Montag, 2. August 2021
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. November 2019

WHO: Gesundheitsüberprüfung in europäischen Gefängnissen schlecht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Ansicht, dass in den Gefängnissen Europas zu wenig für die Gesundheit der Insassen getan wird. Generell sei die Gesundheitsbeobachtung und -überprüfung in den Haftanstalten schwach, teilte das europäische WHO-Regionalbüro am Donnerstag bei der Veröffentlichung eines neuen Berichts zu dem Thema in Kopenhagen mit.
Haftzeiten böten den Ländern eine Gelegenheit, um verschiedene Krankheiten zu bekämpfen. Die Gesundheit der Insassen zu ignorieren werde später zu hohen Kosten für die Gesellschaft führen.

Es müsse sichergestellt werden, dass bei der Gesundheitsversorgung niemand zurückgelassen werde, erklärte Bente Mikkelsen vom WHO-Regionalbüro Europa. "Eine Haftstrafe nimmt einer Person ihre Freiheit. Sie sollte ihr nicht auch noch ihre Gesundheit und ihr Recht auf Gesundheit nehmen."

Die WHO hat sich für ihren Bericht die Gesundheitssysteme von 39 von 53 Ländern der Region Europa angeschaut, aus denen sie für den Zeitraum zwischen 2016 und 2017 Informationen erhalten hat, darunter auch Deutschland. Diese Daten zeigten einen enormen Unterschied zwischen der allgemeinen Gesundheitslage der Menschen in den Gefängnissen und der Außenwelt, hieß es in dem Bericht. Physische und psychische Erkrankungen kämen hinter Gittern weit häufiger vor als außerhalb. Weniger als die Hälfte der europäischen Länder testeten demnach neue Insassen auf Alkoholmissbrauch.

Schätzungsweise sechs Millionen Menschen werden nach WHO-Angaben jedes Jahr in Gefängnissen der Region inhaftiert, die meisten kommen relativ zeitnah wieder auf freien Fuß. Zu Europa zählt die Behörde neben den EU- und EWR-Ländern auch frühere Sowjetstaaten.

Quelle: dpa


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"WHO: Gesundheitsüberprüfung in europäischen Gefängnissen schlecht"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose