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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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07. Februar 2018

Sarkomzentrum Dresden zieht erste Bilanz

Das 2016 am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus etablierte „Sarkomzentrum Dresden“ behandelte im ersten kompletten Jahr seines Bestehens knapp 300 Patienten. Dabei ist der Anteil an hochkomplexen Eingriffen besonders hoch: Von der gebündelten Expertise und der Ausstattung des Zentrums profitieren deshalb insbesondere Patienten mit Tumoren, die aufgrund ihrer Größe oder Lage eine Herausforderung für die Chirurgen darstellen. Dank der vom Uniklinikum vorgehaltenen High-Tech-Diagnostik werden bei den Operationen verstärkt Navigationssysteme sowie das DaVinci-OP-Robotersystem eingesetzt, um auch in komplexen Fällen – etwa im Beckenbereich oder der Wirbelsäule – Sarkome entfernen zu können.
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Auch der Anfang Januar in Betrieb gegangene Hybrid-OP steht nun für diese Eingriffe zur Verfügung. Nach dem ersten Jahr des regulären Zentrumsbetriebs unter dem Dach des Universitäts KrebsCentrums (UCC) folgt jetzt der Ausbau der Forschungsaktivitäten, die im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden gebündelt werden. Zudem geben die Dresdner Sarkom-Experten ihr Wissen Ende Februar im Rahmen des 33. Deutschen Krebskongresses weiter.

Sarkome treten mit etwas mehr als 1% aller Krebserkrankungen relativ selten auf, wobei diese Tumorform in Weichteilsarkome und in solche Sarkome unterschieden wird, die vom Knochengewebe ausgehen. Weil diese Tumore so selten auftreten, sich in viele verschiedene Untertypen aufteilen und sehr komplex zu therapieren sind, sollten sie ausschließlich in spezialisierten Zentren behandelt werden. Das Dresdner Universitätsklinikum erfüllt mit seinen auf Krebs spezialisierten Kliniken und Instituten die von Experten empfohlenen Voraussetzungen. Neben der therapeutischen Expertise gehört dazu auch eine große Bandbreite an speziellen Untersuchungsmethoden. Hierzu zählen unter anderem die Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computer-Tomographie beziehungsweise Magnet-Resonanz-Tomographie (PET/CT, PET/MRT). Die damit gewonnenen Bilder ermöglichen es, moderne robotische Methoden – vor allem den Einsatz von Navigationssystemen – zu nutzen. Sie unterstützen die Chirurgen vor allem bei Sarkom-OPs im Bereich des Beckens und der Wirbelsäule. Aufgrund ihrer Nähe zu wichtigen Nerven und Gefäßen ist hier eine besondere Expertise entscheidend für den Erfolg der Eingriffe.

Fachübergreifendes Spezialisten-Team für optimale Behandlung

Um Sarkom-Patienten optimal behandeln zu können, sollten sie bereits im Verdachtsfall unverzüglich in ein spezialisiertes Zentrum überwiesen werden. So lassen sich die Abläufe von Diagnose und Therapie der Sarkome von Anfang an auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse steuern. In diesem vom UCC sichergestellten Rahmen wird die enge fachübergreifende Zusammenarbeit besonders spezialisierter Ärzte aus den Fachgebieten Orthopädie und Unfallchirurgie, Viszeral,- Thorax- und Gefäßchirurgie, Radioonkologie und Strahlen- beziehungsweise Protonentherapie, Medizinische Onkologie, Pädiatrische Onkologie, Kinderchirurgie, Pathologie, Genetik, Radiologie, Nuklearmedizin sowie Palliativmedizin sichergestellt. Auch spezialisierte Psychoonkologen und Schmerztherapeuten sowie besonders geschulte Experten anderer Gesundheitsberufe, zum Beispiel der onkologischen Pflege und der physiotherapeutischen Rehabilitation, sind integraler Teil des Teams. Das UCC-Tumorboard hat allein 2017 rund 500 Empfehlungen zur Therapie von Sarkompatienten ausgesprochen. Parallel arbeiten die Ärzte und Wissenschaftler an Forschungsprojekten, um die Therapie kontinuierlich zu verbessern.

Modernste molekularpathologische Diagnostik für beste Therapieergebnisse

Um das biologische Verhalten und besondere Mutationen der Sarkome charakterisieren zu können, setzt das Dresdner Uniklinikum modernste Methoden der molekularen Tumordiagnostik ein. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Standort Heidelberg im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) stehen innovative Geräte zur DNA-Entschlüsselung – „Next Generation Sequencing“ – und in besonderen Fällen die Möglichkeit der Ganz-Genomsequenzierung zur Verfügung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind die Basis für die bestmögliche Therapiestrategie. Dazu gehören neben der operativen Entfernung der Sarkome das gesamte Spektrum der Strahlentherapie einschließlich der Protonentherapie, die weltweit nur wenigen Zentren zur Verfügung steht. Bei den medikamentösen Behandlungen können die Krebsmediziner des Universitätsklinikums nicht nur auf die klassische Chemotherapie zurückgreifen, sondern auch auf neue Verfahren, wie die Immuntherapie und molekular wirksame Medikamente. Weitere hochspezialisierte Methoden, wie die Extremitätenperfusion – eine Sonderform der Chemotherapie – und die durch Magnet-Resonanz-Tomographie gesteuerte Gewebeerhitzung gehören ebenfalls zum Therapiespektrum. In diesem Jahr kommt mit der Eröffnung von Haus 32 noch die während einer Operation vorgenommene Strahlentherapie hinzu.

Sarkompatienten können sich direkt oder über ihren Arzt anmelden

Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser können sich für Patienten, bei denen Sarkome oder unklare Befunde mit Verdacht auf ein Sarkom festgestellt wurden, direkt an das Sarkomzentrum Dresden im Universitäts KrebsCentrum wenden. Betroffene Patienten haben zudem die Möglichkeit, sich selbst im Sarkomzen­trum des UCC vorzustellen und erhalten ohne zeitliche Verzögerung eine adäquate Diagnostik und Therapie.
Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
 
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