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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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28. Juli 2016

Aufklärungskampagne Fortgeschrittener Prostatakrebs: Symptome rechtzeitig erkennen

"Eine wichtige Lektion für mich war, auf die Signale meines Körpers zu achten. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mit Schmerzen ins Stadion geht, da man denkt, als taffer Sportler würde man die Probleme alleine lösen können", erklärt der ehemalige Hochspringer Carlo Thränhardt. Doch das sei fast immer ein Irrtum. Als Botschafter der von Bayer ins Leben gerufenen Aufklärungskampagne Männer.Reden.Jetzt. möchte Carlo Thränhardt Männer mit Prostatakrebs zum Reden über ihre Symptome bringen - vor allem, wenn der Krebs schon weiter fortgeschritten ist.
Betroffene Männer sollten ihrem Arzt so früh wie möglich mitteilen, wenn sie Veränderungen wie Schmerzen oder starke Müdigkeit an ihrem Körper feststellen. Denn: Möglichst früh über Symptome zu sprechen, ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Erkrankung optimal behandelt werden kann und die Lebensqualität erhalten bleibt.

Die Website der Kampagne http://maennerredenjetzt.de

Welche Warnsignale des Körpers sind Zeichen dafür, dass der Prostatakrebs weiter fortschreitet? Wie kann ein konstruktives Gespräch mit dem Arzt ablaufen? Das sind Fragen, die auf der Website der Kampagne maennerredenjetzt.de beantwortet werden. Das Portal bietet unter anderem Informationen zum Prostatakrebs und unterstützt Patienten beim Umgang mit der Erkrankung - unter anderem mit einem Symptomfragebogen und einem Leitfaden für das Gespräch mit dem Arzt. Darüber hinaus können sich Betroffene über die Hintergründe der Kampagne Männer.Reden.Jetzt. informieren. Ein interaktives Modul ermöglicht ihnen, eigene Verhaltensweisen in Bezug auf die Erkrankung mit denjenigen anderer Patienten zu vergleichen. Weitere Maßnahmen der Kampagne umfassen unter anderem Poster für die Praxis und Flyer sowie einen Dokumentarfilm über die Kampagne.

Fast die Hälfte der Patienten ignoriert Schmerzen

Die in den USA bereits erfolgreich angelaufene Männer.Reden.Jetzt.-Kampagne (engl. MenWhoSpeakUp) ist aus den Ergebnissen der bisher größten internationalen Umfrage zu Prostatakrebs-Symptomen mit 1.327 Teilnehmern aus elf Ländern hervorgegangen (1). Die Initiatoren(**) der Umfrage interessierte dabei nicht nur die Sichtweise der Patienten, sondern auch die der pflegenden Angehörigen. Laut Prof. Dr. med. Martin Schostak, Magdeburg, zeigten Ergebnisse der Umfrage, dass 45% der befragten Patienten oftmals Symptome wie Schmerzen ignorieren. 56% bringen auftretende Schmerzen nicht immer mit ihrem fortschreitenden Prostatakarzinom in Verbindung, und 34% meinten, mit dem Reden über Symptome Schwäche zu zeigen (1). Mit Blick auf die Daten der Patientengruppe aus der Europäischen Union wartet hier mindestens jeder vierte Patient zunächst ab, bevor er mit dem Arzt oder Pflegepersonal über Beschwerden spricht (2). Das Problem: Schweigen Patienten über Symptome, kann das ihre Prognose verschlechtern. Die Studie zeigte auch, dass Angehörige eine wichtige Rolle im Gespräch mit dem Arzt einnehmen - vor allem dann, wenn es um schwierige Themen geht. So verlässt sich jeder zweite Patient in der Gesprächssituation mit dem Arzt darauf, dass sein Begleiter dem Arzt die entscheidenden Fragen stellt (1).

Prostatakrebs ist eine heimtückische Krankheit

Während der Krebs im frühen Stadium meist lange Zeit keine Symptome verursacht, können Beschwerden wie schwere oder unerklärliche Schmerzen, Schlafstörungen oder Verlust der Blasenkontrolle Warnzeichen für das Fortschreiten des Krebses sein (3,4). Im frühen Stadium kann das Prostatakarzinom in der Regel geheilt werden. Haben sich jedoch Metastasen gebildet, ist der Kampf fast aussichtslos. "Eine der häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen beim fortgeschrittenen Prostatakrebs sind Knochenmetastasen", erläutert Schostak (5,6). Sie sind mit einer starken Verkürzung der Lebenszeit und Einschränkung der Lebensqualität verbunden (7,8).

