannt

Das Mammakarzinom des Mannes hat eine Inzidenz von ungefähr 0,5 bis 1,5% aller diagnostizierten Brustkrebsfälle. Jedes Jahr werden, so die Prognose des Robert Koch-Institut (RKI), etwa 600 bis 700 neue Fälle in Deutschland diagnostiziert. Wird der Betroffene beim Arzt vorstellig, ist die Erkrankung bei Männern häufig bereits in einem weiter fortgeschrittenen Stadium als bei Frauen. "Dieses geschieht wahrscheinlich aufgrund des mangelnden Wissens um die Erkrankung sowohl von Seiten der Patienten, was zu einer verzögerten Vorstellung beim Arzt führt, als auch von Seiten der Ärzte", so Prof. Dr. Frank Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG) und Universitätsprofessor für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Folge ist eine verzögerten Diagnosesicherung.

Vergleichsweise geringe Zahl an erkrankten Männern

Für das Jahr 2012 wurden in den deutschen Krebsregistern 620 neu erkrankte Patienten erfasst, 150 Männer verstarben an Brustkrebs. Wie viele Männer insgesamt zurzeit mit der Erkrankung leben, kann für Deutschland aktuell nur geschätzt werden. In diesem Jahr geht man von rund 700 Fällen aus. Auch sind die betroffenen Männer bei Diagnosestellung meist älter als 60 Jahre. Im Vergleich dazu: Über 70.000 Mal im Jahr stellen Ärztinnen und Ärzte aktuell die Diagnose "Mammakarzinom" bei einer Frau, über 17.000 Frauen (ca. 24%) sterben jährlich daran. Brustkrebs ist somit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Doch auch wenn die häufigste, so ist Brustkrebs in der Regel nicht die gefährlichste Krebsart bei Frauen und Männern. Wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die meisten Erkrankungen heilbar.

Häufigste Fälle bei Männern mit Klinefelter-Syndrom und familiärem oder erblichem Brustkrebs mit BRCA-Mutation

Einen Einfluss scheinen hormonelle Faktoren, schädliche Umwelteinflüsse und Strahlenbelastungen zu haben. Eindeutig ist, dass zwei Risikogruppen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit rechnen müssen, an Brustkrebs zu erkranken: Einerseits Männer mit dem sogenannten Klinefelter-Syndrom, die ein oder mehrere zusätzliche weibliche X-Chromosomen aufweisen und andererseits Männer aus Familien mit familiärem oder erblichem Brustkrebs, insbesondere mit BRCA-Mutation. Dennoch ist der Anteil dieser Männer an der Gesamtzahl der Betroffenen nicht sehr hoch. Es wird geschätzt, dass ca. 10% der betroffenen Männer eine genetische Vorbelastung haben. In der Fachliteratur wird der Anteil der Männer mit Klinefelter-Syndrom mit 3 bis 7,5% beschrieben.

Weitere Risiken: Strahlung, Hormone, Lebensstil

Radioaktive Strahlung gilt bei Männern wie bei Frauen als Risiko - aber nur wenn sie direkt das Brustgewebe betroffen hat. Das gilt zum Beispiel für Männer, die früher in ihrem Leben Bestrahlungen des Oberkörpers erhalten haben, in der Regel wegen einer früheren Krebserkrankung. Wer als Kind oder junger Erwachsener eine solche Behandlung erhalten hat, sollte das dem Hausarzt sagen und auf Veränderungen der Brust auch selbst achten.

Auch hormonelle Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen: Männer produzieren wie Frauen das Geschlechtshormon Östrogen, wenn auch normalerweise in weitaus geringeren Mengen. Ein ungewöhnlich hoher Östrogenspiegel kann allerdings bei Männern mit sehr starkem Übergewicht auftreten. Lebererkrankungen wie etwa einer Leberzirrhose oder "Leberschrumpfung" beeinflussen den Hormonspiegel ebenfalls. Als weitere Risikogruppe werden Bodybuilder gesehen, die über längere Zeit nicht zugelassene Hormone zur Leistungssteigerung verwenden und somit ein gesteigertes Brustkrebsrisiko tragen.

Eigenkontrolle sollte zur Gewohnheit werden

Brustkrebs bei Männern macht sich ebenso bemerkbar wie bei Frauen. In der Regel lassen sich Brusttumore bei einem Mann schon in einem verhältnismäßig frühen Stadium ertasten. Anzeichen dafür sind Knoten oder eine andere Veränderung im Brustgewebe. Als weitere Warnsignale gelten aber auch Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze, kleine Entzündungen oder Wunden, die nicht abheilen oder eine Einziehung bzw. 'Delle' der Brusthaut oder der Brustwarze. Eine regelmäßige Eigenkontrolle der Brust beim Mann sollte zur Gewohnheit werden. Denn wer seinen Körper kennt, erkennt auch sehr früh Abweichungen.

In der Praxis wird der Brustkrebs bei Männern aber leider erst sehr viel später diagnostiziert als bei Frauen. Ursächlich hierfür ist unter anderem, dass es für Männer kein Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gibt, erste Anzeichen eines Knotens von den betroffenen Männern oft ignoriert und genauere Untersuchungen von Auffälligkeiten aus Unwissenheit - teils auch von Ärzten - versäumt werden. Zieht man diese späte Diagnosestellung in Betracht, so sind die Prognosen für betroffene Männer und Frauen ähnlich. Jeder Brustkrebspatient sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Verläufe äußerst unterschiedlich sind. "Es lohnt sich für jeden Patienten, seine Lebensführung zu überdenken und wenn nötig anzupassen. Hierzu gehören unter anderem eine gesunde Ernährung, Bewegung, soziale Bindungen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktivität und Entspannung", rät daher Prof. Dr. Frank Sommer von der DGMG allen Männern.
Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG)
 
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