Donnerstag, 24. Juni 2021
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
28. September 2018

BAH: Zukunft der Arzneimittelversorgung gehört auf gesundheitspolitische Agenda

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zwar seinen Fokus richtigerweise auf Zukunftsthemen gesetzt, darf dabei aber die Arzneimittelversorgung nicht aus den Augen verlieren. „Bei allen drei vom Ministerium priorisierten Zukunftsthemen – der Digitalisierung, der Verbesserung der Pflege und auch der ärztlichen Versorgung auf dem Land – spielen Arzneimittel eine tragende Rolle. Dennoch tauchen sie auf der gesundheitspolitischen Agenda nur am Rande auf“, so Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH), am Donnerstag im Rahmen von „BAH im Dialog“.
Zentrales Thema der Veranstaltung mit zahlreichen Gesundheitsexperten aus Politik, Selbstverwaltung und Industrie war die Arzneimittelversorgung 2025. Das Motto lautete „Gesunde Perspektiven. Für den Einzelnen und die Gesellschaft“.

„Neue Bundesregierung – neue Herausforderungen“ – unter diesem Motto beschäftigte sich eine von Dr. Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BAH, moderierte Diskussionsrunde mit den Themen der neuen Bundesregierung. An dieser Diskussion beteiligten sich Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, arzneimittelpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium, der auch einen Impuls-Vortrag hielt, Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, und Dr. Ralf Mayr-Stein von MEDA Pharma und Vorstandsmitglied des BAH.

Neben dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) standen vor allem der Apothekenmarkt und die Arzneimittelversorgung im Mittelpunkt der Diskussion. Aus Industriesicht wichtig sind insbesondere eine weitere Differenzierung bei den Festbeträgen und der Hinweis auf die hohe Belastung vor allem kleiner und mittelständischer Arzneimittel-Hersteller durch die verschiedenen Abschläge.

Selbstmedikation 2.0: Der selbstbestimmte Patient – Mythos oder Wirklichkeit? Dieser spannenden Frage ging eine weitere Diskussionsrunde unter der Leitung von Dr. Martin Weiser, Hauptgeschäftsführer des BAH, nach. Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes und OTC-Beauftragter des Deutschen Apothekerverbandes, Dr. Ivo Grebe, hausärztlicher Internist und Vizepräsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI), Prof. Dr. Gerhard F. Riegl von der Hochschule Augsburg, Carsten Timmering von Dr. Loges + Co. und Vorstandsmitglied des BAH, sowie Dr. Traugott Ulrich von Dr. Willmar Schwabe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BAH, diskutierten angeregt über den Patienten und seine Erwartungen in der digitalen Welt.

„Gesunde Perspektiven. Für den Einzelnen und die Gesellschaft.“ Das muss der Anspruch an eine zukunftsorientierte und nachhaltige Arzneimittelversorgung sein. Mit diesem Ergebnis schlossen beide Diskussionsrunden.

Auch der Preisträger des diesjährigen Selbstmedikationspreises des BAH, Professor Riegl, schloss sich dieser These in seiner Dankesrede an: „Die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um den Patienten ganzheitlich noch besser zu verstehen, ihm eine Excellence in Menschlichkeit zu bieten, darin liegt die Chance für den Arzt und die Apotheke vor Ort.“

Quelle: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH)


Das könnte Sie auch interessieren
Brustkrebsmonat: Antihormonelle Therapie mit Nebenwirkungen
Brustkrebsmonat%3A+Antihormonelle+Therapie+mit+Nebenwirkungen
© LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Etwa zwei Drittel aller bösartigen Brusttumore wachsen hormonabhängig. Weibliche Hormone wie das Östrogen lösen in den Tumorzellen einen Wachstumsreiz aus. Um das zu verhindern und das Rückfallrisiko zu senken, erhalten viele Brustkrebspatientinnen nach einer Operation zur Entfernung des Tumors über mehrere Jahre eine antihormonelle Therapie. Experten stufen die Begleiterscheinungen der Therapie zwar als weniger...

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
Seltene+Krebsarten+%E2%80%93+Stiefkind+der+Krebsforschung%3F
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
Biopharmazeutika+sind+den+meisten+Deutschen+unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"BAH: Zukunft der Arzneimittelversorgung gehört auf gesundheitspolitische Agenda"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose