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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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28. September 2017

Aspirin bei metastasierendem Darmkrebs

Die heutige Forschung beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, ob das weltweit häufig verwendete Medikament Aspirin, zusätzlich zu seiner anerkannten Wirkung, weitere positive Effekte bei der Behandlung von Krankheiten haben könnte. Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, die die gängigen therapeutischen Optionen erfolglos durchlaufen haben, bleiben fast keine weiteren Behandlungsoptionen. Eine an mehreren italienischen Instituten durchgeführte Studie untersuchte deshalb, ob die Gabe von Aspirin, zusätzlich zu der Behandlung mit Chemotherapie, den Behandlungserfolg von Patienten mit metastasierendem Darmkrebs verbessern könnte – die Ergebnisse dauten darauf hin (1).
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Bei den in die Studie eingeschlossenen 66 Patienten waren alle vorherigen Behandlungen gescheitert. Alle Patienten wurden während der Studie mit dem Wirkstoff Capecitabin behandelt. 20 Patienten wurden aufgrund einer bestehenden Herzerkrankung mit Aspirin therapiert. Der Vergleich zwischen den mit Aspirin behandelten Patienten und den anderen Patienten, die kein Aspirin bekamen, zeigte Folgendes: 60% der Patienten unter Aspirin-Behandlung sprachen auf die Therapie zumindest teilweise an, während bei den Patienten ohne Aspirin nur bei 6% der Patienten ein teilweises Ansprechen auf die Therapie dokumentiert wurde. Unter Behandlung mit Aspirin konnte bei 80% der Patienten eine Kontrolle der Krankheit erreicht werden, bei den Patienten ohne Aspirin nur bei 30%. Ebenso zeigten sich Unterschiede im Überleben ohne Krankheitsfortschreiten: mit Aspirin lag es im Mittel bei 6,5 Monaten und ohne Aspirin bei 3,3 Monaten. Ebenso war mit 14,7 Monaten im Vergleich zu 8,7 Monaten das Gesamtüberleben in der Aspirin-Gruppe deutlich höher als bei den Patienten ohne Aspirin.

Diese Studienergebnisse verdeutlichen, dass bei Patienten mit metastasierendem Darmkrebs unter Chemotherapie, die vielfach ohne Erfolg behandelt wurden, die Gabe von Aspirin zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufs führen könnte. Weitere Studien werden gefordert, um das mögliche Potenzial von Aspirin als ergänzende Behandlung bei Krebserkrankungen zu erforschen.
beilit
Literatur:
(1) Giampieri R, Restivo A, Pusceddu V et al.
The Role of Aspirin as Antitumoral Agent for Heavily Pretreated Patients With Metastatic Colorectal Cancer Receiving Capecitabine Monotherapy.
Clin Colorectal Cancer. 2017 Mar;16(1):38-43. doi: 10.1016/j.clcc.2016.07.011.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27576095
 
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