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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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04. April 2016

Best-Poster-Preis: mCRPC-Daten untermauern Stellenwert von Cabazitaxel

Auf der diesjährigen Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft  für Urologie EAU (European Association of Urology) bestätigen Experten die Chemotherapie erneut als wichtigen Bestandteil der Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms. Aktuelle Daten der nicht-interventionellen Studie (NIS) QoLiTime (1) untermauern den Stellenwert von Cabazitaxel als wirksame Therapieoption nach Docetaxel-Versagen beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC). Patienten mit einem PSA-Abfall ≥50% nach vier Zyklen Cabazitaxel profitierten prognostisch besonders deutlich, ohne dass die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigt war.

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„Die aktuellen Ergebnisse der QoLiTime-Studie wurden von der EAU mit dem ‚best-poster‘-Preis im Rahmen der Session ‚Castration resistant prostate cancer, beyond the usual treatment‘ ausgezeichnet.“ Mit diesen Worten begann Prof. Peter Hammerer, Braunschweig, einer der drei wissenschaftlichen Leiter der QoLiTime-Studie, die Pressekonferenz, auf der das Poster präsentiert wurde. Die in Deutschland durchgeführte NIS ist weltweit die bis dato größte prospektive Untersuchung zur Lebensqualität von Patienten, die mit dem Taxan Cabazitaxel behandelt wurden.

Hohe Wirksamkeit ohne Beeinträchtigung der Lebensqualität

Im Fokus der QoLiTime-Studie stehen die Lebensqualität der Patienten unter Cabazitaxel-Therapie sowie der Stellenwert des PSA-Ansprechens als potentieller prädiktiver Marker für die progressionsfreie und Gesamtüberlebenszeit. Die Daten wurden unter klinischen Alltagsbedingungen erhoben bei im Mittel deutlich älteren (median 72 Jahre) und mit mehr Komorbiditäten belasteten Patienten als dies unter Phase-III-Studien möglich und üblich ist. Der älteste Patient war bereits 90 Jahre alt. Die insgesamt 527 Patienten mit mCRPC stammten aus 158 Institutionen in Deutschland und hatten mehrheitlich aggressive Karzinome mit hohem Gleason Score (median 8).

Die Ergebnisse zeigen bei gut einem Drittel der Patienten (34,6%) ein PSA-Ansprechen – definiert als PSA-Abfall um ≥50%. Diese Patienten blieben im Median statistisch signifikant länger ohne erneuten Tumorprogress im Vergleich zu den Patienten mit einem PSA-Abfall <50% (PFS: 15,7 vs. 4,8 Monate; p<0,0001). Dies schlug sich auch in einer statistisch signifikant längeren medianen Gesamtüberlebenszeit der PSA-Responder nieder (OS: 23,3 vs. 16,0 Monate; p=0,047). Wichtig, so Hammerer ist, dass sich die Lebensqualität, die mit dem EORTC QLQ-C30-Fragebogen erfasst wurde, unter der Behandlung mit Cabazitaxel nicht verschlechterte, sondern erhalten blieb. Der PSA-Abfall ≥50% korrelierte zudem mit einem signifikanten Rückgang der Schmerzsymptomatik (p=0,01). Laut Hammerer bestätigen die Ergebnisse unter klinischen Alltagsbedingungen die gute Wirksamkeit von Cabazitaxel, ohne dass die Lebensqualität der Patienten abnimmt. Patienten mit einem PSA-Abfall ≥50% nach vier Zyklen Cabazitaxel profitierten besonders deutlich von der Therapie.

