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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
13. September 2016

Zahl der Lipidsenker-Verordnungen steigt

Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, lässt sich durch die Senkung hoher Cholesterinspiegel im Blut deutlich verringern. Zu diesem Ergebnis gelangten Wissenschaftler 1984 im Zuge einer Untersuchung, die sich mit der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen befasste. Noch im gleichen Jahr folgte die Empfehlung der "Washington Konsensus Konferenz", bei Menschen unter 30 Jahren solle der Cholesterinspiegel nicht höher als 180 mg/dl und bei den über 30-Jährigen nicht höher als 200 mg/dl liegen. Seither boomt die Zahl der Lipidsenker-Verordnungen.

Wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) am Freitag bestätigte, hat jeder vierte rheinland-pfälzische TK-Versicherte über 60 Jahre im vergangenen Jahr mindestens einen Lipidsenker verordnet bekommen (27%). Im Saarland waren es sogar 29%. Wirft man einen Blick auf die Verordnungsdaten aller gesetzlich Versicherten in Rheinland-Pfalz, so stieg laut der Arzneimittel-Schnellinformation GAMSI die Zahl der verordneten Tagesdosen (DDD) im Jahr 2014 von nahezu 98 Millionen auf mehr als 102 Millionen im Folgejahr 2015 an.
 
"Arzneimittel zur Senkung von Blutfetten haben in der Medizin einen festen und sinnvollen Platz", betont TK-Landeschefin Anneliese Bodemar. "Allerdings gilt es, immer den Menschen und nicht einen Laborwert zu behandeln. Das heißt, entscheidend ist die Gesamtrisikokonstellation, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Wenn jemand zwar leicht bis mäßig erhöhte Blutfette hat, aber ansonsten gesund ist und bewusst lebt, ist es nicht selten unnötig, Lipidsenker einzunehmen. Aufgrund der vorliegenden Zahlen drängt sich die Frage auf, ob eine Über- beziehungsweise Fehlversorgung vorliegt."
 
Kritisch hinterfragt werden müsse auch, so die TK-Landesvertretung, ob bei gegebener Verträglichkeit immer der teuerste Lipidsenker verordnet werden müsse. Laut des aktuellen Innovationsreports der Techniker Krankenkasse biete der Arzneistoff Ezetimib therapeutisch keinen Vorteil, sei aber deutlich teurer als etwa Statine und verursache hohe Ausgaben. So erhielten nur 5% der Patienten mit Lipidsenkerverordnungen das sehr teure Medikament Ezetimib, was allerdings mehr als 30% der Gesamtkosten dieser Arzneimittelgruppe ausmachte.

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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