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06. Juni 2016

ASCO 2016

Nach optimalem Ansprechen auf Nilotinib bleibt circa die Hälfte der CML-Patienten nach Absetzen der Medikation in tiefer Remission

Bei Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) kann ein Absetzversuch des Tyrosinkinaseinhibitors Nilotinib sicher sein, wenn die Patienten zuvor optimal auf Nilotinib angesprochen haben und eine engmaschige Verlaufskontrolle mit guter Logistik und hoher Datenqualität erfolgt. Dieses Fazit zieht Prof. Dr. med. Andreas Hochhaus von der Abteilung Hämatologie/Onkologie der Klinik für Innere Medizin II der Universität Jena aus ersten Daten der ENESTFreedom-Studie. Hochhaus hat diese Ergebnisse bei der 52. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt.
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Die ENESTFreedom-Studie ist die erste klinische Untersuchung zur therapiefreien Remission bei Patienten, die Nilotinib als Erstlinientherapie erhalten haben. 215 Patienten in der chronischen Phase einer BCR-ABL-positiven CML (b2a2 und/oder b3a2-Transkripte) wurden aufgenommen. Sie hatten unter mindestens zweijähriger Firstline-Behandlung mit Nilotinib (400-600 mg/Tag) eine tiefe molekulare Response (MR4,5) erreicht. Eine MR4,5 ist definiert als ein Abfall der BCR-ABL-Transkripte um 4,5 Logstufen des Ausgangswertes (entsprechend 0,0032% nach internationaler Skala). Bei Erreichen dieses Zielwerts wurden die Patienten für weitere 52 Wochen mit Nilotinib therapiert, um die MR4,5 zu konsolidieren. Nur wenn die MR4,5 auch in dieser einjährigen Konsolidierungsphase erhalten blieb, konnten die Patienten in die Phase der therapiefreien Remission (TFR) wechseln, in der die Medikation abgesetzt wurde.

Primärer Endpunkt der ENESTFreedom-Studie ist der Anteil der Patienten, die 48 Wochen nach Beginn der TFR-Phase noch eine majore molekulare Response (MMR) hatten, also eine Reduktion der Tumorlast um mindestens 3 Logstufen (BCR-ABL ≤ 0,1%). Bei Verlust einer MMR wurde die Nilotinibtherapie wieder aufgenommen.

Von den 190 Teilnehmern, die in die TFR-Phase kamen, blieb bei 98 Patienten (51,6%) nach 48 Wochen mindestens die MMR erhalten, beim ganz überwiegenden Teil auch die MR4,5. Bei 86 Patienten wurde die Nilotinibtherapie wiederaufgenommen. 85 von ihnen (98,8%) erreichten bei Reinitiierung der Behandlung mindestens wieder einer MMR. Die Hälfte von ihnen hatte nach 7,9 Wochen eine MMR und nach 15 Wochen eine MR4,5. Binnen 40 Wochen nach Nilotinib-Wiederaufnahme war bei fast 89% (76/86) die BCR-ABL-Last wieder auf eine MR4,5 abgefallen.

Die Rate der Patienten mit Bluthochdruck und erhöhten Blutzucker- und Leberwerten reduzierte sich in der TFR-Phase im Vergleich zur Konsolidierungsphase und damit die Nebenwirkungen der Medikation – ein Ziel des Absetzens. Gelenkschmerzen, vorübergehende bekannte Symptome beim Absetzen von TKI bei CMLPatienten, waren dagegen in der TFR-Phase etwas häufiger.

„Mehr als die Hälfte der Patienten mit anhaltender tiefer Remission unter Nilotinib-Erstlinientherapie bleibt ohne Medikation für weitere 48 Wochen in tiefer Remission“, fasste Hochhaus die Daten zusammen. „Und wenn die Krankheit zurückkehrt und eine Nilotinib-Behandlung wiederaufgenommen wird, sprechen fast alle Patienten an, in unserer Studie waren es 99%.“ Das Gefährdungspotenzial des Absetzens sei also unter geeigneten Voraussetzungen gering, selbst bei einer vergleichsweise kurzen Nilotinibtherapie von median 3,6 Jahren in der ENESTFreedom-Studie. Der Anteil der Patienten, die Kandidaten für ein Absetzen sein könnten, sei unter Nilotinib deutlich höher als unter einer Therapie mit dem Erstgenerationsinhibitor Imatinib.

Bisheriger Standard der CML-Therapie ist eine lebenslange Behandlung. Als grundsätzliche Vorteile von Absetzstrategien gelten das Vermeiden unerwünschter Medikamenteneffekte, die Möglichkeiten der Familienplanung, aber auch gesundheitsökonomische Aspekte der Pharmakotherapie. „In einigen Jahren wird vermutlich die Empfehlung einer lebenslangen Behandlung nicht mehr für alle Patienten gelten“, kommentierte Hochhaus. Derzeit sollte ein Absetzen der Medikation bei CML-Patienten aber vor allem im Rahmen von Studien erfolgen, denn noch sei die Bedeutung der verschiedenen Faktoren, die den Erfolg einer solchen Strategie positiv und negativ beeinflussen, nicht geklärt. Die stabile tiefe molekulare Remission sei eine Voraussetzung für das Absetzen, sie allein aber bringe keine Sicherheit.
nsi
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