Chemotherapie – ein wichtiger Pfeiler der Behandlung

Die Chemotherapie sei ein unverzichtbarer Bestandteil der systemischen Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms, betonte auch Prof. Bertrand Tombal, Brüssel/Belgien, auf einem Satellitensymposium der Firma Sanofi anlässlich der EAU-Jahrestagung 2016 (2). Tombal wies darauf hin, dass das fortgeschrittene Prostatakarzinom eine heterogene Erkrankung mit Androgenrezeptor(AR)-abhängigen und AR-unabhängigen Zellen sei (3). Dies erkläre, warum etwa ein Drittel der Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom eine primäre Resistenz gegen AR-gerichtete Substanzen aufweise und nicht oder nicht ausreichend gut auf eine endokrine Behandlung anspräche (4, 5). Diese Patienten benötigten frühzeitig im Krankheits- und Behandlungsverlauf eine Chemotherapie.

Eine primäre Resistenz könne durch Veränderungen (Mutationen) am Androgenrezeptor induziert sein, wie zum Beispiel bei Nachweis der Splice-Variante AR-V7 (6). Anders als die AR-gerichteten Substanzen sei die Wirksamkeit der Taxane, auch des Cabazitaxels bei Patienten mit AR-V7-Splice-Variante, nicht beeinträchtigt (4, 5, 7). Ein wichtiger klinischer Hinweis auf eine primäre endokrine Resistenz sei laut Tombal ein nur kurzes Ansprechen auf die primäre Androgendeprivation (ADT). Diese Patienten sollten im kastrationsresistenten Stadium primär chemotherapeutisch behandelt werden.

Weitere Klarheit – welcher Patient von welcher Therapiesequenz am besten profitiert – solle die randomisierte Phase III-Studie CARD bringen, erläuterte Prof. Nicolas Mottet, Saint-Etienne/Frankreich: Patienten mit mCRPC, die nur kurz auf eine AR-gerichtete Therapie mit Abirateron oder Enzalutamid angesprochen haben (≤12 Monate), werden alternativ mit Cabazitaxel oder der jeweils anderen AR-gerichteten Substanz weiterbehandelt. In der Studie gehe es auch um die Frage der Kreuzresistenz zwischen den AR-gerichteten Substanzen, weshalb Patienten mit mCRPC nach Versagen einer AR-gerichteten Therapie vorzugsweise auf die Chemotherapie umgestellt werden sollten.

Prof. Noel Clarke, Manchester/GB, bestätigte den hohen Stellenwert der Chemotherapie nicht nur in der kastrationsresistenten Phase des metastasierten Prostatakarzinoms, sondern auch für noch ADT-naive Patienten mit metastasierter Erkrankung. Clarke verwies unter anderem auf aktuelle Daten einer großen Metaanalyse (8), welche die Daten der beiden randomisierten Studien CHAARTED (9) und STAMPEDE (10) untermauere und den frühen Einsatz der Chemotherapie (Docetaxel) in Kombination mit der primären ADT unterstütze.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage werde auch der frühe Einsatz der Taxane im adjuvanten und neoadjuvanten Setting bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom und erhöhtem Risiko diskutiert, erläuterte Prof. Howard Sandler, Los Angeles/USA. Er verwies unter anderem auf die PEACE-Studie, in der Cabazitaxel zusätzlich zur ADT plus Bestrahlung eingesetzt werden soll.

sanofi
Literatur:

(1) Hammerer P et al., EAU-Jahrestagung 2016, München, 11.03.2016; Poster 768.
(2) „Satelliten-Symposium, Sanofi,”New paradigms in the management of prostate cancer“, EAU, Jahrestagung 2016, München, 11.03.2016.
(3) Tombal B et al., EJC 2011, 47: S179-88.
(4) Antonarakis ES et al., NEJM 2014, 371: 1028-38.
(5) Antonarakis ES et al., JAMA Oncol 2015, 1: 582-91.
(6) Sun S et al., J Clin Invest 2010, 120: 2715-30.
(7) Onstenk W et al., Eur Urol 2015, 68: 939-45.
(8) Vale CL et al., Lancet Oncol 2016, 17243-56.
(9) Sweeney C et al., NEJM 2015, 373: 737-46.
(10) James ND et al., JAMA Oncol 2015. DOI: 10.1001/janaoncol.2015.4350.

 
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