Frühzeitige Diagnose kann die Prognose verbessern

Reden über Symptome stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen rechtzeitiger Diagnose und dem Einsatz bestimmter Wirkstoffe zum richtigen Zeitpunkt dar. Denn das Stadium, in dem sich der Prostatakrebs befindet, ist einer der wichtigsten Faktoren für die Auswahl der Therapie. Erhalten Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung zum richtigen Zeitpunkt die für sie passende Therapie, kann dies nicht nur dazu beitragen, das Voranschreiten des Prostatakrebses zu verlangsamen, sondern darüber hinaus auch die Lebensqualität der Patienten erhalten.
 
Prostatakrebs und Altern führen zur Männlichkeitskrise

Professor Dr. rer. soz. Anne Maria Möller-Leimkühler, München, beleuchtet die Ergebnisse der Umfrage zu Prostatakrebssymptomen aus medizinsoziologischer Perspektive. "Ein auffälliges Paradox ist, dass Männer sich im Vergleich zu Frauen gesünder fühlen, aber tatsächlich häufiger krank sind und in allen Altersgruppen eine vorzeitige Sterblichkeit aufweisen", führt die Sozialwissenschaftlerin aus (9,10). Dafür seien insgesamt weniger biologische Gründe als Geschlechterrollen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen verantwortlich. So haben Männer ein völlig anderes Gesundheitskonzept als Frauen. Während Frauen ganzheitlich an das Thema herangehen, sehen Männer Krankheit als etwas, das es nicht geben darf. Denn Krankheit entspräche weder den Anforderungen des Arbeitsmarktes noch den Männlichkeitsnormen. Als Erkrankung, die vor allem Männer in höherem Alter betrifft, konfrontiere Prostatakrebs Betroffene mit einer erheblichen Krise: So stelle zum einen das Alter insbesondere für Männer einen starken sozialen und biologischen Statusverlust dar (11). Zudem wirke sich Prostatakrebs stark auf die selbst empfundene Männlichkeit aus, da er mit Impotenz und Inkontinenz einhergehen könne und für Betroffene unter anderem bedeute, nicht mehr Herr über den eigenen Körper zu sein. "Insofern ist das Verschweigen von Symptomen eine Form des Selbstschutzes, die im weiteren Verlauf durch realitätsgerechtere Bewältigungsstrategien ersetzt werden sollte", so das Fazit von Möller-Leimkühler.

(**)   Um herauszufinden, warum Männer mit fortgeschrittenem PCa über ihre Symptome schweigen, riefen Anfang 2015 acht Patientenvertretungen die internationale Prostatakrebs-Koalition (IPCC: International Prostate Cancer Coalition) ins Leben. Die IPCC beauftragte mit Unterstützung von Bayer die bisher größte Patientenbefragung zu Prostatakrebssymptomen (International Prostate Cancer Symptome Survey).
Bayer
Literatur:
(1)   William K. Oh et al., J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 10124).
(2)   Prostate Cancer Symptoms Survey: Global Results, 2015.
(3)   Patientenleitlinie Prostatakrebs II. Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom. Ein evidenzbasierter Patientenratgeber zur S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (Dritte Auflage, Juni 2015): http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp3_S3_Prostatakarzinom_2015-07.pdf.
(4)   American Cancer Society. "Prostate Cancer." (Last revised: March 12, 2012). http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003134-pdf.pdf. Accessed on April 6, 2015.
(5)   Tannock IF et al. N Engl J Med 2004;351: 1502-1512.
(6)   Petrylak DP et al. N Engl J Med 2004;351: 1513-1520.
(7)   Goh P et al. Curr Onc 2007; 14: 9-12.
(8)   Nørgaard et al. J Urol. 2010; 184, 162-167.
(9)   Bardehle D, Stiehler M (2010) Erster Deutscher Männergesundheitsbericht
(10)  Robert Koch Institut (2014) Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland
(11)  Möller-Leimkühler AM (2016) Vom Dauerstress zur Depression, Fischer & Gann
 
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