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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. November 2015

Akute Promyelozytenleukämie: Nur noch wenige Rezidive

Eine italienisch-deutsche Studie hat gezeigt, dass eine chemotherapiefreie Behandlung der Akuten Promyelozytenleukämie (APL) einen Überlebensvorteil gegenüber dem bisherigen Standard All-Trans-Retinsäure (ATRA) plus einer anthryzyklinbasierten Chemotherapie hat. Das bestätigt auch eine britische Studie. Die Rezidivraten sind verschwindend gering. An der italienisch-deutschen Phase-III-Studie APL0406 hatten Patienten mit einer neu diagnostizierten APL mit niedrigem oder intermediärem Risiko (Leukozytenzahl unter 10.000 /μl) teilgenommen (1). Eine Primärtherapie mit ATRA plus Arsentrioxid (ATO, Trisenox®) führte bei allen Patienten zu einer kompletten Remission; bei Standardtherapie erreichten 75 von 79 Patienten (95%) einen solchen Therapieerfolg (p = 0,12), wie Prof. Dr. Eva Lengfelder von der III. Medizinischen Universitätsklinik in Mannheim anlässlich der DGHO-Jahrestagung in Basel berichtete.

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Nach einer medianen Beobachtungszeit von 31 Monaten lag die Rate des ereignisfreien 2-Jahres-Überlebens (EFS) bei Therapie mit ATRA plus ATO bei 97%, im Kontrollarm bei 86,7% (p = 0,03). Nach im Median 36 Monaten hatten sich die Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen weiter verstärkt und auch der Unterschied der Gesamtüberlebensraten (OS) in beiden Armen war nun signifikant (99,1 vs. 94,4%; p = 0,01) (2). Die chemotherapiefreie Therapie war dabei besser tolerabel als die Chemotherapie-Kombination, mit ATO kam es allerdings häufiger zu einer QTc-Zeit-Verlängerung sowie Leberenzymwert-Erhöhungen.

Eine britische Studie bestätigte kürzlich die Überlegenheit des Regimes ATRA plus ATO im Vergleich zu ATRA plus Idarubicin (3): Das 4-Jahres-EFS war wiederum signifikant überlegen (91 vs. 74%; p = 0,003). Patienten mit hohem Risiko profitierten ebenfalls eindrucksvoll von der anthrazyklinfreien Erstbehandlung: Das rezidivfreie Überleben lag bei 100% im ATRA plus ATO-Arm und bei 74% im Kontrollarm. Ergänzend zu ATRA und ATO hatten sie Gemtuzumab-Ozogamicin erhalten. Eine neue Studie mit deutscher Beteiligung soll nun die Erstlinientherapie bei Hochrisiko-APL mit ATRA, ATO und zwei initialen Gaben von Idarubicin prüfen. Zugelassen ist ATO in der Erstlinientherapie nicht.

In der zugelassenen Indikation der Rezidivtherapie der APL erreicht ATO nach Daten aus dem Register PROMYSE noch bei 53% der Patienten eine Rezidivfreiheit, berichtete Lengfelder. Derzeitiger Therapiestandard im Rezidiv ist eine Induktion mit ATO gefolgt von einer Konsolidierung mit ATRA plus ATO, ggf. mit anschließender Transplantation. Bei Erstlinientherapie mit ATRA und ATO sind noch weniger Rezidive als bisher zu erwarten. Es kann erneut eine Therapie mit ATO, alternativ auch eine intensive Chemotherapie, versucht werden (4).

Friederike Klein, München
Satellitensymposium „Der onkologische Patient. Leitliniengerechte Versorgung“, am 9. Oktober 2015 in Basel anlässlich der 62. Jahrestagung 2015 von DGHO, OeGHO, SGMO und SGH+SSH, unterstützt von TEVA.
Literatur:

(1) Lo Coco F et al. N Engl J Med. 2013 Jul 11;369(2):111-21.
(2) Platzbecker U et al. Oral abstract ASH 2014, Blood 2014; 124(21), 12.
(3) Burnett AK et al. Lancet Oncol. 2015 Oct;16(13):1295-305.
(4) European recommendation for treatment of relapsed APL

 
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