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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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28. Februar 2018

Atezolizumab zeigt beim mUC ein langes Ansprechen

Die Zulassung des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab (Tecentriq®) (1) im September 2017 steht exemplarisch für den Beginn einer neuen Ära in der Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms (mUC). Denn die Krebsimmuntherapie ist der erste medikamentöse Fortschritt in dieser Indikation nach Jahrzehnten des Stillstands. Studiendaten belegen die hohe Wirksamkeit dieser Behandlungsstrategie: So überlebten Patienten, die Tecentriq® als First-Line-Therapie erhielten, median fast 16 Monate – und damit deutlich länger als üblicherweise unter einer Chemotherapie (2). Der Stellenwert von Tecentriq für die Behandlung des mUC stand im Mittelpunkt eines Symposiums der Roche Pharma AG auf dem diesjährigen Deutschen Krebskongress (DKK).
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Fachinformation
 
Die Zulassung von Atezolizumab für die First-Line-Behandlung des mUC basiert auf den Resultaten der Studie IMvigor210. In Kohorte 1 der Phase-II-Studie erhielten Patienten, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht geeignet waren, Atezolizumab als First-Line-Therapie. Fast jeder vierte Patient (23%) sprach auf die Behandlung mit dem PD-L1-Inhibitor an. Insgesamt erreichten die Patienten unter Atezolizumab ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 15,9 Monaten (95%-KI: 10,4-NE) (2).

„Dieses Ergebnis ist klinisch absolut relevant“, betonte Prof. Kurt Miller, Berlin. „Wir wissen, dass wir mit den verfügbaren Chemotherapien nicht ansatzweise solche Überlebenszeiten erzielen. Wir sehen zudem, dass Patienten, die ansprechen, noch deutlich länger von der Therapie profitieren.“ Die Studiendaten bestätigen dies: Nach einem medianen Follow-up von 17,2 Monaten war die mediane Ansprechdauer auf Atezolizumab noch nicht erreicht; 70% der Patienten profitierten zu diesem Zeitpunkt weiterhin von der Behandlung mit dem PD-L1-Inhibitor (2).

Langfristiges Ansprechen – auch nach Platin-Vorbehandlung

Patienten, die nicht in der First-Line mit Atezolizumab behandelt wurden, können den PD-L1-Inhibitor auch in der Second-Line erhalten: Die aktuelle Zulassung für Atezolizumab gilt ebenfalls für Platin-vorbehandelte Patienten mit mUC (1). Daten der Kohorte 2 der IMvigor210-Studie zeigen, dass in dieser Therapiesituation jeder fünfte Patient (20%) – trotz teilweise massiver Vorbehandlung – auf die Behandlung mit Atezolizumab ansprach. Auch bei diesen Patienten bestätigte sich die langfristige Wirksamkeit der PD-L1-Inhibition: Nach einem medianen Follow-up von 21 Monaten sprachen 65% der Patienten weiter auf Atezolizumab an. Das mediane OS in dieser Kohorte wurde bei 7,9 Monaten erreicht (95%-KI: 6,7-9,3) (3).

Ein weiteres Argument: Gute Verträglichkeit von Atezolizumab

Die Daten der Phase-III-Studie IMvigor211 zum Einsatz von Atezolizumab bei bereits vorbehandelten Patienten sind konsistent mit jenen aus der Phase-II-Studie. Zum Zeitpunkt der Datenauswertung (medianes Follow-up nach 17,3 Monaten) konnte in der Gesamtpopulation (ITT) bei Patienten, die mit einer Atezolizumab-Mono­therapie behandelt wurden, ein verbessertes numerisches OS und eine längere mediane Ansprechdauer (DOR) beobachtet werden. Bei Patienten mit mittlerer bis hoher PD-L1-Expression konnte kein signifikanter Überlebensvorteil für die Patienten unter Atezolizumab-Therapie gezeigt werden. Hauptgrund war eine außergewöhnlich hohe Wirksamkeit des Kontrollarms mit Chemotherapie, welcher deutlich besser lief, als bei der Studienplanung angenommen. Im Gegensatz dazu fand sich in der ITT-Population ein signifikanter medianer Überlebensvorteil für die Patienten in der Atezolizumab-Gruppe (explorativer Endpunkt).

Somit bestätigt die Studie IMvigor211 die Langzeitwirkung von Atezolizumab in Bezug auf das Gesamtüberleben, die objektive Ansprechrate und die Dauer des Ansprechens (4). Die Studie belegt zudem die gute Verträglichkeit von Atezolizumab: Im Vergleich zur Chemotherapie war die Rate an schweren therapiebedingten unerwünschten Ereignissen mehr als halbiert (Grad 3/4: 20% vs. 43% unter Vinflunin oder Taxan) (4).

„Die gute Verträglichkeit von Atezolizumab ist ein weiteres, wichtiges Argument für den Einsatz des PD-L1-Inhibitors“, betonte Miller. „Dies umso mehr, da bereits im First-Line-Setting ein Großteil unserer Patienten nicht mehr fit genug für die Belastungen einer Platin-basierten Chemotherapie ist.“

Vertreter der nächsten Generation an Checkpoint-Inhibitoren

Atezolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der sich gezielt gegen das auf Tumorzellen und tumorinfiltrierenden Immunzellen exprimierte Protein PD-L1 richtet und so die T-Zell-Antwort reaktiviert. Als Vertreter der nächsten Generation von Checkpoint-Inhibitoren blockiert Atezolizumab sowohl die Interaktion von PD-L1 mit PD-1 als auch mit B7 (1). Die duale Signal-Blockade mit dem PD-L1-Antikörper setzt im Tumor und im Lymphknoten an: Im Tumor reaktiviert Atezolizumab die T-Zellantwort, in den Lymphknoten kann die Bildung von zytotoxischen T-Zellen verstärkt werden (1). Anders als die PD-1-Blockade lässt die PD-L1-Blockade mit Atezolizumab die PD-1/PD-L2-Interaktion intakt, wonach Autoimmunreaktionen möglicherweise reduziert werden können.

▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG(grenzach.drug_safety@roche.comoder Fax +49 (0)7624 / 14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut(www.pei.deoder Fax: +49 (0)6103 / 77-1234).
Quelle: Roche
Literatur:
(1) Fachinformation Tecentriq®, Stand: November 2017
(2) Balar AV et al. Lancet 2017; 389 (10064): 67-76
(3) Loriot Y et al. Ann Oncol 2016; 27 (Suppl 6): vi270–vi271; Abstract 783P
(4) Powles T et al. EACR-AACR-SIC 2017 (Special Conference); Abstract 606
 
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