Freitag, 6. August 2021
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

Fast 7.900 Menschen warten bundesweit auf eine neue Niere

Rund drei Viertel aller Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen, benötigen eine neue Niere, berichtete am Mittwoch die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz. So warteten zum Jahresbeginn 310 Menschen in Rheinland-Pfalz auf das Organ. Bundesweit waren es fast 7.900 Menschen. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt fünf bis sechs Jahre. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit nur rund 2.100 Nieren transplantiert, davon über fast 600 als Lebendspende eines nahen Angehörigen.
Anzeige:
Zavicefta
Zavicefta
 
Diabetes und Bluthochdruck gehen an die Nieren

Wohlstandskrankheiten sind für über die Hälfte aller Nierentransplantationen bei Erwachsenen verantwortlich. Jede dritte Transplantation ist nötig, weil die Nieren in Folge eines Diabetes Typ 2 versagen, jede vierte als Folge von Bluthochdruck. Die TK bezieht sich bei ihren Angaben auf eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zum Thema Organspende. Nierenkrankheiten sind bei schlecht eingestellten Diabetikern eine häufige Komplikation. Der hohe Zuckergehalt im Blut schädigt die Blutgefäße in den Nieren, das Blut wird nicht mehr ausreichend gefiltert. Um Diabetiker zu unterstützen, hat die TK eine App aufgelegt, die zuckerkrankranken Patienten hilft, ihre Werte im Blick zu haben. In das digitale TK-DiabetesTagebuch können Daten via Bluetooth aus verschiedenen Blutzuckermessgeräten importiert werden. Daneben ist auch eine manuelle Eingabe möglich.

Fast jede dritte Nierentransplantation ist eine Lebendspende

Ist die Niere so geschädigt, dass sie ihre vielfältigen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, ist häufig die Dialyse notwendig. Sie ist ein aufwendiges Blutreinigungsverfahren, das regelmäßig durchgeführt werden muss. Eine Nierentransplantation kann den Betroffenen die Dialyse ersparen und ihnen ein jahrzehntelanges Überleben ermöglichen. Da jeder Mensch zwei Nieren hat, ist es möglich, bereits zu Lebzeiten eine Niere zu spenden. Fast jede dritte Nierenspende in Deutschland ist mittlerweile eine Lebendspende. Um dem Organhandel vorzubeugen, lässt das deutsche Transplantationsgesetz eine Lebendspende nur dann zu, wenn sich Spender und Empfänger sehr nahe stehen, also zum Beispiel zwischen Ehegatten, nahen Verwandten und eingetragenen Lebenspartnern. Zudem muss eine Ethikkommission prüfen, ob die Spende freiwillig erfolgt, Spender und Empfänger sich über den Eingriff im Klaren und psychisch stabil sind.

Gewichtsabbau, gesunde Ernährung, Bewegung

"Über 4.000 Menschen in Rheinland-Pfalz müssen regelmäßig zur Dialyse, viele warten auf eine neue Niere. Wenn wir die chronische Niereninsuffizienz verhindern wollen, müssen wir schon bei der Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes präventiv ansetzen", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Gewichtsreduktion, Stressabbau, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung seien gute Voraussetzungen, um diesen Wohlstandserkrankungen vorzubeugen.

Die TK unterstützt ihre Versicherten mit dem digitalen TK-GesundheitsCoach, in dem verschiedene Coaching-Angebote zusammengefasst sind. So gibt es beispielsweise einen ErnährungsCoach, einen FitnessCoach oder einen StressCoach. Diese digitalen Angebote helfen den Teilnehmern ihre persönlichen gesundheitlichen Ziele zu erreichen.

Quelle: Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz


Anzeige:
Bevacizumab
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fast 7.900 Menschen warten bundesweit auf eine neue Niere"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose