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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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30. August 2013

Behandlung des mCRPC: Chemotherapie ist ein prognostisch wichtiger Therapiebaustein

Die Chemotherapie mit Docetaxel und Cabazitaxel ist für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) ein unverzichtbarer Therapiebaustein für eine möglichst lange Überlebenszeit mit guter Lebensqualität. Bei der Frage nach der individuell besten Therapiesequenz sollten Therapieentscheidungen vermieden werden, welche den Einsatz der Chemotherapie ausschließen oder einschränken, so das Fazit der Experten anlässlich der 4. Expertise Prostata.

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Entscheidend für eine maximale Überlebenszeit bei guter Lebensqualität ist, dass Patienten mit mCRPC im Idealfall alle derzeit verfügbaren Therapieoptionen erhalten, erläuterte PD Dr. med. Sebastian Rogenhofer, Bonn. Nach Versagen der vorangegangenen Androgendeprivationstherapie (ADT) sind dies die First-line-Chemotherapie mit Docetaxel mit ggfs. vorgeschalteter sekundärer Hormontherapie mit Abirateron sowie nach Docetaxel-Versagen Cabazitaxel, Abirateron oder Enzalutamid. Wie die richtige Therapiesequenz für den einzelnen Patienten aussehen sollte, muss individuell entschieden werden.

Additiver Überlebensvorteil durch Docetaxel gefolgt von Cabazitaxel

Die Möglichkeiten der Chemotherapie dürften nicht unterschätzt werden, ergänzte Dr. med. Stefan Machtens, (Bergisch Gladbach). Durch den Einsatz der beiden Taxane - Docetaxel First-line und Cabazitaxel Second-line - lasse sich die Überlebenszeit der Patienten deutlich - auf median fast 30 Monate - verlängern (1,2). Eine post-hoc-Analyse der Cabazitaxel-Zulassungsstudie TROPIC zeigt zudem, dass der initiale Überlebensvorteil unter Cabazitaxel (versus Mitoxantron) bei den mit Docetaxel vorbehandelten Patienten auch nach zwei Jahren noch erhalten war (Überlebenswahrscheinlichkeit: 27% vs. 16%) (3). Beide Taxane lassen sich zudem im klinischen Alltag gut handhaben, so dass die Patienten die Therapie in der Regel gut vertragen. Aufgrund der hohen Wirksamkeit beider Taxane bilden sich tumorbedingte Beschwerden in der Regel gut und schnell zurück. So konnte im britischen Compassionate Use Programm (CUP) von Cabazitaxel die Anzahl der schmerzfreien Patienten deutlich von 22% auf 57% erhöht werden (4).

"Die Chemotherapie ist keine ultima ratio, sondern sollte frühzeitig in den Therapieplan eingebaut werden, bevor die Patienten durch andere Therapien geschwächt sind und die Chemotherapie gar nicht mehr erhalten", betonte Rogenhofer. Dies gelte insbesondere bei Patienten mit bereits reduziertem Allgemeinzustand. Die neuen endokrinen Substanzen lassen sich dagegen auch noch im Anschluss an die Chemotherapie einsetzen. Untersuchungen bestätigen dies und zeigen darüber hinaus, dass die Therapiesequenz aus First-line-Chemotherapie mit Docetaxel gefolgt von Cabazitaxel Second-line gefolgt von einer endokrinen Behandlung mit z. B. Abirateron oder Enzalutamid eine längere mediane Überlebenszeit induziert, als wenn die Patienten nach Docetaxel-Versagen zunächst endokrin behandelt werden und erst dann Cabazitaxel erhalten (5,6,7).

Prädiktive Marker für den Einsatz der Chemotherapie

Grundsätzlich gilt, dass Patienten mit aggressiver Tumorbiologie oder hoher Krankheitslast mehr von einer Chemotherapie profitieren, erläuterte Rogenhofer. Prädiktive Marker, die den Einsatz der Chemotherapie präferieren, sind ein hoher Gleason Score, ein schlechtes Ansprechen auf eine primäre antiandrogene Therapie, eine hohe Krankheitslast, speziell mit Vorliegen viszeraler Metastasen sowie tumorbedingte Beschwerden.
So haben post-hoc-Analysen der TROPIC-Studie gezeigt, dass Patienten mit hohem Gleason Score (7-10) genauso gut auf die Second-line-Therapie mit Cabazitaxel ansprechen wie die Patienten mit niedrigerem Gleason-Score (8). Im CUP von Abirateron zeigte sich dagegen umgekehrt, dass Patienten mit hohem Gleason Score (8-10) weniger gut auf Abirateron ansprachen als jene mit niedrigem Gleason Score [9]. Außerdem scheinen Patienten mit schlechtem Ansprechen auf die vorangegangene ADT auch auf eine sekundäre Hormontherapie schlechter anzusprechen und sollten bevorzugt eine Chemotherapie erhalten (10). Selbst Patienten, die auf die First-line-Chemotherapie mit Docetaxel nur kurz angesprochen haben, profitieren Second-line von Cabazitaxel (11, 2), wohingegen Abirateron bei Docetaxelrefraktärität wenig effektiv zu sein scheint (12). Kein Ausschlusskriterium für den Einsatz der Chemotherapie ist das Alter der Patienten. Im CUP von Cabazitaxel profitierten die älteren Patienten (>65 Jahre) im gleichen Ausmaß von der Second-line-Chemotherapie mit Cabazitaxel wie die jüngeren Patienten (13).

Literaturhinweise:
(1) Tannock IF et al., NEJM 2004, 351: 1502-12.
(2) Sartor O et al., ASCO 2011, 4525.
(3) Bahl A et al., Ann Oncol 2013,  doi:10.1093/annonc/mdt194.
(4) Bahl A et al., ASCO-GU 2013, 91.
(5) Malik Z et al., JCO 2012, 30 (5), e15135.
(6) Schnadig ID et al., ASCO-GU, 79.
(7) Oudard S et al., ASCO-GU, JCO 2013, 31 (6): 137.
(8) Oudard S et al., Ann Oncol 2012, 933P.
(9) Azria D et al., ASCO-GU, JCO 2012, 30 (5): 149.
(10) Loriot Y et al., ASCO-GU, JCO 2012, 30(5), 213.
(11) de Bono et al., ASCO 2011, 4526.
(12) Mukherji D et al., ASCO-GU JCO 2012, 30 (5): 17.
(13) Heidenreich A et al., Ann Oncol 2012, Suppl 9, 932P.

Quelle: sanofi
 
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