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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. Oktober 2013

ALL: Wiedereinführung der Erwinia-chrysanthemi-Asparaginase bietet bessere therapeutische Optionen

Die Chance, eine akute lymphatische Leukämie (ALL) zu überleben, hat sich in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend verbessert. Das gilt für das Kinder- wie Erwachsenenalter gleichermaßen. Einen weiteren soliden Beitrag zum therapeutischen Fortschritt liefert jetzt nach Ansicht der Experten die aus dem Bakterium Erwinia chrysanthemi gewonnene Asparaginase, die am 15. August 2013 erneut in Deutschland eingeführt wurde. Sie ist zugelassen zur antineoplastischen Kombinationstherapie der ALL von Kindern und Erwachsenen. Davon profitieren auch ALL-Patienten, die sensibel auf E.-coli-Asparaginase reagieren.

Die ALL ist nach wie vor lebensbedrohlich und hat eine Gesamtinzidenz von 1,1/100.000 pro Jahr. Der absolute Häufigkeitsgipfel liegt mit 5,3/100.000 pro Jahr bei Kindern unter fünf Jahren und fällt danach kontinuierlich ab. Bei über 50-Jährigen nimmt die Inzidenz erneut zu und erreicht mit 2,3/100.000 pro Jahr ihren zweiten Gipfel. Erfreulich ist, dass sich die Remissionsraten in den letzten Dezennien dank neuer therapeutischer Strategien stetig erhöht haben, konstatierte Prof. Dieter Hoelzer, Frankfurt am Main.

Bei Kindern liegen die Überlebensraten heute über 80%. Bei Erwachsenen sind die Aussichten weniger günstig. Das liegt speziell daran, dass die Chemotherapie der älteren und multimorbiden Patienten eine ausgeprägte Toxizität nach sich zieht. Um auch die Prognose der erwachsenen ALL-Patienten aufzuhellen, wurde 1981 die deutsche ALL-Studiengruppe GMALL (German Multicenter Study Group for Adult ALL) gegründet. Rund 150 hämatologisch-onkologische Kliniken sind aktiv an den Studien der GMALL-Studiengruppe beteiligt. Sie entwickelt auch Therapiekonzepte für ältere ALL-Patienten, bei denen dosisadaptierte und möglichst zielgerichtete Therapieansätze für biologisch charakterisierte Subgruppen dominieren.

Zugabe von Asparaginase verlängert ereignisfreie Überlebenszeit

Im Rahmen der Polychemotherapie von Kindern und Jugendlichen mit ALL spielt die intravenöse Applikation von Asparaginase in puncto Prognose eine zentrale Rolle. Zu den drei Produkten, die der Leukämiezelle den Garaus machen, zählen die native E.-coli-Asparaginase, die pegylierte E.-coli-Asparaginase und die aus Erwinia chrysanthemi gewonnene native Asparaginase (Erwinase®). "Ausreichend hoch dosiert, erzielt die Zugabe von Asparaginase zur Chemotherapie eine deutliche Verlängerung der ereignisfreien Überlebenszeit", unterstrich Dr. Gabriele Escherich, Hamburg.

Die Angaben darüber, wie häufig es in den einschlägigen Studien zu Reaktionen der Hypersensitivität kommt, variieren sehr stark. Fest steht jedenfalls, dass auf die Zugabe von nativer E.-coli-Asparaginase bis zu 36% der Behandelten hypersensitiv reagieren. Bei pegylierter E.-coli-Asparaginase rangieren diese Raten zwischen 4 und 16%. Zudem können Asparaginasen zu einer silent inactivation führen. Dabei wird das applizierte Enzym inaktiviert, und zwar ohne klinische Symptome. Von den beiden E.-coli-Enzymen hebt sich die Erwinia-Asparaginase dadurch ab, dass sie eine schwächere Immunogenität und auch eine geringere Kreuzreaktivität mit E.-coli-Asparaginase aufweist. Patienten, die auf Asparaginase aus E. coli hypersensitiv oder in Form einer silent inactivation reagieren, sollten auf Erwinia-chrysanthemi-Asparaginase umgestellt werden, empfahl Frau Escherich.
  
Für Erwachsene mit ALL existiert noch keine Standardtherapie

Bei Erwachsenen, die im Alter von unter 65 Jahren an einer ALL erkranken, ist es in den letzten 30 Jahren geglückt, die Heilungschancen von weniger als 10% auf mehr als 50% zu steigern. Die Situation der Betroffenen hat sich außerdem dahingehend verbessert, dass bei rund 90% dank moderner Behandlungsformen eine komplette Remission zu realisieren ist, versicherte Dr. Nicola Gökbuget, Frankfurt am Main. Maßgeblich zu diesem Fortschritt beigetragen haben die Optimierung der Chemo- und der Supportivtherapie, die Integration der Stammzelltransplantation in die First-Line-Therapie und darüber hinaus eine verbesserte Risikostratifikation. 

Weiter optimiert wurde die Behandlung in letzter Zeit durch individualisierte therapeutische Modifikationen. Dazu gehören die Berücksichtigung der minimalen Resterkrankung, die Applikation von Antikörpern und der Einsatz zielgerichteter Therapien wie etwa der Tyrosinkinase-Inhibitoren bei der Ph/BCR-ABL-positiven ALL. Da bislang trotz aller Fortschritte noch keine Standardtherapie für die Erwachsenen-ALL etabliert werden konnte, sollte man tunlichst alle Patienten im Rahmen von Registern oder Studien behandeln und dokumentieren.  

kbf   

Quelle: Pressekonferenz "Fortschritte und aktuelle Therapiekonzepte in der akuten lymphatischen Leukämie", Frankfurt am Main, 16. Oktober 2013; Veranstalter EUSA Pharma GmbH, München
 
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