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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. März 2016

Aktinische Keratosen: Frühe Feldtherapie bietet Schutz

Patienten mit aktinischen Keratosen (AK) sollten bereits im frühen Stadium und auch bei Einzelläsionen konsequent mittels Feldtherapie behandelt werden, um einen Übergang der AK`s in ein invasives Plattenepithelkarzinom zu verhindern. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen den Einsatz des topischen Zytostatikums Ingenolmebutat (Picato®) sowohl bei multiplen Läsionen und Feldkanzerisierung als auch bei Einzelläsionen. Hauptziel ist hierbei die Minderung des Progressionsrisikos. Neben der Langzeiteffektivität zeichnet sich das Therapieprinzip durch eine gute Verträglichkeit und insbesondere durch eine adhärenzfördernde, kurze Therapiedauer aus.

Der Begriff aktinische Keratose (AK) bezeichnet die ersten Schritte einer malignen Transformation der Haut unter dem Einfluss chronischer UV-Licht-Exposition. Die AK kann als (scheinbar) einzelne Läsion, in Form multipler Läsionen oder als so genannte Feldkanzerisierung auftreten, die durch konfluierende Läsionen gekennzeichnet ist. „Die aktuellen dermatologischen S3-Leitlinien sehen die AK als Plattenepithelkarzinom-in-situ der Epidermis (1)“, betonte Dr. Kai-Martin Thoms, Göttingen, bei einer Veranstaltung anlässlich der Fortbildung DDG KOMPAKT 2016 der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Leipzig.

Plattenepithelkarzinome entstehen auch aus frühen Läsionen

Einzelne, unmittelbar sichtbare AK-Läsionen seien dabei oft nur die Spitze des Eisbergs, betonte Thoms. Denn die für die aktinischen Keratosen typische Feldkanzerisierung im UV-exponierten Hautareal könne auch in der tieferen Epidermis stattfinden. Histologisch entspricht dies einer AK I, bei der nur das untere Drittel der Epidermis betroffen ist, wohingegen bei AK II auch das mittlere Drittel und bei AK III die gesamte Epidermis die zellulären Atypien trägt. Sichtbare aktinische Keratosen und noch nicht sichtbare, aber dennoch kanzerogene Hautveränderungen existierten oft nebeneinander. „Dabei ist es nicht möglich, sicher vorherzusagen, aus welchen Läsionen sich wann ein invasives Plattenepithelkarzinom entwickelt“, betonte Thoms. Zwar gehe die „klassische“ maligne Transformation beim weißen Hautkrebs von der AK I über die AK II und III hin zum invasiven Karzinom; es gebe aber auch einen alternativen Weg, bei dem es bereits im AK-Stadium I zu einer malignen Transformation komme. „Dieser Weg der Krebsentstehung ist möglicherweise sogar der häufigere“, so Thoms. So zeigte sich in einer kürzlich publizierten Untersuchung, bei der 196 invasive Plattenepithelkarzinome histologisch aufgearbeitet wurden, dass knapp 64% aller invasiven Karzinome auf eine AK I zurückgingen. Nur 18% entstanden „klassisch“ aus einer AK III (2). Vor diesem Hintergrund sei eine Behandlung von Patienten mit aktinischer Keratose grundsätzlich immer indiziert, so Thoms. Mehr noch: „Es sollte stets feldgerichtet therapiert werden, um auch Läsionen in der Umgebung zu erfassen, die noch nicht sichtbar sind, die aber trotzdem maligne transformieren können.“

Leitlinien empfehlen topische Therapie mit Ingenolmebutat

Primäres Ziel der Therapie bei aktinischer Keratose sei eine Minimierung des Progressionsrisikos, betonte auch Prof. Dr. Eggert Stockfleth, Bochum. Wichtig seien aber auch ein anhaltender Effekt der Maßnahmen und eine patientengerechte Anwendung, um eine hohe Patientenadhärenz als Voraussetzung für Effektivität zu erreichen. Die feldgerichtete Therapie mit Ingenolmebutat (Picato®) erfülle all diese Anforderungen, so Stockfleth.

