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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
17. September 2012

VLK: "Leitende Krankenhausärzte fordern Masterplan Gesundheit"

Aus Sicht der Leitenden Krankenhausärzte sind grundlegende Kurskorrekturen im Gesundheitssystem notwendig. „Die von starren Einzelinteressen der Selbstverwaltungspartner und Patientenvertreter geprägten Verteilungskämpfe in unserem Gesundheitswesen bringen uns kein Jota weiter und müssen ein Ende haben. Im Gegenteil: die Fronten verhärten sich, die Schützengräben werden tiefer und die Kaliber größer. Allein die Politik hätte die Mittel, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Es ist Zeit für eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure“, erklärte Prof. Dr. Hans Fred Weiser, Präsident des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands. e.V (VLK), anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Verbandes in Berlin.

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„Alle Beteiligten - ob Kassen, Ärzte, Versicherte und Patienten - stimmen zu großen Teilen in ihren Analysen über die Defizite unseres Gesundheitssystems und in ihrem Ziel einer effizienten, wirkungsvollen Patientenversorgung überein. Doch jeder kämpft nur um ein möglichst großes Stück des Verteilungskuchens“, sagte Weiser. Der VLK forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, eine Strategiekonferenz zur Erarbeitung eines Masterplans Gesundheit einzuberufen, um diesen Missstand aufzulösen. „Ziel muss es sein, gemeinsame Schnittmengen aller Partner im Gesundheitswesen zu finden. Auf deren Basis könnte ein realistischer Umsetzungsplan entwickelt und die dafür notwendigen gesetzlichen Grundlagen erarbeitet werden. Politische Aufgabe muss die politische Moderation dieses Prozesses sein“, so der VLK-Präsident.

Weiser wehrte sich gegen eine immer stärkere Ökonomisierung der Medizin in Krankenhäusern: „Ethisch verantwortungsbewusste Medizin kennt keinen Verkauf von Kniegelenken, Wirbelsäulenversteifungen oder gar Organen zur Gewinnmaximierung des Unternehmens Krankenhaus. Mediziner dürfen daher auch nicht quasi als Key Account Manager an der Gewinnmaximierung solcher Verkaufsstrategien beteiligt werden.“ Damit stellt sich der VLK gegen die sogenannten Chefarztverträge, bei denen Ärzte immer öfter Boni für eine Erhöhung der Zahl von lukrativen Behandlungen erhalten.

Der VLK entziehe sich wettbewerblichen Parametern nicht grundsätzlich, „aber der Wettbewerb in der Medizin braucht andere Parameter als sie uns von der klassischen Ökonomie vorgegeben werden“, betonte Weiser und kritisierte damit das bestehende Vergütungssystem in der stationären Versorgung, das Fehlanreize unterstütze.

Dagegen schlägt der VLK vor, eine leistungsorientierte ärztlich stationäre Vergütung stärker an medizinisch sinnvollen Messparameter zu orientieren: „Die Senkung von Komplikationen in einem Krankenhaus oder von Infektionsraten könnte beispielsweise ein Kriterium sein, oder eine ausgezeichnete Mitarbeiterführung und -fortbildung oder die Verringerung des Krankenstandes in der eigenen Abteilung. Es lassen sich also durchaus einige Beispiele für sinnvollen Wettbewerb im Krankenhaus benennen“, erklärte Weiser.

Quelle: Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V.


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