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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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29. Januar 2013

Behandlung des Brustkrebses: schonender, zielgerichteter und angepasster an die Bedürfnisse von Patientinnen

Auf Einladung des Universitären Brustzentrums Essens (UBZE) berichteten nun nationale und internationale Brustkrebsexperten in der Philharmonie Essen. Der weltweit anerkannte Onkologe Prof. di Leo aus Prato, Italien, zeigte auf, wie man beim Brustkrebs die Therapie an die Bedürfnisse der Patientinnen anpassen kann. Die Kombination mehrerer Angriffspunkte durch reine Anti-Hormon-Therapie - die sogenannte „polyendokrine Therapie“ - oder Kombination von Anti-Hormon-Therapie mit einer auf die Wachstumssignalkette zielgerichteten Therapie, z. B. Everolimus, können häufig lange Zeit eingesetzt und somit Chemotherapien in der metastasierten Situation über lange Zeit vermieden werden. Damit gewinne die Patientin deutlich an Lebensqualität.

Bei der Ersterkrankung mit Brustkrebs ohne Metastasen kann die Unterdrückung des Wachstums von hormonabhängigen Krebszellen nach der neuen ATLAS-Studie auch über den Zeitraum von zehn Jahren ausgedehnt werden - mit einem deutlich besseren Überleben der Patientinnen! Der bisherige Standard sah nur fünf Jahre Therapie vor.

Der Sprecher der AGO-Leitlinienkommission für Brustkrebs, Prof. Anton Scharl, stellte neue Daten vor, dass selbst bei über zehn befallenen Lymphknoten mit der dosisdichten Therapie nach dem GAIN-Studienprotokoll sich das 10-Jahres-Überleben um 14% gegenüber einer konventionellen Chemotherapie zusätzlich steigern lässt. Er kündigte die neue deutsche Leitlinie an, die im März präsentiert wird.

Sollte eine Chemotherapie notwendig werden, wird die heutzutage - wenn irgend möglich - meist ebenfalls mit genauen gezielten Substanzen kombiniert, die auf der Oberfläche der Krebszellen ein Ziel identifizieren und damit diese vernichten. Prof. Gunter von Minckwitz, der im Bereich neoadjuvanter, vor der Operation durchgeführter, Chemotherapien weltweit führend ist, führte in seinem Vortrag über die Chemotherapie „State-of-the-Art“ auf, dass nach den neuen Daten der CALOR-Studie bei einem Rückfall bei Brustkrebs eine Chemotherapie gerade beim Hormonrezeptor-negativen Brustkrebs - aber auch bei Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs - mit einem Überlebensvorteil verbunden ist.

Prof. Sibylle Loibl schließlich widmete sich den speziellen Situationen der ganz jungen Frau unter 35 Jahre und der älteren Frau über 65 Jahre. Junge Frauen unter 35 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten in derselben Brust, sprechen aber auf Chemotherapie in der Regel besser an als ältere Frauen. Ältere Frauen sollten trotz ihres Alters eine Standard-Therapie - und nicht abgeschwächte - Therapie erhalten, also nicht untertherapiert werden. Eine neue Möglichkeit der Ersparnis von sechs Wochen Bestrahlung bietet die Teilnahme an der neuen Target-E-Studie, die am Universitätsklinikum Essen durchgeführt wird. Hier wird statt der 6-wöchigen Bestrahlung die einmalige Bestrahlung während der Operation angeboten.

„Wir freuen uns über den großen Erfolg bei dem internationalen Kongress der Essener Brustzentren in der Philharmonie, welcher die neuesten Brustkrebstherapien für das Jahr 2013 der Fachwelt in der Öffentlichkeit präsentieren konnte“, so der Direktor der Frauenklinik, Prof. Rainer Kimmig. Und er ergänzt: „Brustkrebs ist damit heute für die meisten Patientinnen zu einer heilbaren Erkrankung geworden. Einige gefährlichere Arten des Brustkrebses werden heutzutage glücklicherweise früh erkannt und einer speziellen, zielgerichteten Therapie zugeführt.“
 

Quelle: Uniklinik Essen
 
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