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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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29. Juli 2014

Auswirkung des Sauerstoffmangels auf Tumorzellen

Als erste Nachwuchswissenschaftlerin aus Deutschland hat Dr. Anne Riemann (Julius-Bernstein-Institut für Physiologie) den Britton Chance Award der International Society on Oxygen Transport to Tissue (ISOTT) gewonnen. ISOTT ist eine internationale wissenschaftliche Gesellschaft, die sich mit allen Prozessen des Sauerstofftransports im menschlichen Körper beschäftigt: von der Atmung, mit der der Sauerstoff aus der Umgebung in die Lunge befördert wird, bis hin zur Zelle, wo Sauerstoff von den Mitochondrien (den Kraftwerken der Zelle) verbraucht wird. Die hallesche Physiologin wurde für ihre Erkenntnisse über die Bedeutung des Sauerstoffmangels für das Verhalten von bösartigen Tumoren geehrt. Die Preis-Verleihung fand auf der ISOTT-Jahrestagung in London statt.

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Die Diplom-Biochemikerin konnte zeigen, dass die durch Sauerstoff-Mangel verursachte Ansäuerung eines Tumors die Beweglichkeit der einzelnen Tumorzellen steigert, was zu einer stärkeren Ausbildung von Lungenmetastasen führte. Die Daten der 31-Jährigen stellen einen interessanten Beitrag für die Wechselwirkung physiologischer Parameter des Tumorgewebes (Sauerstoff-Versorgung, pH-Wert) und dem biologischen Verhalten der Tumorzellen dar. Aus diesen Arbeiten können sich neue Behandlungstrategien ergeben, die auf eine gezielte Beeinflussung des metabolischen Tumormikromilieus abzielen.
 
Das wissenschaftliche Programm der ISOTT-Tagungen beschäftigt sich mit sehr unterschiedlichen Fragestellungen, die von grundlagen-wissenschaftlichen/zellbiologischen Projekten (z.B. der Tumorphysiologie oder der Sauerstoff-abhängigen Signaltransduktion) bis zu klinischen Anwendungsgebieten (z.B. das nicht-invasive Sauerstoff-Monitoring von Frühgeborenen) reichen. Der Britton Chance Award für Nachwuchswissenschaftler ist nach dem bedeutenden Biochemiker Britton Chance benannt, der sich neben seinen bahnbrechenden Arbeiten zu biochemischen Enzymreaktionen in erster Linie mit den Sauerstoff-verbrauchenden Prozessen in der Atmungskette der Mitochondrien beschäftigte. Der Preis - dotiert mit 500 Euro - wird seit 2004 vergeben.

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
 
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