Dienstag, 12. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
01. August 2013

ASCO 2013: Daten bestätigen Sunitinib als Erstlinien-Standard beim mRCC/ Axitinib ermöglicht wirksame Weiterbehandlung

Auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurde der Multikinase-Inhibitor Sunitinib (Sutent®) als Standard in der Erstlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) bestätigt. Dies zeigen die neuen Ergebnisse der Phase-II-Studie RECORD-3 (1). "In der mRCC-Erstlinie wird der Grundstein für das Gesamtüberleben der Patienten gelegt. Deshalb ist die Wahl der effektivsten Substanz hier entscheidend", erklärte Prof. Dr. Jochen Casper, Oldenburg, auf einer Presseveranstaltung von Pfizer Oncology in Berlin (2). Mit einer objektiven Ansprechrate (ORR) von 47% und einem Gesamtüberleben (OS) von mehr als zwei Jahren ist Sunitinib ein Referenzstandard in der mRCC-Erstlinientherapie (3-4).

Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) wider, in denen Sunitinib als einziges Präparat bei Patienten mit geringem bis mittlerem Progressionsrisiko mit dem höchsten Evidenzgrad (IA) für die mRCC-Erstlinientherapie empfohlen wird (5). Sollte eine Behandlung mit Sunitinib keinen Erfolg mehr zeigen, steht mit Axitinib (Inlyta®) seit September 2012 eine neue Option zur effektiven Fortsetzung der mRCC-Therapie zur Verfügung (6-7). Vor dem Wechsel in die Zweitlinie sollte das Potenzial der Erstlinientherapie jedoch voll ausgeschöpft werden, betonte Professor Dr. Gerald Mickisch, Bremen: "Wenn ein Medikament in der mRCC-Erstlinie Effektivität zeigt, ist es wichtig, die Patienten solange wie möglich unter dieser Therapie zu halten. So sind noch nach mehreren Monaten partielle oder komplette Remissionen möglich."

Sunitinib: Die richtige Erstlinientherapie ist entscheidend für das Überleben

Mit der Vorstellung der aktuellen RECORD-3-Daten auf dem diesjährigen ASCO hat sich die hohe Wirksamkeit des Tyrosinkinase-Inhibitors Sunitinib in der Erstlinientherapie des mRCC bei Patienten mit geringem bis mittlerem Progressionsrisiko bestätigt. Die Phase-II-Studie (471 eingeschlossene Patienten) hatte das Ziel, die Nicht-Unterlegenheit von Everolimus als Erstlinientherapie nachzuweisen (HR≤1,1). Beim progressionsfreien Überleben (PFS), dem primären Studienendpunkt, wurde jedoch die Nicht-Unterlegenheit von Everolimus nicht erreicht (medianes PFS: 10,7 vs. 7,9 Monate; HR=1,43; 95%-KI: 1,15-1,77) (1). Das mediane OS einer Interimsanalyse - die finale Auswertung wird noch erwartet - betrug in der Sequenz Sunitinib gefolgt von Everolimus 32,0 Monate verglichen mit 22,4 Monaten in der umgekehrten Therapieabfolge (HR=1,24; 95%-KI: 0,94-1,64) (1). "Die Wahl der Erstlinientherapie hat Auswirkungen auf das Gesamtüberleben der Patienten. In der Praxis bedeutet das: die Substanzklassen sind in ihrer Reihenfolge nicht beliebig austauschbar", so Prof. Casper. "Es heißt aber auch, dass die effektivste mRCC-Substanz am Anfang einer Therapie stehen sollte. Denn was zu Beginn verpasst wird, kann in späteren Therapielinien zumeist nicht mehr aufgeholt werden."

Neben Sunitinib (bei Patienten mit geringem bis mittlerem Progressionsrisiko) ist Temsirolimus (Torisel®) bei Patienten mit hohem Progressionsrisiko Therapiestandard in der mRCC-Erstlinientherapie. In Studien konnte Temsirolimus eine signifikante Verlängerung des medianen OS in der Erstlinie bei Hochrisikopatienten zeigen (10,9 Monate vs. 7,3 Monate unter IFN-α; HR=0,73; p=0,008). Der mTOR-Inhibitor ist aktuell Erstlinienstandard (ESMO-Evidenzgrad IIA) in dieser Patientengruppe (5,8-10)