Ingenolmebutat (Picato®) ist ein farbloses Gel, das gleichmäßig auf die vom Arzt definierte Behandlungsfläche aufgetragen wird. Die Anwendungszeit beträgt am Körper nur zwei und im Gesicht bzw. an der Kopfhaut gerade einmal drei aufeinanderfolgende Tage. Nicht zuletzt wegen dieser kurzen Therapiedauer könne auch im Vergleich zu anderen Therapieverfahren von einer hohen Adhärenz ausgegangen werden, so Stockfleth.

Der Experte präsentierte in Leipzig die aktualisierten Empfehlungen unterschiedlicher nationaler und internationaler Leitlinien. So betont die aktuelle globale S3-Leitlinie die Vorteile von Ingenolmebutat (Picato®) hinsichtlich der Therapieadhärenz und gibt eine starke Empfehlung für den Einsatz von Ingenolmebutat 150 µg/g (Gesicht/Kopfhaut) bzw. 500 µg/g (Rumpf und Extremitäten) bei multiplen AK-Läsionen und bei Feldkanzerisierung. Auch bei AK-Einzelläsionen wird das Topikum explizit empfohlen (3). Die ebenfalls aktualisierte Schweizer Clinical Practice-Leitlinie benennt als Vorteile von Ingenolmebutat die großflächige Anwendbarkeit und den raschen Wirkeintritt (4).

Überzeugende Langzeitdaten

Mit Blick auf die Langzeiteffektivität von Ingenolmebutat (Picato®) präsentierte Dr. Thoms in Leipzig unter anderem die Ergebnisse der beiden aktuellen, randomisierten Studien FIELD 1 und FIELD REPEAT (5,6). Im Rahmen der FIELD 1-Studie erhielten Patienten eine kombinierte Behandlung. Zunächst wurden bei allen Patienten sämtliche AK-Läsionen mittels Kryotherapie behandelt. Drei Wochen nach dem Eingriff erfolgte randomisiert eine feldgerichtete Therapie mit Ingenolmebutat im Eingriffsareal an Gesicht und Kopfhaut über drei Tage. Dabei zeigte sich, dass nach 11 Wochen 60,5 % der mit Verum behandelten Patienten im Behandlungsareal weiterhin ohne Läsionen waren. Nach 12 Monaten waren es 55% (5).

Eine Mehrfachbehandlung mit Ingenolmebutat wurde in der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase III-Studie FIELD REPEAT evaluiert. Eingeschlossen wurden 450 Patienten mit AK-Läsionen an Gesicht oder Kopfhaut. Bereits nach dem ersten Behandlungszyklus kam es bei 62 % der mit Ingenolmebutat behandelten Patienten zu einer vollständigen Abheilung. Nach einem Jahr wiesen 50% der Patienten, die einen oder maximal zwei Behandlungszyklen erhalten hatten, eine komplette Abheilung auf (6).

Deutsche Dermatologische Gesellschaft
Literatur:

(1) Deutsche Dermatologische Gesellschaft; Leitlinie zur Behandlung der aktinischen Keratosen. Stand 12/2011; AWMF-Register Nr. 013/041
(2) Fernández-Figueras MT et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2015; 29:991-7
(3) International League of Dermatological Sciences, European Dermatology Forum. Evidence and consensus based (S3) Guidelines for the Treatment of Actinic Kerato-sis. Update 2015; http://www.euroderm.org/edf/index.php/edf-guidelines/category/5-guidelines-miscellaneous
(4) Hofbauer G et al. Swiss Med Wkly 2014; 144:w14026
(5) Berman B et al. J Drugs Dermatol 2014; 13:154-60; Berman B et al; AAD Congress 2014
(6) Garbe C et al. Br J Dermatol 2015; doi: 10.1111/bjd.14222

 
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