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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
12. Juni 2013

Viele Niedrigrenten - aber statistisch wenig Altersarmut

Wie sehr ist in Deutschland Altersarmut verbreitet? Eine neue Statistik klingt alarmierend: Fast jede zweite Neurente liegt unter dem Existenzminimum. Doch wirklich arm sind nur wenige Senioren. Bis jetzt jedenfalls.

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Die gesetzliche Rente soll die Anerkennung für ein Arbeitsleben sein - und die Existenz im Alter sichern. So war es ursprünglich gedacht. Doch sie kann das immer seltener. Viele Renten reichen nur, wenn andere Einkünfte hinzukommen.

Wie hoch sind die Renten heute?


Der sogenannte Eckrentner, der 45 Jahre durchschnittlich verdient hat, kommt auf eine Monatsrente von 1.263 Euro im Westen und 1.121 Euro im Osten. Am 1. Juli steigt der Betrag im Westen um 0,25% auf gut 1.266 Euro und im Osten um 3,29% auf gut 1.158 Euro.

Wieviele Rentner bekommen eine solche oder höhere Rente?

Eine Minderheit. Im Westen sind es bei den Männern etwa 35%, bei den Frauen 3,2%. Im Osten bekommt ein Viertel der Rentner mehr als 1.200 Euro, bei den Rentnerinnen sind es 3,7%.

Wie sieht es bei den Mini-Renten aus?

Aktuell bekommen zwar 54,9% aller neuen Rentner weniger als 700 Euro. Vor zehn Jahren galt dies aber für noch mehr: 56,9%.

Ist mit diesen Mini-Renten Altersarmut verbunden?

Im Regelfall nicht, besser gesagt: heute noch nicht. Denn bei den meisten Betroffenen kommen andere Einkünfte hinzu: etwa das Einkommen des Partners oder eine eigene Betriebsrente, Zahlungen aus einer Lebensversicherung, eine Riester-Rente, eine Beamtenpension, bei Witwen auch eine Hinterbliebenenrente.

Wie hoch ist die Armutsquote bei den Senioren?


Bei den Ruheständlern liegt der Anteil jener, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, bei zwei Prozent. Angesichts der aktuell gut 20 Millionen Rentner sind das etwa 400.000 Betroffene. Rechnet man jene hinzu, die als Selbstständige keine Rentenansprüche erworben haben und im Alter ebenfalls in Existenznot gefallen sind, dann liegt die Quote bei 2,5%. Das ist deutlich weniger als in der Gesamtbevölkerung.

Wie kommt es zu den Mini-Renten?


Es gibt zwei Gruppen: Wer sein Leben lang immer nur zum Niedriglohn gearbeitet hat, lange arbeitslos war, erwirbt auch nur geringe Rentenansprüche. Das gleiche gilt für jene, die aus anderen Gründen nur kurze Zeit in die Rentenkasse eingezahlt haben: Selbstständige und Hausfrauen, aber auch Beamte, die ihr Berufsleben als Angestellte starteten.

Wie hoch sind die Einkommen von Rentnerhaushalten?

Nach dem jüngsten Alterssicherungsbericht der Bundesregierung liegt das Haushaltsnettoeinkommen von Ehepaaren und Alleinstehenden über 65 Jahren im Gesamtdurchschnitt bei 1.818 Euro monatlich. Das Durchschnittseinkommen von Ehepaaren beträgt demnach 2.433 Euro, das von alleinstehenden Männern 1.560 Euro - alleinstehende Frauen haben mit 1.292 Euro deutlich weniger.

Ist mit zunehmender Altersarmut zu rechnen?


Ja. Wegen gebrochener Erwerbsbiografien, Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung werden mehr Bürger auf eine Niedrigrente zusteuern. Erst recht jene, die nicht mit einer Betriebs- oder Privatrente die Rentenlücke ausgleichen können. Hinzu kommt, dass das Rentenniveau aus Demografiegründen sinkt. Das soll die Rentenbeiträge für die junge Generation bezahlbar halten.

Was wird gegen Altersarmut getan?

Die schwarz-gelbe Koalition hatte sich vorgenommen, Minirenten durch Steuergelder bis auf maximal 850 Euro aufzustocken. Sie setzte das aber nicht um. Nun soll das in der nächsten Legislaturperiode nachgeholt werden. Alle Parteien haben sich das vorgenommen, mit höchst unterschiedlichen Rezepten. Die Oppositionsparteien setzten dazu vor allem auf höhere Löhne und Mindestlöhne, die später auch zu höheren Renten führen.


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