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Medizin
18. Februar 2021

Gezielte Eliminierung leukämischer Stammzellen: Forscher identifizieren LIGHT/LTbR-Signalweg

Leukämiestammzellen entstehen aus hämatopoetischen Stammzellen. Wegen ihrer nahen Verwandtschaft haben leukämische und hämatopoetische Stammzellen viele gemeinsame Signalwege. Will man die Vermehrung leukämischer Stammzellen stoppen, gilt es, Signalwege zu finden, die nur in der Leukämiestammzelle aktiv sind, nicht aber in der hämatopoetischen Stammzelle. Mit dieser Zielsetzung forscht das Team um Prof. Adrian Ochsenbein an der Universitätsklinik für medizinische Onkologie am Inselspital, Universitätsspital Bern. In der publizierten Arbeit von Sabine Höpner in „Nature Communications“ wird die neueste Entdeckung, der sogenannte LIGHT/LTbR-Signalweg, vorgestellt.
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Der LIGHT/LTbR-Signalweg spielt bei der normalen Blutbildung in der hämatopoetischen Stammzelle keine Rolle. Nur in einer Situation mit einem erhöhten Bedarf, wie zum Beispiel nach einer Chemotherapie, ist er zur Aufrechterhaltung der Stammzellfunktion wichtig. Im Gegensatz dazu sind Leukämiestammzellen immer auf diesen Signalweg angewiesen. Der LIGHT/LTbR-Signalweg führt zu einer erhöhten symmetrischen Zellteilung und dadurch zur Vermehrung der Leukämiestammzellen. Wird er zum Beispiel durch monoklonale Antikörper blockiert, so verlieren diese ihre Stammzellenfunktion und sterben ab. Zudem ist die Bindestelle LIGHT bei Leukämiestammzellen deutlich häufiger vorhanden als bei normalen Stammzellen. Im Laborversuch haben Tiere mit chronischer myeloischer Leukämie deutlich besser überlebt, nachdem der neu entdeckte Signalweg blockiert worden war.

Hoffnungsträger der künftigen Leukämiebehandlung

Die veröffentlichten Resultate zeigen, dass mehrere Rezeptor/Liganden-Paare an der Aufrechterhaltung der Leukämiestammzelle beteiligt sind. Die Forschenden gehen davon aus, dass der neue Ansatz (Blockierung von LIGHT) in Zukunft zu einer verbesserten Therapie verschiedener Leukämieerkrankungen führen kann.

Die Therapie mit blockierenden Medikamenten verschiedener Immunrezeptoren und Liganden hat die Behandlung von Krebskrankheiten revolutioniert. Allerdings sind wichtige, bei soliden Tumoren eingesetzte, Medikamente bei der Leukämie nicht wirksam. Die definierten Signalwege CD70/CD27 und LIGHT/LTbR sind deshalb ein wichtiger Fortschritt zur Verbesserung der Immuntherapie bei myeloischen Leukämien. Forschungsgruppen in Stanford haben Antikörper gegen CD47 entwickelt, die eine weitere Phagozytose aktivieren. Diese Medikamente sind wie Cusatuzumab (Antikörper gegen CD70) bereits in einer Phase-II-Entwicklung zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie.

Quelle: Universitätsspital Bern


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