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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. Oktober 2017

Erfahrungen mit Ibrutinib in der Therapie der CLL

Ibrutinib ist der erste orale Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor, der zur Therapie der Chronisch Lymphatischer Leukämie (CLL) zugelassen ist. Als Einzelsubstanz wird Ibrutinib in der Behandlung erwachsener Therapie-naiver CLL-Patienten eingesetzt, auch bei solchen mit 17p-Deletion oder TP53-Mutation. Prof. Dr. med. Stephan Stilgenbauer, Ulm, stellte die Daten der Zulassungsstudie vor, in der die Wirksamkeit von Ibrutinib im Vergleich zu Chlorambucil bei nicht vorbehandelten Patienten CLL-Patienten ohne 17p-Deletion untersucht wurde. Der primäre Endpunkt war die progressionsfreie Überlebenszeit. Nach 24-Monaten waren in der Ibrutinib-Gruppe 89% der Patienten stabil, in der Chlorambucil-Gruppe noch 34% (p<0,0001) (1). Die häufigsten unerwünschten Wirkungen Grad 1-2 waren unter Ibrutinib Diarrhoe, Fatigue, Husten, Anämie und Übelkeit. Schwere Grad 3-4-Nebenwirkungen waren Neutropenie, Anämie, Pneumonie und Diarrhoe. Auch intrakutane Blutungen und Vorhofflimmern traten unter Ibrutinib häufiger auf.
Prof. Dr. Clemens Wendtner, München-Schwabing, beschrieb den Einsatz des BTK-Inhibitors bei vortherapierten Patienten. In dieser Situation ist Ibrutinib in Kombination mit Bendamustin und Rituximab (BR) zugelassen. In der Zulassungsstudie bekamen Insgesamt 527 Patienten entweder Ibrutinib+BR oder Placebo+BR. Der primäre Endpunkt war die PFS; sekundäre Endpunkte u.a. Gesamtansprechrate und Gesamtüberlebenszeit (OS). Die Ergänzung von Ibrutinib zum BR-Regime resultierte in signifikant verbesserten Therapieergebnissen (2-3). Patienten mit einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation profitieren fast genauso gut wie CLL-Patienten ohne diese genetischen Risiken. Die Follow-up-Analyse nach median 25,4 Monaten ergab u.a., dass das mediane PFS unter Placebo + BR bei 14,2 Monaten lag und unter Ibrutinib + BR noch nicht erreicht wurde (HR=0,199; p<0,0001). Zusätzliche Nebenwirkungen im Vergleich zur Ibrutinib Monotherapie traten in der Kombinationstherapie nicht auf.

Dr. Maren Mundt
Symposium „Neues und Altbewährtes in der Therapie der Lymphome und myeloischen Erkrankungen“, DGHO, 29.9.2017, Stuttgart; Veranstalter: Janssen-Cilag
Literatur:
(1) Burger JA et al. N Engl J Med 2015;373:2425-2437.
(2) Chanan-Khan A et al. Lancet Oncol 2016;17(2):200-211.
(3) Fraser G et al., ASCO 2016, Poster presentation #7525
 
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