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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. Juli 2018

„Mammakarzinom Transparent“ – Digitales Kompendium für die Kitteltasche

Trotz internationaler Leitlinienempfehlungen, zugunsten einer endokrin-basierten Behandlung des HR+/HER2A-metastasierten Mammakarzinoms erhielten in der deutschen Versorgungsrealität immer noch über 42% aller Patientinnen eine Chemotherapie in der Erstlinie (1-4). Die neue App „Mammakarzinom Transparent“ bietet Orientierungshilfe bei den vielfältigen Möglichkeiten, wie Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom aktuell behandelt werden können. „Mammakarzinom Transparent“ könnte dazu beitragen, dass Patientinnen vor allem im therapeutisch komplexen metastasierten Tumorstadium zukünftig noch leitlinienkonformer therapiert werden.
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Der Entscheidungsalgorithmus in der Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms ist sehr komplex geworden. Mittlerweile sind viele unterschiedlich wirkende Substanzen mit verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten verfügbar. Deshalb gehöre das Mammakarzinom vor allem in der metastasierten Situation zu den Königsdisziplinen der gegenwärtigen Tumortherapie, verdeutlichte Privatdozent Dr. Hans-Christian Kolberg, Bottrop, auf einem Symposium von Novartis anlässlich der 38. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS) in Stuttgart. Als wertvolle Orientierungshilfe empfahl der Gynäko-Onkologe die Nutzung der neuen App „Mammakarzinom Transparent“: „Diese App zielt darauf ab, das Wissen und die heute verfügbaren Therapiealgorithmen sinnvoll zu kondensieren. Sie dient primär dazu, mögliche Optionen, die im Therapiealltag berücksichtigt werden können, aufzuzeigen – sei es in der Tumorkonferenz, bei der Visite oder in der Praxis.“


App kann dabei unterstützen, die Versorgungsrealität leitlinienkonformer zu machen

Trotz internationaler Leitlinienempfehlungen zugunsten einer endokrin-basierten Behandlung des HR+/HER2-metastasierten Mammakarzinoms als Therapie der Wahl erhielten in der deutschen Versorgungsrealität immer noch über 42 % aller Patientinnen eine Chemotherapie in der Erstlinie, gab Prof. Dr. Sherko Kümmel, Essen, zu bedenken (1-4). Hintergrund war die deutsche Registerstudie PRAEGNANT (NCT02338167), die Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom in Deutschland prospektiv erfasst hat und der zufolge derzeit noch alle drei Therapielinien beim HR+/HER2- Mammakarzinom durch die Entscheidung zur Chemotherapie dominiert werden. Dabei kommt die Chemotherapie insbesondere auch bei jüngeren Patientinnen in der Erstlinie zum Einsatz – mit einem Anteil von mehr als der Hälfte der Patientinnen unter 50 Jahren (4).

Die App „Mammakarzinom Transparent“ könne vor diesem Hintergrund auch dazu beitragen, dass Patientinnen vor allem im therapeutisch komplexen metastasierten Tumorstadium zukünftig noch leitlinienkonformer therapiert würden, so Kümmel. So stellen beispielsweise CDKB4/6-Inhibitoren, wie Ribociclib (Kisqali®), eine wichtige Therapieoption für Patientinnen mit HR+/HER2- Mammakarzinom dar. Ribociclib ist in Kombination mit einem Aromataseinhibitor (AI) zur Behandlung von postmenopausalen Frauen mit HR+/HER- lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom als initial endokrin-basierte Therapie in der Erstlinie zugelassen.


„Mammakarzinom Transparent“ als individualisierbarer Therapieratgeber

Ein großer Vorteil der „Mammakarzinom Transparent“-App ist, dass Informationen zur Tumorbiologie (z.B. HR+/HER2-, HER2+ oder TNBCC) und patientenspezifische Daten (u.a. Menopausenstatus, Metastasierung, Angaben zu Vortherapien) eingetragen werden können. Somit erhält der Behandler das individuell geeignete Therapieregime – tabellarisch und farblich nach Empfehlungsgrad sortiert. Gerade unter Zeitdruck könne dies eine große Hilfe sein, bekräftigte Kolberg. Der App-User kann zudem wahlweise auf hinterlegte Mindmaps zugreifen, die die Therapiepfade hinter jeder Entscheidung darstellen und leicht nachvollziehbar machen. So können vorausschauend alternative Therapiepfade durchdacht werden. Selbst im erweiterten englischsprachigen Raum habe Kolberg bislang noch keine App entdecken können, die Fragen zum Therapiemanagement des Mammakarzinoms in vergleichbarer Tiefe beantworte. Die Inhalte und Funktionen der App werden kontinuierlich erweitertet und aktualisiert.

Entwickelt hat die App ein rund 40-köpfiges Expertenteam unter der Schirmherrschaft der DGS und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) im Rahmen der von Novartis Oncology initiierten interaktiven Wissens- und Weiterbildungsinitiative „Mammakarzinom im Dialog“. „Mammakarzinom Transparent“ bietet ausführliche, produktübergreifende Informationen zum Therapiemanagement. Die App enthält neben Informationen zu möglichen Behandlungspfaden entlang der Therapielinien auch umfassende Informationen zu aktuell verfügbaren Substanzen. Dazu gehören u.a. Wirksamkeitsdaten, Nebenwirkungsprofile, Einnahmemodalitäten und Dosismanagement sowie neue Wirkstoffstoffklassen wie die CDK4/6-Inhibitoren.

Mammakarzinom Transparent ist erhältlich über Google Play, App Store oder https://mammakarzinom.onkowissen.de. Die Anmeldung erfolgt über den DocCheck-Login oder über http://mammakarzinom.onkowissen.de mit Benutzernamen und Passwort.
 
Abb. 1: Screenshots der App „Mammakarzinom Transparent“: links und Mitte: Menü-Überblick, rechts: Beispiel-Mindmap
Screeenshot App


Weiterführende Informationen finden Sie unter https://www.onkologie-produktkompass.de/
Quelle: Novartis Pharma GmbH
Literatur:
(1) Empfehlungen der AGO Kommission Mamma. Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs. Stand: 2018; Online unter http://www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/ Letzter Zugriff: 3.7.2018.
(2) S3-Leitlinie Diagnostik. Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Version 4.0, 2017); Online unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/ Letzter Zugriff: 3.7.2018.
(3) 3rd ESO–ESMO International Consensus Guidelines for Advanced Breast Cancer (ABC 3); Online unter https://www.esmo.org/Guidelines/Breast-Cancer/3rd-ESO-ESMO-International-Consensus-Guidelines-for-Advanced-Breast-Cancer-ABC-3 Letzter Zugriff: 3.7.2018.
(4) Hartkopf AD et al. Treatment landscape of advanced breast cancer patients with hormone receptor positive HER2 negative tumors - Data from the German PRAEGNANT breast cancer registry. Breast 2018; 37:42-51.

A HR+/HER2: Hormonrezeptor-positiv/ Human epidermal Wachstumsfaktor-Rezeptor-2-negativ
B CDK: Cyclin Dependent Kinases
C TNBC: Triple Negative Breastcancer
 
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