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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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26. Oktober 2017

Verbesserte Heilungschancen durch individualisierte Therapie bei Hodgkin Lymphom

Die Behandlung des fortgeschrittenen Hodgkin Lymphoms basiert auf einer sehr intensiven Chemotherapie. Mit acht Zyklen dieser Chemotherapie liegt das Überleben fünf Jahre nach der Diagnose bei etwa 90%. Diese konventionelle Therapie ist wirksam, allerdings geht sie leider häufig mit sehr schweren akuten und langfristigen Nebenwirkungen einher. Aus diesem Grund untersucht die HD18-Studie unter welchen Umständen und auf welche Art und Weise die bisherige Therapie eventuell reduziert werden kann.
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Ziel der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (DHSG) ist es, die Therapieintensität zu verringern und somit die Verträglichkeit zu verbessern, ohne jedoch einen Verlust der Wirksamkeit in Kauf nehmen zu müssen.

„Die Ergebnisse der aktuellen HD18-Studie der DHSG haben jetzt gezeigt, dass eine deutliche Therapiereduktion auf nur vier Zyklen möglich ist, falls sie bereits nach zwei Zyklen ein gutes Ansprechen auf die Behandlung erreicht haben“, so Prof. Dr. Peter Borchmann, Oberarzt in der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik.

Die Studie wurde an über 300 Zentren in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und der Tschechischen Republik) durchgeführt. Insgesamt wurden 2.001 Patienten zwischen 18 und 60 Jahren mit der Erstdiagnose eines fortgeschrittenen Hodgkin Lymphoms in die Studie eingeschlossen. Alle Patienten erhielten zunächst zwei Zyklen der aktuellen Standardtherapie (zwei mal eskaliertes BEACOPP). Danach erfolgte eine nuklearmedizinische Untersuchung (Positronen Emissionstomographie, PET) zusätzlich zur klassischen Computertomographie (CT). So kann der Stoffwechsel in Geweben sichtbar gemacht werden. Die PET/CT erlaubt es, nicht nur die Größe, sondern auch die Vitalität des Tumors zu beurteilen.

Patienten mit gutem frühen Therapieansprechen (PET-negativ) wurden anschließend per Zufallsprinzip entweder nach dem Therapiestandard mit sechs weiteren Zyklen oder einer reduzierten Zahl von nur zwei Zyklen weiterbehandelt. Im Anschluss an die Chemotherapie wurden alle Patienten, die noch Tumorreste aufwiesen, nachbestrahlt.

Hierbei hat sich gezeigt, dass eine Therapie mit insgesamt nur vier Zyklen bei diesen Patienten genauso wirksam ist wie die zuvor verabreichten acht Zyklen. „Wie erwartet, reduzierten sich mit den Zyklen auch die Akut- und Langzeitnebenwirkungen. Insgesamt konnte dadurch das Überleben unserer Patienten nochmal signifikant verbessert werden und liegt nun bei 98% nach fünf Jahren. Zudem verkürzt sich die Dauer der gesamten Therapie, von ursprünglich 24 auf nun 12 Wochen. Die Patienten können somit früher eine Rehabilitationstherapie in Anspruch nehmen und in ihr Leben zurückfinden, was wesentlich zur Lebensqualität beiträgt“, so Prof. Borchmann.

In der Patientengruppe, die nach zwei Zyklen Chemotherapie noch PET-positiv war, untersuchte die HD18-Studie eine Intensivierung der Therapie durch Hinzunahme eines zielgerichteten Antikörpers (Rituximab) zum klassischen Chemotherapie-Schema. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Tumorkontrolle mit der konventionellen Chemotherapie so gut ist, dass ein weiteres Medikament hier keinen zusätzlichen Nutzen zeigen kann. Auch dies ist ein gutes Signal an unsere Patienten: selbst wenn sie zu den Fällen gehören, bei denen kein frühes gutes Ansprechen mit PET-CT gemessen werden kann, so haben sie mit der bewährten Chemotherapie trotzdem eine sehr hohe Heilungsrate von 96% nach fünf Jahren.

Aufgrund dieser insgesamt überzeugenden Ergebnisse wird nun eine Anpassung der gesamten Therapie-Intensität an das frühe Ansprechen als Standard etabliert. Dies ist ein entscheidender Schritt hin zu einer individualisierten, besser verträglichen, kürzeren und hochwirksamen Therapie gegen den Krebs.
Uniklinik Köln
Literatur:
Borchmann, P et al.
PET-guided treatment in patients with advanced-stage Hodgkin’s lymphoma (HD18): final results of an open-label, international, randomised phase 3 trial by the German Hodgkin Study Group.
The Lancet; 20 Oct 2017; DOI: 10.1016/S0140-6736(17)32134-7
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28236583
 
 
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