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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. Februar 2015

ASH 2014: Bendamustin bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen

Bendamustin ist ein bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen sehr effektives und dabei gleichzeitig gut verträgliches Zytostatikum. Langzeittoxizitäten und Zweitmalignome sind nicht häufiger als unter den "alten" Behandlungsprotokollen mit CHOP. Dies zeigen Langzeitdaten der StiL-Studien NHL1 (1) und NHL2 (2), die bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) im Dezember in San Francisco vorgestellt wurden.

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Indolente Lymphome: StiL-Studiengruppe präsentiert Langzeitdaten mit BR

Auch bei den indolenten Lymphomen ist BR die meist eingesetzte Therapie, wie ebenfalls aus dem Tumorregister hervorgeht (6). Denn die 2013 hochrangig in The Lancet publizierte NHL1-Studie der Studiengruppe indolente Lymphome (StiL), die bereits 2003 startete, hatte in der First-line-Therapie von Patienten mit indolenten Lymphomen oder Mantelzell-Lymphomen eine signifikante Überlegenheit von BR versus CHOP-R (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison plus Rituximab) bezüglich Effektivität und Verträglichkeit gezeigt (3). Mit einem signifikant längeren PFS von 69,5 Monaten unter BR im Vergleich zu 31,2 Monaten unter CHOP-R (p < 0,0001) demonstrierte die Studie die Nicht-Unterlegenheit von BR im Vergleich zu CHOP-R (primärer Studienendpunkt) - unabhängig vom Alter der Patienten. Auf dem ASH 2014 stellte Prof. Dr. Mathias J Rummel, Gießen, nun die Langzeitdaten der Studie nach 77 Monaten vor (2). Auswertbar waren die Daten von 514 Patienten mit verschiedenen indolenten Lymphomen oder Mantelzell-Lymphomen (MCL), die randomisiert entweder BR (n=261) oder CHOP-R (n=253) als First-line-Therapie erhalten hatten. Das mediane Alter der Patienten betrug 64 Jahre, die Patientencharakteristika zwischen den Therapiearmen waren ausgewogen.

Trend zu besserem Überleben durch BR bei indolenten Lymphomen

Im BR-Arm benötigten weniger Patienten eine Second-line-Therapie aufgrund einer Krankheitsprogression als unter CHOP-R (36% vs. 55%) und die Zeit bis zur nächsten Therapie (TTNT) war unter BR signifikant länger (p<0,001). Sie betrug unter CHOP-R 42,3 Monate, unter BR war sie noch nicht erreicht. Das Gesamtüberleben unterschied sich in Hinblick auf die gesamte Gruppe der eingeschlossenen Patienten nicht signifikant zwischen den beiden Therapiearmen. Betrachtet man jedoch nur die indolenten Lymphome ohne die MCL, so zeigt sich ein Trend zu einem Überlebensbenefit durch BR im Vergleich zu CHOP-R. In einem Video-Interview im Rahmen des ASH betonte Rummel, dass die Therapie mit der Monotherapie mit Bendamustin (plus Rituximab) (4) nicht nur verträglicher, sondern auch wirksamer sei als die Polychemotherapie mit CHOP (plus Rituximab) . Er stellte heraus, dass es für die Patienten von großem Vorteil sei, dass insbesondere unter CHOP-R beobachtete Organtoxizitäten wie Neurotoxizität und Kardiotoxizität unter BR nicht zu erwarten seien. Zudem komme es unter Bendamustin nicht zu Haarausfall, was für die Lebensqualität der Patienten eine große Rolle spiele. Erfreulicherweise konnte nun nach 77 Monaten Nachbeobachtungszeit auch gezeigt werden, dass unter BR auch in der Langzeitbeobachtung nicht mehr Zweitneoplasien auftraten als unter CHOP-R (2).

BR auch als Rezidivtherapie in der Langzeitbeobachtung signifikant wirksamer als FR

Rummel stellte zudem beim ASH-Kongress die Langzeitdaten nach 96 Monaten der NHL2-Studie der StiL vor. Diese hatte BR mit der Kombination aus Fludarabin plus Rituximab (FR) bei Patienten mit rezidiviertem follikulären Lymphom (FL), anderen indolenten Lymphomen oder MCL verglichen (3). Die Daten von 219 Patienten waren auswertbar (114 BR, 105 FR). Primärer Endpunkt war das PFS, sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS), die Gesamtansprechrate sowie die Rate an kompletten Remissionen. Die Gesamtansprechrate war unter BR signifikant höher als unter FR (83,5% vs. 52,5%, p< 0,0001), ebenso die Rate an kompletten Remissionen (38,5% vs. 16,2%; p=0,0004). Signifikant länger war auch das mediane PFS unter BR (34 vs. 12 Monate; p<0,0001). Das längere PFS übertrug sich in einen Überlebensvorteil mit signifikant längerem medianen OS im BR-Arm (110 vs. 49 Monate, HR 0,64, 95% KI 0,45-0,91; p=0,0125). Sowohl die Nebenwirkungen insgesamt als auch das Auftreten von schweren Nebenwirkungen war in beiden Therapiearmen vergleichbar. Die Autoren der Studie folgerten aus diesen Daten, dass BR im untersuchten Patientenkollektiv signifikant effektiver ist als FR. 

