Samstag, 15. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Darzalex
Darzalex
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
21. Februar 2017

NeuroIntensivmediziner: „Die Versorgung muss besser werden“

In der NeuroIntensivmedizin muss weiter an der Versorgungsqualität gearbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Otto Busse, langjähriger Generalsekretär der DGNI. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden 320 Intensivstationen begangen. „Wir wollten hier genau wissen, wie die ärztliche Versorgung in der NeuroIntensivmedizin aktuell aussieht“, sagt Busse. Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: Nicht nur die ärztliche Versorgung, sondern auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind verbesserungswürdig.
Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 
Bei der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM) in Wien hat Busse Mitte Februar seine Zahlen und Erkenntnisse präsentiert, die im Rahmen der Stroke Unit Audits von 2013 bis 2015 erhoben wurden. Initiiert wurden die Begehungen von der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) sowie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).
Nach der Auswertung zeigt sich, dass es in 30 bis 40% der interdisziplinären Intensivstationen keinen Dreischichtdienst gibt, das heißt, es ist nicht 24 Stunden am Tag ein Arzt vor Ort. „Generell gab es zu wenig Oberärzte auf den Stationen, die eine Befugnis zur Intensiv-Weiterbildung haben“, sagt Busse. „Damit kann keine qualitätsvolle fachliche Versorgung gewährleistet sein.“ Dass es hier ein Problem gibt, war Busse schon lange bewusst. „Aber jetzt haben wir erstmals auch gesicherte Zahlen, die das untermauern.“ Die neurointensivmedizinische Versorgung auf den interdisziplinären Stationen erscheint nicht ausreichend. Nur in einem Viertel gibt es hier in der Regeldienstzeit eine neurologische oder neurochirurgisch-ärztliche Präsenz, so Busse weiter.

Notwendiger Handlungsbedarf: auch Chefärzte in der Pflicht

Aber nicht nur die interdisziplinären Stationen weisen Mängel auf. Auch nur etwas mehr als die Hälfte der untersuchten eigenständigen NeuroIntensivstationen verfügen über ein Dreischichtsystem. Die Begehungen haben auch gezeigt, dass es in diesem Punkt nur unwesentliche Unterschiede zwischen neurologischer und neurochirurgischer Intensivmedizin gibt.

Erster DGNI-Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Meixensberger sieht hier notwendigen Handlungsbedarf. „Auch wenn uns die Ergebnisse nicht zufrieden stellen, so sind die Probleme nun bekannt und belegt“, so der Mediziner. „Noch nie haben wir aus so vielen Intensivstationen Daten erheben können. Jetzt müssen wir uns überlegen, welche Handlungsmaßnahmen zu entwickeln sind.“ Otto Busse sieht hier auch die Chefärzte in der Pflicht. „Wer diese Position inne hat, sollte von Anfang genügend Personalstellen aushandeln“, so Busse. Er appelliert an die Klinik-Geschäftsführungen, für eine bessere Versorgung und eine gesicherte Weiterbildung zu sorgen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
Neue+Website+f%C3%BCr+Patienten%3A+Sch%C3%B6ne+Momente+trotz+Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz...

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main
Deutsche+Krebshilfe+f%C3%B6rdert+kooperatives+interdisziplin%C3%A4res+Netzwerk+f%C3%BCr+onkologische+Sport-+und+Bewegungstherapie+in+der+Region+Frankfurt%2FRhein-Main
© oneinchpunch / Fotolia.com

Körperliche Bewegung und Sport haben vielfältige positive Wirkungen, wenn sie begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt werden. Therapiebedingte Nebenwirkungen, das bei nahezu allen Patienten beobachteten Müdigkeits-Syndrom (Fatigue), sowie subjektive Belastungen der Therapie und der Erkrankung werden durch regelmäßige körperliche Bewegung wesentlich erleichtert. Dennoch gibt es derzeit noch keine...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NeuroIntensivmediziner: „Die Versorgung muss besser werden“"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.