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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Januar 2016

ASH 2015: Erster deutscher Wissenschaftler geehrt

Prof. Dr. med. Karl Welte vom Universitätsklinikum Tübingen, hat als erster deutscher Wissenschaftler und als zweiter Pädiater überhaupt die Henry M. Stratton Medaille der American Society of Hematology (ASH) für sein Lebenswerk im Bereich der klinisch-translationalen hämatologischen Forschung erhalten.

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Die international renommierte Auszeichnung wurde während des 57. ASH Annual Meeting am 08. Dezember 2015 in Orlando, Florida/USA, verliehen (1). Damit wurden insbesondere Weltes Verdienste um die Entdeckung und die klinische Entwicklung des rekombinanten Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktors (G-CSF) gewürdigt, der das Risiko von febrilen Neutropenien infolge zytotoxischer Chemotherapien reduziert. Febrile Neutropenien (FN) sind potenziell lebensbedrohlich und machen oftmals ein Unterbrechen der Chemotherapie notwendig, wodurch der Therapieerfolg gefährdet wird.

Welte, der auf Stationen an den Kinderkliniken in Berlin und Frankfurt, am Department of Developmental Hematopoiesis des Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, und an der Medizinischen Hochschule in Hannover zurückblickt, widmete sich frühzeitig der Erforschung hämatologischer Erkrankungen bei Kindern (1). Sein besonderes Interesse galt den molekularen Grundlagen bei der Entwicklung neutrophiler Granulozyten. Weltes bekannteste Arbeiten stehen in Zusammenhang mit der Entdeckung und Aufreinigung des humanen G-CSF sowie dessen Klonierung und rekombinanter Expression. Rekombinant exprimiertes G-CSF reduziert bei klinischer Anwendung Inzidenz, Dauer und Schweregrad febriler Neutropenien, einer schwerwiegenden Komplikation von Chemotherapie-induzierten Neutropenien. Diese Erkenntnisse führten ab 1986 zur klinischen Entwicklung von Filgrastim (r-met-HuG-CSF) für den Einsatz bei Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen (2). Welte wirkte dabei an Design und Durchführung der Phase 1- bis 3-Studien mit (1). Die Zulassung als Neupogen® von Amgen erfolgte 1991 in den USA und in verschiedenen europäischen Ländern (2). Nicht minder bedeutend für Forschung und Therapiesituation waren Weltes Beiträge zur Identifizierung verschiedener Keimbahn-Mutationen, z.B. ELANE, HAX1 und G6PC3, die der Krankheitsbiologie kongenitaler Neutropenien zugrunde liegen. Daneben klärten seine Arbeiten aberrante G-CSF-Signalwege bei Patienten mit kongenitaler Neutropenie auf. Weltes Studien zu den Hintergründen der Leukämie bei schwerer kongenitaler Neutropenie haben dazu beigetragen, die molekularen Signalwege der Leukämogenese zu entschlüsseln, was den Weg für neue Behandlungsoptionen bei dieser Erkrankung ebnete (1). „Vor Einführung der G-CSF-Therapie verstarben über 50% der Patienten an therapiebegleitenden Infektionen. Es freut mich, dass ich im Verlaufe der folgenden Jahre miterleben konnte, wie meine Arbeiten dazu beigetragen haben, die Lebensqualität bei Hunderten von Patienten mit kongenitaler Neutropenie zu verbessern und ebenso viele Leben zu retten“, resümierte Welte.
 
Die Henry M. Stratton Medaille (bis 1991 Henry M. Stratton Lecture) wird seit 1970 jährlich von der ASH an Wissenschaftler vergeben, die das Fachgebiet der Hämatologie durch ihre herausragende Forschungsarbeit mitgeprägt haben. Die Auszeichnung ist nach dem Mitbegründer des Verlags Grune and Stratton benannt, der als erster das ASH-Fachjournal Blood herausgegeben hat (1). Seit dem Jahr 2012 werden zwei Preisträger nominiert, ein Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung sowie ein Experte der klinisch-translationalen Forschung. Da eines der Auswahlkriterien ein Alter von mindestens 51 Jahren ist, kann man von der Honorierung des wissenschaftlichen Lebenswerks sprechen (3).

Die Medaille für die Grundlagenforschung ging an Prof. Dr. Nancy A. Speck, Universität von Pennsylvania/USA.

Amgen
Literatur:

(1)  Pressemitteilung der American Society of Hematology. Verfügbar unter: .http://www.hematology.org/Newsroom/Press-Releases/2015/4278.aspx 
(2)  Welte K et al. Blood 1996, 88(6), 1907-1929.
(3)  American Society of Hematology. Henry M Stratton Medal Recipients. Verfügbar unter: http://www.hematology.org/Awards/Honorific/Stratton.aspx. Zugriff: Januar 2016.
  

 
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