Erhaltungstherapie nach BR: MAINTAIN-Studie beim fortgeschrittenen follikulären Lymphom

Die Erhaltungstherapie mit Rituximab gilt bei den indolenten Lymphomen heute als Standard, da sie das PFS der Patienten signifikant verlängert . Nachdem sich BR in der STiL- Studiengruppe als First-line Standard für behandlungsbedürftige Patienten mit fortgeschrittenen iNHL etabliert hat, untersucht nun die NHL7-Studie, ob Patienten mit iNHL und Mantelzell-Lymphomen, die nach BR eine Remission erzielt haben, von einer 2- oder 4-jährigen Rituximab-Erhaltungstherapie zusätzlich profitieren (6). Die bisher ausgewerteten Effektivitäts- und Sicherheitsdaten von 546 Patienten (Gesamtansprechrate 93,6%, Rate an kompletten Remissionen 39,6%) bestätigen laut Rummel und Kollegen die Effektivität der Kombination BR. Die hier erstmals vorgestellten Daten zeigen, dass die Rituximab-Erhaltungstherapie sowohl über 2 als auch über 4 Jahre hinweg sicher zu sein und nicht zu neuen oder unerwarteten Toxizitäten zu führen scheint. Auf die Effektivitätsdaten kann man gespannt sein.

Bendamustin bei älteren Patienten mit Mantelzell-Lymphom

Die Erstlinientherapie mit Bendamustin plus dem CD20-Antikörper Ofatumumab bei älteren Patienten (medianes Alter 73 Jahre) mit Mantelzell-Lymphom evaluierten Carla Casulo et al. in einer Phase-II-Studie (7). Bei 12 auswertbaren Patienten betrug die Gesamtansprechrate 92%. 67% der Patienten erreichten eine komplette Remission, 25% eine partielle Remission und eine Stabilisierung der Erkrankung. Nach einem medianen Follow-up von 1,8 Jahren leben noch alle Patienten. Das progressionsfreie Überleben nach 2 Jahren wird auf 68% geschätzt. Laut den Autoren ist diese Kombination bei älteren Patienten mit hohem Risiko sicher und weist vielversprechende Aktivität auf - mit im Vergleich zu historischen Chemoimmuntherapie-Regimen überlegenen Raten an komplettem Ansprechen.

Hohe klinische und molekulare Ansprechraten und ein langes PFS erreichte die Kombination aus Rituximab, Bendamustin, Bortezomib und Dexamethason (RiBVD) in einer prospektiven Phase-II-Studie in der Erstlinien-Therapie bei älteren Patienten mit MCL (8). "Mit einem kompletten Ansprechen von 74%, einem 2-Jahres-PFS von 69% und 86% MRD-negativen Patienten nach 6 Therapiezyklen ohne Erhaltungstherapie zeigt sich das RiBVD-Regime als hoch effektive, gut tolerierte Erstlinien-Therapie für ältere MCL-Patienten", folgerten die Autoren der Studie.

Myron Czuczman und Kollegen untersuchten BR bei Patienten mit rezidiviertem (n=21) oder refraktärem (n=24) CD20-positivem B-Zell MCL (2). Von den 45 überwiegend männlichen Patienten (71%), die mindestens einen und im Median sechs Therapiezyklen erhielten, befanden sich 82% im Stadium IV der Erkrankung, das mediane Alter betrug 70 Jahre. Die Gesamtansprechrate der Patienten mit rezidivierter Erkrankung lag bei 90% (76% komplettes Ansprechen, 14% partielles Ansprechen) und die Gesamtansprechrate bei refraktärer Erkrankung 75% (21% komplettes Ansprechen, 54% partielles Ansprechen). Das mediane PFS betrug bei rezidivierter Erkrankung 23,1 Monate und 17,1 Monate bei refraktärer Erkrankung. Dies sind nach Meinung der Autoren durchaus vielversprechende Daten bei vorbehandelten, älteren Patienten mit MCL.

Dr. Petra Ortner, München

Literaturhinweise:

(1) Rummel MJ et al. ASH Annual Meeting Abstracts, Blood 2014 Dec 5;124(21):4407, Poster
(2) Rummel MJ et al. ASH Annual Meeting Abstracts, Blood 2014 Dec 5;124(21):145, Vortrag
(3) Rummel MJ et al. Lancet. 2013;381(9873):1203-10
(4) http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/kongresse/ash/ash-2014/studien-zu-indolenten-lymphomen.html, zugegriffen am 15.01.2015
(5) Salles G et al. Lancet 2011;377(9759):42-51
(6) Rummel MJ et al. ASH Annual Meeting Abstracts, Blood 2014 Dec 5;124(21):3052, Poster
(7) Casulo C et al. ASH Annual Meeting Abstracts, Blood 2014 Dec 5;124(21):1751, Poster
(8) Gressin R et al. ASH Annual Meeting Abstracts, Blood 2014 Dec 5;124(21):148
(9) Czuczman M et al. ASH Annual Meeting Abstracts, Blood 2014 Dec 5;124(21):1757

Quelle: 56. Jahreskongress der American Society of Hematology (ASH) vom 6. bis 9. Dezember 2014 in San Francisco, USA
 
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