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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. März 2017

Atezolizumab: Immuntherapie-Option gegen mehrere Krebsarten

Mit dem Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab steht eine neue Generation von Checkpoint-Inhibitoren zur Immuntherapie von Krebserkrankungen vor der Zulassung. Am weitesten fortgeschritten sind die klinischen Studien bei Patienten mit Blasenkrebs und nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. In den Vereinigten Staaten ist der Antikörper zur Therapie beider Erkrankungen, jeweils in fortgeschrittenem Stadium, bereits seit 2016 zugelassen.
 
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Der humanisierte monoklonale Antikörper Atezolizumab richtet sich gezielt gegen das Protein PD-L1 (Programmed Death Ligand 1), durch dessen Expression sich mehrere Krebsarten der Immunabwehr entziehen. Denn PD-L1 reagiert mit zwei unterschiedlichen Rezeptoren an der Oberfläche von T-Zellen, wodurch diese ausgeschaltet werden. Atezolizumab ist der einzige Checkpoint-Inhibitor, der mit beiden Rezeptoren reagiert und so auch beide Signalwege blockieren kann. Mit den Checkpoint-Inhibitoren sei die Krebs-Immuntherapie „in der Begeisterungsphase gelandet“, freute sich Prof. Dr. Elfriede Nößner vom Helmholtz Zentrum München.
 
Da Atezolizumab für alle Krebsarten, die das Immunsystem über den PD L1-Signalweg hemmen, eine potenzielle Therapieoption darstellt, wird es derzeit in einem umfassenden Studienprogramm untersucht. Mehr als zehn Phase III-Studien bei Lungen-, Nieren-, Brust-, Darm-, Haut- und Blasenkrebs sowie bei Lymphomen sind bereits angelaufen oder in Planung.
 
Beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom wird Atezolizumab in der Phase-III-Studie OAK gegen Docetaxel geprüft; eingeschlossen wurden 1.225 Patienten. Dr. Achim Rittmeyer, Lungenfachklinik Immenhausen, stellte die Ergebnisse für die ersten 850 Patienten vor. Primäre Endpunkte sind das Gesamtüberleben in der Studienpopulation sowie das Überleben der Patienten mit einem PD-L1 Expressionslevel >1%. Nach 18 Monaten lebten noch 40% aus der Atezolizumab-Gruppe vs. 27% aus der Docetaxel-Gruppe (Medianes Überleben 13,8 Monate vs. 9,6 Monate). „Dieser Abstand ist genial für Lungenkrebs“, befand Rittmeyer, zumal auch noch die Verträglichkeit im Vergleich zu Docetaxel deutlich besser war.
 
Auch bei fortgeschrittenem Blasenkrebs ist Atezolizumab eine Bereicherung, sagte PD Dr. Carsten Grüllich vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg. Hier wird es auch First line eingesetzt, da die meist älteren, schwerkranken Patienten mit schlechter Nierenfunktion die Standardtherapie mit Cisplatin nicht vertragen.
 
Dr. Barbara Voll-Peters
Pressekonferenz: Immuno-Update: Neue Perspektiven in der Krebsimmuntherapie, Roche Pharma AG, 9. Februar 2017, Hamburg
 
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