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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
28. März 2017
Seite 1/2

Hartmannbund: Wissenschaftliche Ausbildung im Medizinstudium stärken

Der „Dr. med.“ steht bei den Nachwuchsmedizinern hoch im Kurs. Die große Mehrheit der künftigen Ärztegeneration möchte promovieren – wenn auch häufig nicht aus wissenschaftlicher Motivation. Nur 20% der 2.291 Medizinstudierenden, die an der Hartmannbund-Umfrage „Dr. med. – Heilen ohne Hut?“ teilgenommen haben, geben an, später wissenschaftlich arbeiten zu wollen.
Knapp 60% können sich eine Tätigkeit in der Forschung nicht vorstellen, die übrigen haben dazu noch keine Meinung. Bedenklich in diesem Zusammenhang: Zwei Drittel der Befragten vergeben für die wissenschaftliche Ausbildung an ihren Universitäten und ihre Fähigkeit, wissenschaftlich zu arbeiten, nur die Noten drei bis fünf. Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. „Wenn unsere Nachwuchsmediziner ernsthafte Absichten haben, während ihres Studiums wissenschaftlich arbeiten und promovieren zu wollen, sie aber gleichzeitig ihre wissenschaftliche Ausbildung mehrheitlich als eher mittelmäßig bis schlecht einschätzen, dann muss uns diese Diskrepanz zu denken geben.“
 
Auch das heute eng getaktete und stark verschulte Studium scheint ein Problem zu sein. Zwei Drittel der befragten Studierenden glauben, dass eine fundierte studienbegleitende Promotion unter den heutigen Studienbedingungen nur schwer oder gar nicht realisierbar ist. Die Mehrheit der Befragten fühlt sich darüber hinaus auf ihre Promotion nicht gut vorbereitet. Von den Studierenden, die bereits ihre Dissertation geschrieben haben, vergeben 68% an ihre Fakultäten die Noten drei bis fünf für die Vorbereitung auf die Promotion, von denen, die noch schreiben, beurteilen dies sogar 85% so. Das größte Verbesserungspotenzial im Promotionsverfahren sieht die Mehrheit der befragten Studierenden in der Betreuung während der Erstellung der Dissertation sowie in der Erlangung wissenschaftlicher Kompetenz im Studium. „Die Rahmenbedingungen für eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung sind an vielen Fakultäten scheinbar noch nicht ausreichend geschaffen bzw. etabliert“, kommentiert Moritz Völker, der Vorsitzende des Ausschusses „Medizinstudierende im Hartmannbund“, die Umfrageergebnisse. Nicht jeder müsse später wissenschaftlich arbeiten, aber es gehöre zum Medizinstudium dazu, studienbegleitend Kernkompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten zu erlangen. Auch diejenigen, die in der Patientenversorgung tätig sein wollen, sollten über wissenschaftliche Skills verfügen, um Studien und Forschungsergebnisse besser einordnen zu können. Hier sieht Völker ebenso Defizite wie bei der interessanten und praxisnahen Vermittlung von Forschung. Als ein wichtiges Umfrageergebnis konnte denn auch erhoben werden, dass der Nutzen der Promotion für die spätere ärztliche Tätigkeit umso größer angesehen wurde, je besser auch die eigenen wissenschaftlichen Kompetenzen eingeschätzt wurden. „Das bestätigt unsere Annahme, dass nur eine fachlich fundierte und didaktisch ansprechende Vermittlung von Inhalten dazu in der Lage ist, die Studierenden für die eine oder die andere Richtung zu motivieren – vielmehr als jegliche Art der Verpflichtung dies vermag“, so Völker.
 
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