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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. November 2012

1 Jahr Eribulin: Chancenreiche Therapieoption beim metastasierten Mammakarzinom

Auf dem diesjährigen DGHO-Kongress in Stuttgart berichteten Referenten und Teilnehmer im Rahmen eines Satellitensymposiums über ihre positiven klinischen Erfahrungen mit dem seit gut einem Jahr zugelassenen Wirkstoff Eribulin (Halaven®) in der Therapie des metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Mammakarzinoms. Wie Univ.-Prof. Hellmut Samonigg aus Graz aufzeigte, gibt es für taxan- und anthrazyklinvorbehandelte Patientinnen bislang keinen etablierten Standard. Daher besteht ein Bedarf an weiteren evidenzbasierten Substanzen, die das Therapiespektrum des metastasierten Mammakarzinoms erweitern und sich, wie im Fall Eribulin, auch in der Praxis als wirksam und verträglich erweisen (1).

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„Der Wirkstoff Eribulin, der weder Taxan- noch Vincaalkaloid-basiert ist, zeigt einen großen antiproliferativen Effekt in vitro und in vivo. In den Versuchen mit Brustkrebszelllinien blockierte Eribulin die Proliferation in niedrigeren Dosierungen als Paclitaxel und Vinoblastin“, veranschaulichte Univ.-Prof. Hellmut Samonigg mittels einer Graphik (Abb.1) (2).
 
Die zulassungsrelevante Phase-III-Studie EMBRACE belegt, dass Eribulin die erste Monochemotherapie ist, die - im Vergleich zu einer Behandlung nach Wahl des Arztes - zu einem statistisch signifikanten und klinisch relevanten Überlebensvorteil bei Frauen mit stark vorbehandeltem und fortgeschrittenem Brustkrebs führt (3). Post-hoc Analysen ergaben einen vergrößerten Gesamtüberlebensvorteil, je weniger vorbehandelt die Frauen waren (4). „Die Substanz war bei Patientinnen, die zuvor weniger als drei Chemotherapien erhalten hatten, signifikant wirksamer, als bei Patientinnen mit mehr als drei Vortherapien. Dies ist ein möglicher Hinweis darauf, dass wir Eribulin früher einsetzen sollten, als wir es bisher tun“, appellierte der Onkologe an seine Kollegen.

 


Abb. 1: Eribulin IC50 = 0.07 nM, modifiziert nach Towle et al. 2001.


Gut verträglich auch bei Langzeittherapie


PD Dr. Joachim Bischoff aus Magdeburg stellte eine Patientin mit Hormonrezeptor-negativem und HER2-positivem Mammakarzinom vor, die nach sieben Zyklen Eribulin nach wie vor, ohne signifikante Toxizitäten, von der Monotherapie profitiert. Nach adjuvanter Chemotherapie und endokriner Anschlusstherapie wurde eine pulmonale Spätmetastasierung über 26 Monate mit Capecitabin und Bevacizumab behandelt. „Bei Progression mit Pleuraerguss wurde in zweiter Linie auf Eribulin umgestellt. Der Tumormarker fiel peu à peu von 1.000 auf 300, dabei verträgt die Patientin die Eribulintherapie sehr gut“, berichtete der Gynäkologe. Bischoff unterstrich, dass sowohl die Patientinnen als auch das medizinische Personal gleichermaßen von der Anwendungsfreundlichkeit der Substanz profitieren. Denn neben der kurzen Infusionszeit von zwei bis fünf Minuten (5) bedarf es keiner aufwendigen Prä- und Postmedikation und die Patientenaufklärung kann auf einige wenige Hauptnebenwirkungen reduziert werden.

Basierend auf den Ergebnissen der Zulassungsstudie EMBRACE und den guten Praxiserfahrungen empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) Eribulin in ihren aktuellen Leitlinien als eine Therapie der ersten Wahl bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs nach Taxan- und Anthrazyklinvorbehandlung (Abb. 2) (6).

 

Abb. 2: Aktuelle Empfehlungen der AGO, Kommission Mamma
 

Eribulin durchlief als eines der ersten Onkologika die frühe Nutzenbewertung

Positiv sei auch zu werten, so PD Dr. Bischoff in seinen Ausführungen, dass trotz einiger Unsicherheiten im Bewertungsprozess, zu dem sowohl die Kommission Mamma der AGO als auch die DGHO aktiv Stellung bezogen haben, der pharmazeutische Hersteller und der GKV-Spitzenverband sich vor kurzem auf einen Erstattungsbetrag einigen konnten. Damit ist Halaven® das einzige Produkt im Bereich Mammakarzinom, über dessen Preis die Aussage der Wirtschaftlichkeit gemacht werden kann.

Zulassung auch in anderen Indikationen angestrebt

Neben der Zulassung beim metastasierten Mammakarzinom werden auch Zulassungen in anderen Indikationen, insbesondere bei bestimmten Weichteilsarkomen und beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) angestrebt. Im Rahmen des Symposiums stellte Herr Univ.-Prof. Samonigg erste vielversprechende Ergebnisse einer Phase-II-Studie vor, die eine klinische Wirksamkeit des Halichondrin-Analogons Eribulin in der Therapie des Weichteilsarkoms andeuten. Die vorläufigen Phase-II-Daten und die Dringlichkeit neuer Therapiemöglichkeiten beim NSCLC erläuterte Herr Dr. von Pawel aus München, ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet.
„Aktuell stellt Eribulin eine chancenreiche Therapieoption für Frauen mit metastasiertem Mammkarzinom dar, die wir individuell nutzen sollten“, fasste der Chairman des Symposiums, Dr. Norbert Marschner aus Freiburg, am Ende der Veranstaltung zusammen.


Literaturhinweise:

(1) Eisai-Satellitensymposium: „Ein Jahr Eribulin beim metastasierten Mammakarzinom: Klinische Erfahrungen und Ausblick“, Gemeinsame Jahrestagung 2012 der DGHO, ÖGHO, SGMO und SGH + SSH, 19.10.2012, Stuttgart
(2) Towle M.J. et al., In Vitro and In Vivo Anticancer Activities of Synthetic Macrocyclic Ketone Analogues of Halichondrin B. Cancer Res February 2, 2001 61; 1013
(3) Cortes J, O'Shaughnessy J, Loesch D, et al. Eribulin monotherapy vs. treatment of physician's choice in patients with metastatic breast cancer. The Lancet. 377, 914 (2011)
(4) C. Twelves et al., SABCS 2010, Abstr P6, 14-08
(5) Fachinformation Halaven®, Stand Mai 2012
(6) http://www.agoonline.de/fileadmin/downloads/leitlinien/mamma/maerz2012
/21_2012D_Chemotherapie_bei_metastasiertem_Mammakarzinom.pdf

Quelle: Eisai
 
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