Montag, 23. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
02. Juli 2012

ASCO 2012: Fortgeschrittenes NSCLC - LUX-Lung 3-Studie zeigte, dass Afatinib das progressionsfreie Überleben gegenüber Chemotherapie signifikant verlängert

Afatinib zeigte in der Phase-III-Studie LUX-Lung 3 ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben (PFS) als der derzeit beste Chemotherapie-Standard aus Pemetrexed und Cisplatin in der Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom der Lunge und positivem EGFR-Mutationsstatus. Mit einem signifikant verlängerten medianen PFS von 13,6 Monaten profitierten in dieser Studie besonders die Patienten mit den häufigsten EGFR-Mutationen (del19 und L858R) gegenüber der Chemotherapie. Afatinib setzt hiermit einen Meilenstein in der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC, der auch von der ASCO gewürdigt wurde. Die Ergebnisse der LUX-Lung 3 Studie wurden auf der ASCO-Jahrestagung 2012 als Late Breaking Abstract in der „Oral Abstract Session - NSCLC metastatic“ präsentiert.

Anzeige:
 
 

LUX-Lung 3, eine multizentrische, randomisierte, offene Phase-III-Studie, prüfte den neuartigen irreversiblen ErbB-Family-Blocker Afatinib in der Erstlinientherapie bei chemonaiven Patienten mit einem fortgeschrittenen Adenokarzinom der Lunge mit positivem EGFR-Mutationsstatus (1). Afatinib* ist die am weitesten entwickelte onkologische Substanz von Boehringer Ingelheim (2).

Afatinib konnte das mediane progressionsfreie Überleben nahezu verdoppeln

Besonders hervorzuheben sind die Ergebnisse der LUX-Lung 3 Studie für Patienten mit den häufigsten EGFR-Mutationen (del19 und L858R), die zusammen mehr als 90% aller Mutationen ausmachen (3). Für diese Patientengruppe konnte unter Afatinib nahezu eine Verdopplung des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS) erzielt werden. Erhielten Patienten mit diesen Mutationen den irreversiblen ErbB-Family-Blocker Afatinib, betrug ihr medianes progressionsfreies Überleben in einer, von den Studienärzten unabhängigen, Auswertung deutlich über ein Jahr (13,6 Monate), erhielten sie dagegen eine Chemotherapie mit Pemetrexed und Cisplatin blieben sie im Median nur 6,9 Monate progressionsfrei (Abb. 1) (1).

Dieser Vorteil ist jedoch nicht auf die obige Patientengruppe beschränkt. Die LUX-Lung 3 Studie zeigte zudem, dass alle Patienten mit einem Adenokarzinom der Lunge mit positivem EGFR-Mutationsstatus – sowohl mit selteneren als auch mit häufigen EGFR-Mutationen – unter Afatinib fast ein Jahr keine Krankheitsprogression aufwiesen (medianes PFS 11,1 Monate) gegenüber etwas mehr als einem halben Jahr (medianes PFS 6,9 Monate) bei Patienten unter der konventionellen Chemotherapie mit Pemetrexed und Cisplatin (1).
An der randomisierten Untersuchung hatten 345 chemonaive Patienten teilgenommen, die entweder Afatinib* oder die derzeit effektivste Chemotherapie mit einer Kombination aus Pemetrexed und Cisplatin erhielten. Die Zuteilung zu einer der beiden Therapiegruppen erfolgte im Verhältnis 2:1. So hatten 230 Patienten Afatinib* und 115 Pemetrexed und Cisplatin erhalten. Primärer Endpunkt der Studie war das PFS in einer unabhängigen Auswertung.


Abb. 1: PFS in der LUX-Lung-3-Studie (unabhängige Auswertung), Patienten mit häufigen Mutationen (modifiziert nach (1)).

„LUX-Lung 3 erreichte nicht nur das primäre Studienziel, sondern zeigte auch, dass Afatinib* – insbesondere bei Patienten mit den häufigsten EGFR-Mutationen – das progressionsfreie Überleben im Vergleich zur Chemotherapie fast verdoppelte”, kommentierte der Studienleiter, Prof. James Chih-Hsin Yang, Direktor des Krebsforschungszentrums an der Medizinischen Hochschule der Nationalen Universität von Taiwan in Taipei. „Auf Basis dieser Ergebnisse und seines neuartigen Wirkmechanismus könnte Afatinib zu einer aussichtsreichen Therapieoption bei dieser klar definierten Patientenpopulation werden (2).“



Afatinib* verzögerte die Verschlechterung der erkrankungsassoziierten Symptome

Besonders erfreulich ist, dass sich krankheitsbedingte Symptome, die Patienten stark beeinträchtigen, wie z.B. Husten oder Dyspnoe, unter Afatinib* deutlich später verschlechterten als unter Pemetrexed/Cisplatin. Die Verzögerung der Tumorprogression in der Afatinib*-Gruppe ging somit mit einer signifikant verlängerten Zeit bis zur Verschlechterung der krankheitsassoziierten Symptome wie Husten (Hazard Ratio 0,60, p=0,007) und Dyspnoe (Hazard Ratio 0,68, p=0,015) einher (Abb. 2) (1).

