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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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01. Juli 2015

Fortgeschrittenes Adenokarzinom des Magens: Ramucirumab neue Behandlungsoption für die Zweitlinientherapie

Ramucirumab (CYRAMZA®) kann seit Ende des vergangenen Jahres in der Europäischen Union sowohl als Monosubstanz als auch in Kombination mit Paclitaxel für die Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs eingesetzt werden. Mit der Zulassung des VEGFR2 (Vascular Endothelial Growth Factor Receptor-2)-Antikörpers in dieser Indikation hat die Palliativtherapie des Magenkarzinoms eine wichtige Erweiterung erfahren. Die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien REGARD und RAINBOW hatten dokumentiert, dass Patienten unter der Behandlung mit dem Angiogenesehemmer eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens und des progressionsfreien Überlebens erreichen können (1,2). Welche Bedeutung die zielgerichtete Zweitlinien-Antikörpertherapie mit Ramucirumab in der medizinischen Praxis hat, war Thema eines Workshops am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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Magenkrebs ist eine Tumorerkrankung, die im Frühstadium bei bis zu 80% der Patienten nur wenige Symptome verursacht (3). Aus diesem Grund wird der Tumor oft erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium diagnostiziert und die Therapieziele sind zumeist palliativ. Erreicht werden soll insbesondere eine Verlängerung der Überlebenszeit bei Erhalt einer möglichst guten Lebensqualität.

Mit Ramucirumab steht für Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs nach vorangegangener Chemotherapie eine neue Behandlungsoption zur Verfügung (4). Zugelassen wurde der VEGFR-2-Antikörper auf Basis der Daten aus den beiden internationalen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-III-Studien REGARD und RAINBOW (1,2).

Zulassungsstudie REGARD

In REGARD wurde untersucht, ob Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs von einer Monotherapie mit Ramucirumab plus bestmöglicher supportiver Therapie (BSC = Best Supportive Care) in der Zweitlinie profitieren können (1). Einschlusskriterium für die Aufnahme in die Studie war das Versagen einer Platin- oder Fluoropyrimidinhaltigen Kombinationstherapie in der Erstlinie. Die Studienteilnehmer erhielten im Verhältnis 2:1 randomisiert entweder Ramucirumab (8 mg/kg Körpergewicht i.v., alle 2 Wochen; n=238) oder Placebo (n=117), jeweils plus BSC.

Unter der Behandlung mit Ramucirumab plus BSC verlängerte sich die Dauer des Gesamtüberlebens (OS) im Vergleich zum Kontrollarm signifikant (5,2 versus 3,8 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,776; 95%-KI 0,603–0,998; p=0,0473). Darüber hinaus war das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) hochsignifikant verlängert (2,1 versus 1,3 Monate; 95%-KI 0,376–0,620). Dies entspricht einer Risikoreduktion von 52% unter der Behandlung mit Ramucirumab (HR 0,483; p<0,0001).

Zulassungsstudie RAINBOW

In die RAINBOW-Studie wurden 665 Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs eingeschlossen, deren Erkrankung innerhalb von vier Monaten nach oder im Verlauf einer Erstlinientherapie (Platinverbindung plus Fluoropyrimidin mit oder ohne Anthrazyklin) fortgeschritten war (2). Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert im Verhältnis 1:1 entweder alle 4 Wochen eine Therapie mit Ramucirumab (8 mg/kg Körpergewicht i.v. an den Tagen 1 und 15) plus Paclitaxel (80 mg/m2 i.v. an den Tagen 1, 8 und 15; n=330) oder wurden mit Paclitaxel in der genannten Dosierung plus Placebo behandelt (n=335).

Unter Ramucirumab/Paclitaxel wurde im Vergleich zu Placebo/Paclitaxel eine signifikante Verlängerung des OS (9,6 versus 7,4 Monate; HR 0,807; 95%-KI 0,678–0,962; p=0,017) erzielt. Ebenfalls signifikant verlängert war das PFS unter der Kombinationstherapie im Vergleich zur Kontrollgruppe (4,4 versus 2,9 Monate; HR 0,635; 95%-KI 0,536–0,752; p<0,0001).

Vorteile des Therapieregimes mit Ramucirumab

Die Behandlung mit Ramucirumab erwies sich in beiden Zulassungsstudien als vergleichsweise gut verträglich. Dies spielt im palliativen Setting, in dem die Lebensqualität der Patienten im Mittelpunkt steht, eine zentrale Rolle. Unerwünschte Ereignisse kamen in der REGARD-Studie in beiden Behandlungsgruppen insgesamt ähnlich häufig vor (94% versus 88%), die Hypertonie-Rate unter Ramucirumab war allerdings höher als unter Placebo (16% versus 8%).

In der RAINBOW-Studie traten unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 und 4 im Ramucirumab-Arm häufiger auf als unter Placebo, darunter Neutropenie (41% versus 19%) und Leukopenie (17% versus 7%). Allerdings kamen febrile Neutropenien vom Grad ≥3 in beiden Behandlungsarmen trotz der höheren Neutropenierate im Ramucirumab-Arm nahezu gleich häufig vor (3% versus 2%).

Die Lebensqualität der Patienten wurde in der RAINBOW-Studie alle 6 Wochen mithilfe standardisierter Fragebögen erfasst und erwies sich in beiden Studienarmen als vergleichbar (5).

Fazit: Die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien REGARD und RAINBOW bestätigen den VEGFR-2-Signalweg als wichtiges therapeutisches Angriffsziel bei Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs. Ramucirumab hat sich sowohl in Monotherapie als auch in Kombination mit Paclitaxel als wirksam und zugleich vergleichsweise gut verträglich erwiesen, was den Angiogenesehemmer zu einer wichtigen neuen Behandlungsoption macht. Ramucirumab könnte zum neuen Standard der Zweitlinientherapie werden – entweder in der Kombination mit Paclitaxel oder als Monotherapie für Patienten, für die eine Kombinationstherapie mit Paclitaxel nicht geeignet ist.

Lilly
Literatur:

(1)  Fuchs CS et al., 2014, Lancet 383: 31–39
(2)  Wilke H et al., 2014, Lancet Oncol 15: 1224–1235
(3)  Moehler M et al., 2011, Z Gastroenterol 49: 461–531
(4)  Fachinformation CYRAMZA®. Stand: Dezember 2014
(5)  Al-Batran SE et al., 2014, J Clin Oncol 32 (Suppl): 5s: Abstract 4058

 
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