ASCO 2013: Stellenwert von Axitinib in der Zweitlinientherapie untermauert

Auf dem ASCO wurde erneut der Stellenwert von Axitinib in der Zweitlinientherapie, gefolgt von Everolimus in der Drittlinientherapie, auf Basis der bisher bekannten Phase-III-Daten bestätigt (11). Kommt es unter Sunitinib oder einem Zytokin zum Progress, ermöglicht Axitinib eine wirksame Fortsetzung der mRCC-Therapie. Gestützt wird diese Therapiesequenz durch die Ergebnisse der AXIS-Studie (AXItinib versus Sorafenib in advanced renal cell carcinoma), die als direkte Vergleichsstudie konzipiert wurde (6-7). Darin wurden mit Axitinib und Sorafenib erstmalig zwei Tyrosinkinase-Inhibitoren in der Zweitlinientherapie des mRCC bei Patienten verglichen, die in der Erstlinie mit Sunitinib (53,8%), einem Zytokin (34,7%), einer Bevacizumab basierten Therapie (8,2%) oder Temsirolimus (3,3%) behandelt worden waren. Primärer Studienendpunkt war das PFS, ein sekundärer Studienendpunkt umfasste die objektive Ansprechrate (ORR). Unter Axitinib konnte eine signifikante Verbesserung des medianen PFS sowohl nach einer Vorbehandlung mit Sunitinib (4,8 vs. 3,4 Monate; HR=0,74; 95%-KI: 0,58-0,94; p=0,0063) als auch nach einer vorherigen Zytokintherapie (12,0 vs. 6,6 Monate; HR=0,52; 95%-KI: 0,38-0,72; p<0,0001) erreicht werden (6-7). Der sekundäre Studienendpunkt ORR betrug bei Sunitinib-vorbehandelten Patienten unter Axitinib 11,3% vs. 7,7% unter Sorafenib (nicht signifikant). Bei zuvor mit Zytokinen vorbehandelten Patienten verbesserte sich die ORR signifikant auf 32,5% (vs. 13,6%, HR=2,39; 95%-KI: 1,43-3,99; p=0,0002). Die Nebenwirkungen unter Axitinib waren gut kalkulierbar und handhabbar (6-7). "Die Überlegenheit von Axitinib in der Zweitlinientherapie unterstreicht die wichtige Rolle und hohe Effektivität von TKIs beim metastasierten Nierenzellkarzinom, sowohl in der Erst- als auch in der Zweitlinientherapie", betonte Casper. Aufgrund seiner hochselektiven Inhibition des VEGF-Rezeptors kann Axitinib eine wirksame Option sein, unabhängig von der Dauer der Erstlinientherapie mit Sunitinib (12).

Sunitinib und Axitinib in der Praxis: Patienten wirksam und möglichst lange therapieren

Wie der Einsatz von Sunitinib und Axitinib im praktischen Einsatz aussieht und welche Ergebnisse mit den Tyrosinkinase-Inhibitoren erzielt werden können, skizzierte Professor Mickisch am Fall eines männlichen Patienten, bei dem ein Nierenzellkarzinom (mittleres Progressionsrisiko nach MSKCC/Memorial Sloan-Kettering Cancer Center) mit multiplen Metastasen vorlag, u.a. in der Orbita und der Lunge. Nach erfolgter Tumornephrektomie erhielt der Patient initial 50 mg Sunitinib einmal täglich oral für vier aufeinander folgende Wochen, gefolgt von einer zweiwöchigen Therapiepause (4/2-Schema). "Der Patient blieb 21 Monate nach Beginn der Sunitinib-Therapie progressionsfrei, während gleichzeitig eine Verringerung bzw. ein nekrotischer Zerfall der zahlreichen Metastasen erreicht werden konnte", erklärte Prof. Mickisch. "Entscheidend dafür war ein optimales Dosis- und Nebenwirkungsmanagement, zu dem die effektive Prävention und Auswahl geeigneter Therapien für begleitende Nebenwirkungen gehörten." Nach Progress wurde der Patient auf zweimal täglich 5 mg Axitinib umgestellt - eine Therapie, die er seit sieben Monaten erhält, bei bislang stabiler Erkrankung und guter Verträglichkeit. "Jede Situation erfordert natürlich spezifische und individuelle Maßnahmen", so Mickisch. "Dennoch sollte versucht werden, die effektivste Substanz zuerst und möglichst lang einzusetzen. So können für die Patienten in dieser Indikation gute Ergebnisse erzielt werden."

Literaturhinweise:
(1) Motzer RJ, et al. RECORD-3: Phase II randomized trial comparing sequential first-line everolimus and second-line sunitinib versus first-line sunitinib and second-line everolimus in patients with metastatic renal cell carcinoma. Presented at: ASCO Annual Meeting, May 31 - June 4, 2013; Chicago, Illinois. Abstract No: 4504.
(2) Fachpressegespräch Pfizer Oncology Deutschland. „ASCO 2013 – eine Kongressnachlese. Für mehr Patientennutzen in der Praxis: Wirksamkeit im Fokus der modernen mRCC-Therapie“, 28.06.2013, Radisson Blu Hotel Berlin.
(3) Motzer RJ, et al. Overall survival and updated results for Sunitinib compared with interferon alfa in patients with metastatic renal cell carcinoma. J Clin Oncol 2009;27:3584-90.
(4) Motzer RJ, et al. Sunitinib versus interferon-alfa (IFN-α) as first-line-treatment of metastatic renal cell carcinoma (mRCC): Updated results and analysis of prognostic factors. J Clin Oncol 2007; 15:241s, Abstract 5024.
(5) Escudier B, et al. Renal cell carcinoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol 2012; 23 (Suppl 7):vii65-71.
(6) Rini BI, et al. Comparative effectiveness of axitinib versus sorafenib in advanced renal cell carcinoma (AXIS): a randomized phase 3 trial. Lancet 2011; 378: 1931–1939.
(7) Inlyta® Fachinformation, Stand: September 2012.
(8) Torisel® Fachinformation, Stand: Dezember 2012.
(9) Hudes G, Carducci M, Tomczak P, et al. Temsirolimus; Interferon Alfa, or both for advanced renal Cell carcinoma. N Engl J Med 2007; 356:2271-81.
(10) Miller K, Bergmann L, Gschwend J, Keilholz U, Kuczyk M, With M. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms. Akt Urol 2013; 44: 45–49.
(11) Powles T, et al. Sequencing Systemic Therapies in Advanced RCC: Is There a Best Strategy? In: 2013 ASCO Educational Book (asco.org/edbook).
(12) Rini BI, Escudier BJ, Michaelson MD, et al. Genitourinary Cancers Symposium. Abstract 354. Presented February 4, 2012.

Quelle: Pfizer
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017