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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. September 2016

AMP-aktivierte Proteinkinase ist zentrales Enzym bei Tumorkachexie

Nach der Sepsis ist die Tumorkachexie die häufigste Todesursache bei Krebserkrankungen. Die Tumorkachexie geht mit schlechten Prognosen hinsichtlich des Krankheitsverlaufs, der Lebensqualität und der Mortalität einher. Welche biochemischen Mechanismen eine Rolle spielen, ist nicht vollständig geklärt. Bislang gibt es auch keine pharmakologischen Möglichkeiten, um tumorassoziierte Hungerzustände gezielt zu beeinflussen. Forscher am Helmholtz Zentrum München zeigen nun, dass sich durch gezielte Manipulation eines Enzyms unerwünschte Stoffwechselprozesse stoppen lassen.
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Tumorkachexie molekular abschalten

Forscher des Instituts für Diabetes und Krebs (IDC) am Helmholtz Zentrum München identifizierten die AMP-aktivierte Proteinkinase (AMPK) als zentrales Enzym bei Tumorkachexien. AMPK hat eigentlich die Aufgabe, Zellen vor Energiemangel zu schützen. In der Tumorkachexie ist die AMPK- Aktivität aber krankheitsbedingt gehemmt, und es kommt zur sinnlosen Verschwendung körpereigener Energiespeicher.

Im Tumormodell gelang es, die AMPK gezielt zu reaktivieren. Die therapeutische Manipulation erfolgte über ein spezifisches Peptid, das zwischen der AMPK und dem Lipidtropfen-assoziierten Protein Cidea angreift, und so den vermehrten Fettabbau (Lipolyse) bei Tumorerkrankungen aufhalten kann.

„Unsere Daten legen nahe, dass die Erhaltung von „gesundem“ Fettgewebe nicht nur die Lebensqualität, sondern auch das Ansprechen auf Therapien beziehungsweise das Überleben von Tumorpatienten fördern kann“, sagt Prof. Stephan Herzig, Direktor des IDC. „Die Interaktion zwischen AMPK und Cidea kann als Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Lipolyse-Hemmer verwendet werden, die dann den Abbau von Energiespeichern im Fett bei Tumorerkrankungen verhindern könnten.“ Darüber hinaus sieht er Möglichkeiten, die gewonnenen Erkenntnisse auf andere Hungerzustände z.B. bei Sepsis oder Verbrennungen zu übertragen.
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Literatur:
Maria Rohm et al. (2016), An AMPK-stabilizing peptide ameliorates adipose tissue wasting in cancer cachexia in mice. Nature Medicine, doi:10.1038/nm.4171.
http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.4171.html
 
 
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