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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Juni 2018

Morbus Waldenström: Chemotherapiefreie Medikamentenkombination führt zu deutlich verlängerter Krankheitskontrolle

Morbus Waldenström ist derzeit nicht heilbar, so dass es das Ziel ist, durch eine nebenwirkungsarme Therapie eine möglichst lange Krankheitskontrolle bei den betroffenen Patienten zu erreichen. Unter Federführung von Prof. Christian Buske (Comprehensive Cancer Center (CCC) Ulm) in Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin III (Prof. Hartmut Döhner) konnte in einer großen internationalen Studie des „Europäischen Konsortiums für den Morbus Waldenström“ (ECWM) eine neue, chemotherapiefreie Medikamentenkombination mit Rituximab und Ibrutinib etabliert werden. Diese konnte im Vergleich zur alleinigen Therapie mit Rituximab das Risiko um 80% senken, erneut ein Fortschreiten des Lymphoms zu erleiden. Rituximab ist ein Antikörper, der sich gegen eine Oberflächenstruktur auf den bösartigen Lymphomzellen richtet, Ibrutinib blockiert dagegen in der Lymphomzelle ein entscheidendes Wachstumssignal.
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„Für die Behandlung des Morbus Waldenströms sind die Studienergebnisse ein weiterer großer Fortschritt, insbesondere da auch Patienten hervorragend ansprechen, die prognostisch ungünstige, das Lymphomwachstum fördernde, Genveränderungen tragen. Diese Patienten zeigten bislang unter alleiniger Ibrutinib-Therapie nur ein unzureichendes Ansprechen“, erläutert Prof. Dr. Christian Buske, Ärztlicher Direktor am CCC Ulm und Leiter des Instituts für Experimentelle Tumorforschung. „Zudem zeigen die Daten auch, dass wir beim Morbus Waldenström mit großer Wahrscheinlichkeit bald auf die klassische Chemotherapie verzichten können“, fügt Prof. Buske hinzu.

Diese hocheffektive neue Therapie, für die derzeit eine Zulassung in den USA beantragt wird, wurde im Rahmen der sog. iNNOVATE-Studie getestet, deren Ergebnisse kürzlich im renommierten Fachjournal New England Journal of Medicine mit Prof. Buske als Letztautor publiziert wurden. In der Studie konnten die Autoren zeigen, dass 82% der Patienten, die mit der Medikamentenkombination Ibrutinib und Rituximab behandelt wurden, nach drei Jahren keine Tumorprogression zeigten, während dieser Anteil an Patienten, die mit Rituximab allein behandelt wurden, bei lediglich 28% lag. An der randomisierten Studie nahmen 150 therapiebedürftige Patienten mit Morbus Waldenström teil, die zum Teil erstmalig diagnostiziert und nicht vorbehandelt waren oder einen Rückfall Ihrer Erkrankung nach Therapie erlitten hatten. Die Patienten wurden weltweit rekrutiert.

„Dank der Erkenntnisse der Gruppe um Prof. Buske wird sich die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Morbus Waldenström in Zukunft wahrscheinlich signifikant verändern, denn sie werden durch einen möglichen Wegfall der Chemotherapie deutlich weniger belastet“, sagt Prof. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm. „Betroffene können somit künftig nicht nur zielgerichteter behandelt werden, ihre Lebensqualität wird ebenfalls verbessert.“
Universitätsklinikum Ulm
Literatur:
M.A. Dimopoulos, A. Tedeschi, J. Trotman et al.
Phase 3 Trial of Ibrutinib plus Rituximab in Waldenstrom’s Macroglobulinemia
N Engl J Med. 2018 Jun 1. doi: 10.1056/NEJMoa1802917.
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1802917
 
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