Abb. 2: LUX-Lung 3: Zeit bis zur Verschlechterung der Symptome Husten (a) und Dysnoe (b) sowie Schmerz (c) (modifiziert nach (1))

Signifikant bessere Lebensqualität unter Afatinib

In der LUX-Lung 3 Studie wurde die Lebensqualität mit einem Standardfragebogen für Patienten mit Lungenkrebs – dem EORTC QLQ C- 30 – erhoben. So zeigte sich eine signifikant bessere Lebensqualität (z.B. in Bezug auf Arbeit oder alltägliche häusliche Aktivitäten) unter der Therapie mit Afatinib als unter der Chemotherapie (1). Dies ist für Patienten von besonderer Bedeutung, da ihnen so meist eine eigenständigere Lebensführung eher möglich ist.

Erwartetes Nebenwirkungsprofil gut zu handhaben

Die unter Afatinib* beobachteten Nebenwirkungen waren gut handhabbar und reversibel. Am häufigsten wurden Diarrhö (95%), Hautreaktionen (89%), Stomatitis/Mukositis (72%) und Paronychie (57%) berichtet. Diese Beschwerden entsprachen dem Nebenwirkungsprofil, das unter Therapie mit einem EGFR-Blocker zu erwarten ist. Auch waren sie denen in vorangegangenen Studien beobachteten unerwünschten Ereignissen vergleichbar (5;6). Nur 8% der Afatinib-Patienten brachen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab. Unter Pemetrexed und Cisplatin lag die Abbruchrate um etwa ein Drittel höher - hier traten am meisten Übelkeit (66%), Appetitverlust (53%), Fatigue (47%) und Erbrechen (42%) auf (1).

EGFR-Mutationsstatus vor Therapiebeginn analysieren

Die frühzeitige Untersuchung des EGFR-Mutationsstatus (vor Therapiebeginn) ist unabdingbar für eine optimale Therapieentscheidung und die Wahl der bestmöglichen Therapie für den Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC in der Erstlinie. Bei etwa 10–15% der Kaukasier und 40% der Asiaten, die an einem NSCLC erkranken, weist der Tumor eine EGFR-Mutation auf (4). In 90% der Fälle handelt es sich um eine der beiden Mutationen del19 oder L858R (3). In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass Patienten mit aktivierenden EGFR-Mutationen deutlich von der Behandlung mit einem EGFR-TKI gegenüber Chemotherapie profitieren (1;7;8). Somit ist die Testung des EGFR-Mutationsstatus eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung mit Tyrosinkinaseinhibitoren. Die Wichtigkeit der Mutationstestung bei Patienten mit einem Adenokarzinom der Lunge betonte auch Professor Jean-Charles Soria von der South Paris University, Frankreich, bei der Pressekonferenz.

*Afatinib ist eine noch nicht zugelassene Substanz, die sich noch in der klinischen Entwicklung befindet. Ihre Wirksamkeit und Sicherheit sind noch nicht vollständig nachgewiesen.

Literaturhinweis:
(1) Yang JC, Schuler MH, Yamamoto N et al. J Clin Oncol 2012; 30 (suppl; abstr LBA7500), Abstract and Oral Presentation
(2) Boehringer Ingelheim: Pressemitteilung vom 4. Juni 2012
(3) Murray S, Dahabreh IJ, Linardou H. et al J Thorac Oncol 2008; 3: 832-839
(4) Quest Diagnostics – Lung Cancer Mutation Panel; http://www.questdiagnostics.com/hcp/intguide/jsp/showintguidepage.jsp?fn=TS_LungCancerMutation_Panel.htm (Stand 15.06.2012)
(5) Miller VA, Hirsh V, Cadranel J et al. Lancet Oncol. 2012;13(5):528-38
(6) Yang JC, Shih JY, Su WC et al. Lancet Oncol. 2012;13(5):539-48
(7) Rosell R, Carcereny E, Gervais R et al. Lancet Oncol. 2012; 13(3): 239-246
(8) Zhou C, Wu YL, Chen G et al. The Lancet Oncology 2011;12(8):735-742

Quelle: Pressekonferenz von Boehringer Ingelheim im Rahmen der 48. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology am 02.06.2012
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs