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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. Oktober 2014

ADO 2014: Revolutionen in der Melanomtherapie

Beim 24. Deutsche Hautkrebskongress der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) vom 11. bis 13. September in Frankfurt am Main diskutierten mehr als 800 Teilnehmer unter der Leitung von Tagungspräsident Prof. Dr. med. Roland Kaufmann, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Frankfurt, aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Behandlungsmöglichkeiten. Mit 220.000 Neuerkrankungen im Jahr ist Hautkrebs in Deutschland die Krebserkrankung mit der größten Steigerungsrate. Ein wichtiger Tagungsschwerpunkt lag auf neuen Therapien beim fortgeschrittenen malignen Melanom, bei frühzeitiger Diagnose meistens heilbar, jedoch für jährlich 3.500 Menschen in Deutschland tödlich.

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Mit einem Melanom im fortgeschrittenen Stadium überlebten vor wenigen Jahren nur 5% der Patienten länger als fünf Jahre. Sobald der aggressive Tumor Metastasen in Lunge, Leber, Gehirn und Knochen gestreut hatte, ließ sich der Krankheitsverlauf kaum durch Chemotherapie oder Bestrahlung aufhalten. Die Präsentation zahlreicher neuer Studien und vielversprechender aktueller Entwicklungen in Forschung und Praxis zeigte, dass es bei steigenden Fallzahlen immer mehr und immer bessere Therapiemöglichkeiten für die 20.000 Patienten gibt, die jedes Jahr neu erkranken: "Wir haben berechtigte Hoffnung, dass durch Kombinationen neuer Behandlungsmethoden aus einer todbringenden Erkrankung eine chronische Krankheit wird - bei guter Lebensqualität", so Prof. Kaufmann, Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. "Wir sind zurückhaltend mit dem Begriff Heilung", so Prof. Dirk Schadendorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie. "Aber wir sehen viele Fortschritte, die das Langzeitüberleben sichern."

Die beiden neu entwickelten Behandlungsmöglichkeiten der letzten Jahre, die zielgerichtete Therapie und die Immuntherapie - in der Melanombehandlung nach Ansicht der dermatologischen Fachgesellschaften zugleich mehrere "Revolutionen" -  sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass in Deutschland gleich mehrere Medikamente zur Therapie zugelassen wurden, die im Gegensatz zu früheren Chemotherapien nie erreichte Ansprechraten und Überlebensvorteile aufweisen. "Wir haben eine Reihe von Patienten, die sich im fortgeschrittenen Stadium ihrer Krebserkrankung befinden und seit Jahren tumorfrei leben. Früher wäre das undenkbar gewesen", so Prof. Dr. Schadendorf. "Einige dieser neuen Medikamente können durchaus auch bei anderen Tumorarten helfen, was einen Erfolg für die gesamte Krebsforschung bedeutet."
 
Die zielgerichtete Therapie konnte ihre Wirksamkeit bei Patienten mit inoperabel metastasiertem Melanom in klinischen Studien unter Beweis stellen. Sie wird schon in den aktuellen Leitlinien empfohlen, wenn mutierte Gene wie zum Beispiel die BRAF-V600-Mutation vorliegen wie bei der Hälfte der Hautkrebspatienten. Sie können von der neuen Behandlung profitieren, indem das Medikament den Signalweg in den Krebszellen durchbricht und damit die Teilung hemmt. Bei etwa 60% kommt es zu einer Verkleinerung oder sogar zum vollständigen Verschwinden der Metastasen. Allerdings bilden sich nach einer durchschnittlichen Einnahmezeit von etwa 6-7 Monaten Resistenzen aus  - das größte Problem bei der zielgerichteten Therapie. An der weiteren Optimierung der neuen Behandlungsstrategie wird intensiv geforscht.

Bei der Immuntherapie wird nicht direkt das Melanom behandelt, sondern das Immunsystem gestärkt. Nach den neu vorgestellten Studienergebnissen, die nach Ansicht der Fachgesellschaften als Modell für andere Tumore angesehen werden könnten, profitiert jeder zweite Patient von der Therapie mit monoklonalen Antikörpern. Remissionen traten deutlich früher auf als bei bisher etablierten Immuntherapien, mit einer 1-Jahres-Überlebensrate von über 80%, aber ebenso beständig.

Beim Thema Prävention, dem weiteren Tagungsschwerpunkt, hoben Experten hervor, dass für die Zunahme von Neuerkrankungen und Todesfällen durch Hautkrebs vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend sind: der größere Einfluss der Sonne und das steigende Alter der sonnenbegeisterten Bevölkerung. Dass inzwischen jeder zweite Erwachsene über 60 Jahre aktinische Keratosen (Präkanzerosen) im Gesichtsbereich entwickelt, resultiere aus einer über Jahrzehnte verstärkten Sonnenaussetzung, vor allem in jungen Jahren. Zu viel Sonne sei unbedingt zu meiden und die über 35-Jährigen sollten das von den Krankenkassen getragene Hautkrebsscreening mindestens alle zwei Jahre wahrnehmen, Risikogruppen wie immunschwache, rothaarige oder draußen arbeitende Menschen eher öfter. Alle Informationen zum Kongress sowie das Programm stehen unter www.ado-kongress.de zur Verfügung.

Quelle: ADO
 
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